Quellpfade

Quellpfade

Mal tröpfelnd
Mal schießend
Mal rieselnd
Mal fließend
Aus Felswänden springend
In Bergwiesen windend
In Tümpeln geboren
In Mooren verloren
Von Wäldern beschattet
Von Moosen ummattet
An Steinen geschwunden
Im Blattwerk verschwunden
Mit Ästen gespielt
In die Sonne geschielt
Durch Sande gekrochen
Und am Bärlauch gerochen
Salamander bespritzen
Sich verlieren in Ritzen
Auch mal überschäumen
An Wurzeln von Bäumen
Hüpfen und springen
Gläserne Lieder singen
Und mit wachsendem Strahl
Hinunter ins Tal
So treffen wir Quellen
An verschiedensten Stellen
Jede ist eigen
Das wird sie dir zeigen!

Quelliges

Quelliges

Sie murmelt leise
Plätschert und singt,
Wenn sie hüpft und springt.
Ihre Wasserspeise
macht eine Reise
zieht dabei Kreise,
will Kiesel belecken,
sich tosen in Becken,
sich im Moose verstecken
und Tiere frisch wecken.
Aus felsigem Spalt
Noch vom Grunde kalt
Gurgelt sie hervor
Am Wellentor –
Bricht dann ins Licht
Mit Zuversicht.
Aqua perpetua
Ist immer nun da –
Nach der Eiseszeit
Zum Fließen bereit. Weiterlesen

Milzkraut

Milzkraut
(die edle Quellbraut)

Wo in Bergtälern sehr leise Quellwasser gurgelt,
wo weicher Buchenwaldboden so kühl atmet,
da wächst früh im Jahr ein liebliches Kraut.
Seine rundlichen Blätter stehen sich stets gegenüber.
Die wenigen knolligen Würzelchen sind schwach ausgebildet –
könnten sich nicht gegen rauschendes Wasser behaupten.
An seinem Lieblingsplatz den sickernder Quellen
streicht das unermüdlich aufsteigende Grundwasser
in verlässlichen Mengen an seinen Füßen vorbei.
Das klare, kalte Wasser gilt als der beste Freund des Milzkrautes.
Es schützt seine zarte Freundin vor frostigem Tod.
Wenn Schnee in die Quellmulde geblasen wird,
hält das Grundwasser die Füße vom Milzkraut warm. Weiterlesen