Gerhard Laukötter's Blog

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Nach dem Regen Nach dem Regenschauer zeigen die Blumen schwere Trauer. Man könnte fast meinen: Knospen und Blüten weinen. Tränenkugeln hängen am bunten Kleid Manche platzen, zerfließen im Leid. Unter dem lastenden Wassergewicht der nasse Kelch bald zu Boden bricht. Zarte Härchen sonst wie Silberwatte fein haften am Körper, kleben gemein. Werbeanzeigen

Tropfenküsse Ewig und drei Tage her ist der Tag, an dem am Himmel etwas Graues lag. Heute am Morgen war es endlich so weit Feiner Nieselregen beendet die Trockenheit. Ich spürte den ersten Regenstaub – Noch raschelte knisternd vergängliches Laub. Am Tage zuvor hatten die Winden gelacht In der milden Brise haben sie gedacht, der Sommer würde wohl nie vergehen. Sie haben auch muntere Bienen gesehen. Im Morgengrauen kam die Kaltfront daher… Weiterlesen

Umwölkt Kaum etwas ist veränderlicher als eine Wolke auf der Flucht. Ihre Körperform immer unsicher die Endgestalt wird stets gesucht – ohne dass sie je gefunden wird – weil sie sich ständig selbst verliert. Zwischen dem, was mancher Himmel nennt, und unserem Boden, wo wir stehen, ein Wolkenmeer die Sonne trennt, die wir milchglasig dann nur sehen. Die Geburt der Wolke liegt im Meer. Da kommt unendlich Wasser her. Verdunstet hebt es… Weiterlesen

Es nieselt Heute haben sich die Regentropfen in feinste Tupfer aufgeteilt. Sie können kaum mehr nieder klopfen. Viel Niesel in den Lüften weilt. Es fühlt der Morgenwind sich an, als ob ein feuchtes, kaltes Tuch so schaurig streicht durchs Angesicht. Auch wenn ich voller Sehnsucht hier nach schönem Blau am Himmel such, die Wolkenwand gönnt mir kaum Licht. So frühlingsfrohe Krokusblüten halten den Kelchmund arg verschlossen. Die wassersatte Februarluft klebt triefend nass… Weiterlesen

Überflüssig Überflüssig erscheint der warme Januarregen. Seit Tagen Wolkenfetzen über das Land her fegen Regenrinnen die Fluten oft nicht mehr schlürfen. Unzählige Tropfen nicht mehr in das Erdreich dürfen. Der Ackerboden mag gar kein Wasser mehr trinken Mit jedem Schritt beginne ich, tiefer im Schlamm zu versinken. Im Boden herrscht überall große Überschwemmungsnot Überflüssiges Wasser bringt manchem Bodentier den sicheren Tod. Sind alle Porenkanäle restlos gefüllt und getränkt, ist bald aller Sauerstoff,… Weiterlesen

Dezemberregen Nächte zehren mehr vom Tageslicht. Kein Blatt dem nackten Zweig noch bricht. Viel warmer Wind streicht durch die Fluren nestelt verstreut an Herbstfallspuren. Die Luft tiefgrau im Regenhemd bald wieder Wasser nieder schwemmt. Bis an den Hals ist Boden nass. Seit Tagen quillt das Speicherfass. Wohin ich meine Füße lenke, da füllt sich rasch die Abdrucksenke. Noch ist kein Ende abzusehen. Die Wolkenleiber schwanger blähen. Dezemberregen füllt die Bäche verschlammt die… Weiterlesen

Dauerregen Seit siebzehn Stunden weint der Himmel immerzu. Alle Regentonnen füllten sich im Nu. Jedes Wasserfass wird nun zu einer Quelle. Es flutet daraus eine Dauerwelle. Der Boden dürstete schon lange Zeit Des Todes Freund ist lange Trockenheit. Dieser ewig lange Dauerregen ist für die Natur wie Gottes Segen. Nach so viel Qual durch Höllenhitzetage da ändert tiefer Druck die Wetterlage. Die heiße Luft wird derbe abgekühlt und Sommerstaub in alle Welt… Weiterlesen

Regenrosen Dass Sommer ist, lässt sich kaum fühlen. Hastige Wolken am Himmel wühlen. Der Wind lässt seine Fäuste fliegen, bis Äpfel auf dem Boden liegen. Die Luft so kalt und regenschwer Das Wärmekonto ist längst leer. Manch Blumenkelch bleibt heut geschlossen. Das Blattwerk spiegelt übergossen. Der Boden atmet schwer und tief. Erstarrter Falter schläft so tief. Nun steh ich an dem Rosenbeet – wo gestern noch ein Duft geweht, der mich verzaubert… Weiterlesen

Die Haut des Wassers Unsichtbar sichtbar ist die Haut, wenn man auf einen Tropfen schaut. Nach Nebel oder Nieselregen Rollen uns Perlen hell entgegen. Das Lupinienblatt ist tausendfach Mit Wasserperlen aufgewacht. Der Regen war so zärtlich fein – Da wuchsen Tropfen ungemein. Das Blatt funkelt wie ein Collier. Verspiegelt ich das Licht hier seh. Was Wasser so zusammenhält, Die Schule hat mir das erzählt. Ich frage mich heut morgen bloß: Wann fließt… Weiterlesen

Interferenzen Ich starre auf ein Tropfenspiel seh wenig erst und dann so viel. Da wird die alte Regentonne Zum Wellenort mit hoher Wonne. So wie die Tropfen haltlos fallen, beginnen Kreise aufzuwallen. Wo Wellen sich dabei berühren, Gemeinsamkeiten dann verspüren, Bilden sie dort Interferenzen Können gebrochen sich ergänzen.