Überflüssig

P1130411Überflüssig

Überflüssig erscheint der warme Januarregen.
Seit Tagen Wolkenfetzen über das Land her fegen
Regenrinnen die Fluten oft nicht mehr schlürfen.
Unzählige Tropfen nicht mehr in das Erdreich dürfen.
Der Ackerboden mag gar kein Wasser mehr trinken
Mit jedem Schritt beginne ich, tiefer im Schlamm zu versinken.
Im Boden herrscht überall große Überschwemmungsnot
Überflüssiges Wasser bringt manchem Bodentier den sicheren Tod.
Sind alle Porenkanäle restlos gefüllt und getränkt,
ist bald aller Sauerstoff, jede Luftblase verschenkt.
Wer aus kalten Bodenwassersein O2- Bedarf bezieht,
so vor dem Erstickungstode entflieht.

Auch Mohrrüben gibt es auf diesem Felde im Überfluss.
Die Erntemaschine war wohl nicht richtig in Schuss.
Der Regen hat die Rüben seit Wochen fein sauber gewaschen.
Doch keiner will dieses Gemüse essen – nicht einmal naschen.
So liegen diese leckeren bunten Erntegaben
Überflüssig herum – denn niemand möchte sie haben.

Überflüssig wird, wenn es weiter vom Himmel schüttet, der kleine Bach.
Im Sommer fließt er als Rinnsal – seine Wassertiefe handflach. Weiterlesen

Dezemberregen

DezemberregenDezemberregen

Nächte zehren mehr vom Tageslicht.
Kein Blatt dem nackten Zweig noch bricht.
Viel warmer Wind streicht durch die Fluren
nestelt verstreut an Herbstfallspuren.
Die Luft tiefgrau im Regenhemd
bald wieder Wasser nieder schwemmt.
Bis an den Hals ist Boden nass.
Seit Tagen quillt das Speicherfass.
Wohin ich meine Füße lenke,
da füllt sich rasch die Abdrucksenke.
Noch ist kein Ende abzusehen.
Die Wolkenleiber schwanger blähen.
Dezemberregen füllt die Bäche
verschlammt die triste Ackerfläche.
Alte Traktorspuren saufen ab
und Erde wird matschiger Papp.
Das wird wohl nichts mit weißen Flocken.
Wer kann den Winter nur vorlocken? Weiterlesen

Dauerregen

RegenrohrDauerregen

Seit siebzehn Stunden weint der Himmel immerzu.
Alle Regentonnen füllten sich im Nu.
Jedes Wasserfass wird nun zu einer Quelle.
Es flutet daraus eine Dauerwelle.
Der Boden dürstete schon lange Zeit
Des Todes Freund ist lange Trockenheit.
Dieser ewig lange Dauerregen
ist für die Natur wie Gottes Segen.
Nach so viel Qual durch Höllenhitzetage
da ändert tiefer Druck die Wetterlage.
Die heiße Luft wird derbe abgekühlt
und Sommerstaub in alle Welt hinweggespült.
Es sieht so aus, als fielen Tropfen ohne Ende.
Das Wolkenmeer zerfließt zu einer Riesenspende
Der Tag will nicht sein Wassergrau verlieren.
Manch steter Tropfen geht wohl an die Nieren. Weiterlesen

Regenrosen

RegenroseRegenrosen

Dass Sommer ist, lässt sich kaum fühlen.
Hastige Wolken am Himmel wühlen.
Der Wind lässt seine Fäuste fliegen,
bis Äpfel auf dem Boden liegen.
Die Luft so kalt und regenschwer
Das Wärmekonto ist längst leer.
Manch Blumenkelch bleibt heut geschlossen.
Das Blattwerk spiegelt übergossen.
Der Boden atmet schwer und tief.
Erstarrter Falter schläft so tief.
Nun steh ich an dem Rosenbeet –
wo gestern noch ein Duft geweht,
der mich verzaubert hingerissen –
der Nase war’s ein Leckerbissen. Weiterlesen

Die Haut des Wassers

WasserperlenDie Haut des Wassers

Unsichtbar sichtbar ist die Haut,
wenn man auf einen Tropfen schaut.
Nach Nebel oder Nieselregen
Rollen uns Perlen hell entgegen.
Das Lupinienblatt ist tausendfach
Mit Wasserperlen aufgewacht.
Der Regen war so zärtlich fein –
Da wuchsen Tropfen ungemein.
Das Blatt funkelt wie ein Collier.
Verspiegelt ich das Licht hier seh.
Was Wasser so zusammenhält,
Die Schule hat mir das erzählt.
Ich frage mich heut morgen bloß:
Wann fließt ein Tropfen plötzlich los? Weiterlesen

Interferenzen

Wellenspiel 1Interferenzen

Ich starre auf ein Tropfenspiel
seh wenig erst und dann so viel.
Da wird die alte Regentonne
Zum Wellenort mit hoher Wonne.
So wie die Tropfen haltlos fallen,
beginnen Kreise aufzuwallen.
Wo Wellen sich dabei berühren,
Gemeinsamkeiten dann verspüren,
Bilden sie dort Interferenzen
Können gebrochen sich ergänzen. Weiterlesen

Regenzauber

P1270248Regenzauber

Ein Regenbad im schwülen Mai
Es brachte frische Luft herbei.
Chaotisch war der erste Fall
Bedonnert durch Gewitterknall.
Als dann die Front gen Osten zog,
der Tropfen immer leichter wog.
Der Regen wurde immer dünner –
Zuletzt nur feinster Wasserschimmer.
Ich ging hinaus und sah am Grün,
wie mancher Tropfen silbern schien.
Auf Blätterwangen lagen Schläuche
Ganz so wie nackte Wasserbäuche.
Dann sah ich von dem Mohn die Blüte
Mit Wasserperlen schönster Güte. Weiterlesen