Gerhard Laukötter's Blog

Archiv

Ewig eisfrei Januarkälte friert uns ein. Jetzt nützt nicht mal der Sonnenschein, um Wasser flüssig zu erhalten Die ganze Umwelt will erkalten. Der Teich im Garten spiegelt blank Die Frösche ruhen gottseidank im tiefen Schlick am Bodengrund und bleiben ruhend so gesund. Das Regenfass erstarrt von Tag zu Tag, so lang das Eis zu wachsen mag. Der Wasserhahn, der so oft lief, ist abgesperrt und inaktiv.

In den Teich gesetzt Sag mir, wo die Teiche sind? Wo sind sie geblieben? Früher spielte ich als Kind dort mit alten Sieben. Sag mir, wo die Tümpel sind? Wo sind sie geblieben? Wenn ich heut die Stellen find, sind Häuser drauf geschrieben. Sag mir, wo die Weiher sind? Wo sind sie geblieben? Grast seitdem so manches Rind auf drainierten Wiesen.

Schillerne Quelle Wenn ein Schiller oder Goethe stimmen an die Lyrikflöte, um an einer klaren Quelle Worte singen in die Welle, werden Reime sanft und weich Farben aus dem Dichterreich. Wenn ein ernster Ökologe mit der feuchten Elektrode sorgsam forscht nach sauren Ionen und nach Tieren, die hier wohnen, kennt er von der Quelle nur seine Analysespur.

Ganz schön kriebelig! Auf der Suche nach heiliger Quellennatur kamen wir Kriebelmückenlarven auf die Spur. Im Hunsrücker Hochbuchenwald wo das Grundwasser echt, tiefenkalt, da klebten am cremeweißen Quarzit 136 Larven, die hielten sich mit Haarkränzen fest an dem gefluteten Stein. Sie wollten wohl gerade nur hier sein. Die mehr oder weniger jungen Rangeraspiranten sie kamen hierher, ja sie kannten diese merkwürdigen Mückenlarven noch nicht. Das mildwarme Nachmittagslicht schimmerte hell in den Quellbach… Weiterlesen

Aus der Tiefe Aus der Tiefe springt die Welle Fröhlich rauschend in die Höh. Stehe hier an schönster Quelle, wie ich blankes Wasser seh. Von der Tiefe aber habe Ich so gar kein echtes Bild. Diese frische Sprudelgabe Meine Neugier wenig stillt. Aus der Tiefe treten Träume, Rollen Bilderwelt zurück. Da betret ich wieder Räume Mal voll Ängste, mal voll Glück. Seh in Filmen aus Kindheiten Dinge, die ich längst verlorn. Rückwärts… Weiterlesen

Verbaute Quellen Verbaute Quellen versteinert entstellen Des Wassers Gesicht. Im toten Auge bricht Aus dem Mauerspalt So tränenkalt Wasser voll Trauer. Fassungsbauer Haben selten erkannt, dass Menschenhand engt Erdenmund wie Felsenschlund – wo Wasser quillt, so frei, so wild.

Crenobia Fein schleichst du an der Unterseite von Steinen, die in Quellen ruhn. Du suchst nicht gern Für dich das Weite. Hast jagend Hier genug zu tun. Im kühlen Strom Der Quellen Fluss Ist alles wohl gerichtet. Weil Wasser treu Hier fließen muss, hat Schöpfung sich verdichtet.

Historische Quellen Wer aus historischen Quellen zitiert, hat der jemals eine originale studiert? Historische Quellen sind inhaltlich alt – Wie Wasser das unendlich kalt. Zeugnisse einer vergangenen Welt, die der Forscher heut in den Händen hält, berichten tief aus der Vergangenheit bringen zurück vom Geist der Zeit.

Quellpfade Mal tröpfelnd Mal schießend Mal rieselnd Mal fließend Aus Felswänden springend In Bergwiesen windend In Tümpeln geboren In Mooren verloren Von Wäldern beschattet Von Moosen ummattet An Steinen geschwunden Im Blattwerk verschwunden Mit Ästen gespielt In die Sonne geschielt Durch Sande gekrochen Und am Bärlauch gerochen Salamander bespritzen Sich verlieren in Ritzen Auch mal überschäumen An Wurzeln von Bäumen Hüpfen und springen Gläserne Lieder singen Und mit wachsendem Strahl Hinunter ins… Weiterlesen

Quelliges Sie murmelt leise Plätschert und singt, Wenn sie hüpft und springt. Ihre Wasserspeise macht eine Reise zieht dabei Kreise, will Kiesel belecken, sich tosen in Becken, sich im Moose verstecken und Tiere frisch wecken. Aus felsigem Spalt Noch vom Grunde kalt Gurgelt sie hervor Am Wellentor – Bricht dann ins Licht Mit Zuversicht. Aqua perpetua Ist immer nun da – Nach der Eiseszeit Zum Fließen bereit.