Bachkonzert

BergbachBachkonzert

Dort, wo es aus der Tiefe quillt,
Ein blinder Flohkrebs Hunger stillt.
Die Höhlenassel körperzart
An Sauberkeit so gar nicht spart.
Von dem Besuch im Tageslicht
Sie sich nicht allzu viel verspricht.
Doch trifft sie an dem Quellenort
Den Strudelwurm grad bei dem Mord.
Der hat just seinen großen Schlund –
Einzig allein aus Hungers Grund –
Über den Flohkrebs aufgerissen.
Das ist ein guter Frühstücksbissen.
Die Quellenschnecke kriecht bedächtig
raspelt die scharfe Zunge mächtig. Weiterlesen

Ad Fontes – Zurück zu den Quellen!

QuelleAd Fontes –
Zurück zu den Quellen!

Die Besinnung auf die Quellen
Sollte die Sinne recht erhellen.
Die Schriften aus dem Altertum
Behielten ewig ihren Ruhm.
Der Humanist liest den Urtext,
Weil damit die Erkenntnis wächst.
Im Griechischen und im Latein
Da findet Geist zu höchstem Sein.
Doch was hat manche Weisheitsstelle
Zu tun mit einer echten Quelle?
Die Quelle bleibt doch ewig jung:
Denn es altert kaum der Ursprung.
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Urquell

Arnsberger MausquelleUrquell

Wo kaltes Wasser quillt ans Licht,
Beginnt fließende Schöpfung.
Mehr als ein Rinnsal ist es nicht
Und dennoch nah am Ursprung.
Bei Arnsberg liegt im Hang gekerbt
Umschattet kühl von Bäumen –
Die Eiszeit hat sie uns vererbt –
Die Quell mit Moosessäumen.
Nun stehe ich genau am Ort,
wo Wasser flüsternd singt –
Setzt ewig seine Reise fort –
Plätschern hier hell erklingt.
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Tausend kleine Muscheln

Erbsenmuschel

Tausend kleine Muscheln

In freier Flur von Wald und Feld
Seh manches ich, was kaum gefällt.
Als Wasserfan und Bachgourmet
Ich öfter meine Schritte dreh,
wenn da ein Graben voller Schlamm
ins Blickfeld mir beim Wandern kam.
Kein klares Wasser blank und munter
Sprang hier im Jugendstil herunter.
Vielmehr lag vor mir nur Morast,
in den die Hand nur ungern fasst.
Das alte Blattwerk kaum bewegt
Das hat der Herbstwind reingefegt.
Hinzu kommen noch tote Äste,
Vom greisen Baum das Allerletzte.
Der Wasserlauf so reich bestückt
Mir merklich auf die Stimmung drückt.
Ich folge diesem armen Lauf –
Doch dieser hört in Kürze auf.
Es sind vielleicht nur hundert Meter,
Dass dieses Rinnsal etwas später
Ergießt sich in den Nieringsbach.
Dort wird die Welle endlich wach. Weiterlesen

Es quillt

Dia 03

Es quillt

Aus dem Unsichtbaren
Aus den dunklen Tiefen
Aus imaginären Räumen
Quillt Durchsichtigkeit,
Restlose Aufgeklärtheit hin zu
Vollendeter Reinheit.
Wasser wagt sich ans Licht
Beginnt seine Tagesreise.
Die zarten Wellen
Überküssen den ersten Stein.
Lassen losen Schwemmsand
Lautlos und immerzu tanzen.
Durch fein aufgestellte Mooswälder
Kräuseln sich ziehende Wasserfäden. Weiterlesen

Berührungen

Berührungen

Silberperlen tröpfeln ab
Moosrosetten werfen Kugeln
Kühlen Wassers auf den Stein.
Gläsern spritzt der Wasserschein.
Morsches Holz im Nässekleide
Neben blankem Kieselgrund,
zartes Quellkraut ragt beiseite
aus dem Wasserspiegelmund.
Flüsternd, murmelnd, leise plätschernd
Spricht die Quelle Laut für Laut.
Mal verborgen, dann ganz offen
Lauscht man, wie sie Wasser kaut.
Kalt verklebt in Stapelschichten
Modert ErlenEschenlaub.
Höhlenkrebse hier verrichten
Kauend ihren Blätterraub.
Bittres Schaumkraut, Brunnenkresse
Milzkraut neben Mierenstiel,
Sumpfveilchen in nobler Blässe
Säumen Wasserfädenspiel.
Gründelnd kriechen arme Ritter
Sandumröhrt durch kühle Flut.
Andre schmücken mit viel Glitter
Ihre Köcherfliegenbrut. Weiterlesen

Schöpfung

Schöpfung

Folge ich des Wassers Spur,
Finde ich am Anfang nur
ärmlich eine Stelle:
Des Bächleins kleine Quelle.
Fast schüchtern flüstert sie
Und steckt doch voll Magie.
Feinwellig tanzt ihr Start –
Schwillt an auf seiner Fahrt.
Was aus den Tiefen drängt
wird oben frei verschenkt,
quillt kühl, so blank und rein,
küsst keusch den ersten Stein,
streicht weich durch Moosgestalten,
Kennt auf dem Weg kein Halten. Weiterlesen