Gerhard Laukötter's Blog

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Der Garten ruht Der Garten ruht sich ziemlich aus. Der Gärtner hockt nun warm im Haus. Der Boden fröstelt Nacht für Nacht. Das Eis hat Härte ihm gebracht. Es blüht nur wenig noch im Beet. Was dort verfroren kläglich steht, sind nur noch Pflanzentrümmer. Die Kälte macht`s noch schlimmer. Am Gartenteich ist nichts mehr weich. Die Eiseshaut am Tage nicht taut.

Eisprimula Der frühlingshafte, irritierende, Wachstum stimulierende Spätherbst ließ Primeln Blüten wecken. In grünen Blätterherzen stecken vorwitzig Knospenspitzen lassen bunte Farbsäume blitzen. Etwas mehr der Frühwintersonne steigert noch die Öffnungswonne. Blüten erfreuen zu jeglicher Zeit. Ihr farbiges Kronenblätterkleid will zur Liebe verführerisch locken. Die Primel beginnt zu zocken. Wenn die Wetterstimmung froh bleibt, ja dann erlebt diese Pflanze eine Dezemberblühchance.

Eisrosen Voller Optimismus sind noch die Rosen nicht so empfindlich wie die Mimosen. Selbst wenn der November trauernd geht, so manche Rose noch im Blütenfeuer steht. Sogar einige Knospen, die Zeit noch brauchen, wollen aus ihren duftigen Mund noch Sinnliches hauchen. Hält sich der späte Herbst mit Kälte zurück, gibt es vor Weihnachten rosafarbenes Glück. Letzte Nacht, da hat der Winter einen kurzen Abstecher gemacht. Die schirmenden Wolken am Himmel auseinandergebracht. So… Weiterlesen

Brennnesseln im Silberkleid So atemfeucht schläft Nachtbeginn. Schwanger hängt Nebel schwer im Äther Der Tageswechsel glitt dahin. Das Mondlicht blinkt erst später. Die Lüfte froren nach und nach ließen Tröpfchen zart erhärten und mit dem Licht vom neuen Tag schmückt sich die Welt mit Bärten. Mit feinsten Nadeln klar aus Eis spiegelt sich Glanz in Spitzen – sie krusten alles zuckerweiß auf Blättern sie dicht sitzen. Brennnesseln gestern noch saftgrün sind völlig… Weiterlesen

Zaungeflecht Wirkt ziemlich schlecht dies Zaungeflecht. Wer Akkurates liebt, ja der vergibt dem Handwerk nicht. Der Draht verbricht in krumme Schlingen. Wird kaum gelingen, den Zaun zu straffen. Flüchtig geschaffen fehlt immer die Zeit für bessere Arbeit. Mehr war wohl nicht drin – machte auch keinen Sinn. Draht bleibt grob verleibt, zusammen geklaubt – jeder Feinheit beraubt.

Zwölf Jahresringe Heut hat der Reif mit Eis schön eingedeckt Neugierde wird kalt geweckt. Der feine Frost zeichnet perfekt, hebt zart hervor, was sonst versteckt. Bei jedem Reif kristallisieren die kleinsten Tröpfchen sie verlieren die Formarmseligkeiten von Flüssigkeiten. Durch das Erstarren verharren winterkühle Moleküle in gläsernen Gebilden – manchmal mit wilden Architekturen. Frostspuren, die meist nur – so will es die Natur – bald vergehen. Wir sehen schon ihr Ende bald. Es… Weiterlesen

Auf Draht sein… Auf Draht sein wollen hier Kristalle. Der Nachfrost der erschuf sie alle. Der Stacheldraht – sonst böse schaut – zeigt glitzernd seine Winterhaut. Was spitz verletzend scharf abwehrt, ist von feinem Eise kalt begehrt. Gläserne Plättchen dicht an dicht fügen zusammen Raureifschicht. Heut zeigt die Kälte Zauberkräfte macht auf dem Draht kühle Geschäfte. Wie fast in Zucker eingetaucht, hat Frost sein Silber aufgehaucht. Auf Draht sein, war einst Revolution:… Weiterlesen

Taufrost Die Ostertage grad verstrichen, wo Frühling hielt sich kühl versteckt. Die kalten Winde sind gewichen. Der Himmel zeigt sich noch bedeckt. Die letzte Nacht brachte dann Klarheit. Der Vollmond rundet sein Gesicht. Am Tautropfen hängt harte Wahrheit. Im Frost das weiche Wasser bricht. Die Kugeln schwer am Halmesblatt sind kalt zu Eisbergen erfroren. Was vorher grün und feuchteglatt bekommt vom Raureif spitze Ohren. So sieht die Lenzbotschaft kaum aus. Vom Winter… Weiterlesen

Ausgereift So sternenklar die letzte Nacht hat sie den Frost zurückgebracht. Der Wasserdunst vom Frühjahrshauch hängt kristallin an Baum und Strauch. Das welke Gras im Reifekleid säumt Glitzerband fast wie Geschmeid. Die Kapselschale fruchtentleert scheint juwelenhaft beschwert. Die ausgemergelten Jahresringe des Weidepfahls mit Zickzackklinge schärfen sich mit Eiseszahn Wohl aufgestellt in runder Bahn. Das flach versandte Morgenlicht Sich hier und da im Reife bricht.

Reifliche Überlegungen Novembernächte tief vernebeln. Nasse Luft will uns fast knebeln Licht entschwindet ganz diffus. Ein jedes spürt den kalten Kuss. Wenn sich der Dunst ganz spät noch löst, Das Wasser fein zu Boden stößt, Wie Klarheit Kälte mit sich bringt, der frühe Tau als Raureif blinkt. Kristalle wachsen ganz wie Zauber Erscheinen diamantensauber Mit völlig unverletzten Spitzen, die hoch auf Blätternerven sitzen. Die Reifeshaut zieht maskengleich Starr über Rosengesichter. Was vorher… Weiterlesen