Gerhard Laukötter's Blog

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Sommerreste Die Zeit der Buntheit streicht vorbei. Wie anders färbte sich doch der Mai. Schau ich dem November ins Gesicht, er grauenvoll meist mit mir spricht. Von der Gartenparty sommertrunken ist alle Pracht in sich versunken. Im Blumenbeet da ragen Skelette, die niemand gern so um sich hätte. Das letzte Laub hängt schlaff verbeult Anderes zeigt sich ganz verknäult.

Winterwaffen Mächtig aufgerüstet wurde über Nacht. Der Frost hat Messer scharf gemacht. Am Blattsaum sind Klingen aufgestellt. Annähern sich nun schwierig stellt. Hinter dem Gewirr von spitzen Lanzen kann sich die Brennnessel gut verschanzen. Ihre eigenen Waffen ruhen sanft. Denn alle Blätter sind verkrampft, seit Kälte sie eisig versteift und sie mit Feinkristall bereift.

Der erste Reif Als heute der Tag sein Licht erblickt, hat kalte Nacht ersten Reif geschickt. Gestern stand ich an der Brennnesselflur sah eigentlich grünendes Blattwerk nur. Die feuchte Luft, der nächtliche Tau die brachten eisig etwas zur Schau, was sonst dem Auge verloren blieb. Der Reif nun feine Zeichen schrieb. Obwohl die Blätter leicht angefroren so erschienen sie wie neu geboren.

Mangoldreif Nicht viel Gemüse überlebt, wenn Frost sein Eis im Winter webt. Den Sellerie kneift Kälte kaum. Für Melde ist längs aus der Traum. Der Grünkohl zeigt sich frisch im Blatt. Ihn macht der Winter selten matt. Was mich schon wundert, ist der Mangold – eine Pflanze blieb, eher ungewollt, im Beete stehen einsam verwaist. Jetzt war ihr Outfit kühl vereist. Die letzte Nacht brachte viel Reif. Der Boden fror im Froste… Weiterlesen

Eiszauber Mein Blick seit Tagen nur gesenkt – was dieser Frost mir hat geschenkt, lässt mich auf Heftigste erstaunen – unfassbar sind für mich die Launen, die sich mir draußen eisig zeigen. Ich muss mich tief dazu verneigen, um Naturkunstwerke zu studieren, die ständig ihre Form verlieren. Zuerst war alles feiner Reif. Er machte welkes Blattwerk steif. Verzuckerte die braune Haut, die so ganz festlich plötzlich schaut. Dann kam ein Regenband vorbei…. Weiterlesen

Brennnesseln im Silberkleid So atemfeucht schläft Nachtbeginn. Schwanger hängt Nebel schwer im Äther Der Tageswechsel glitt dahin. Das Mondlicht blinkt erst später. Die Lüfte froren nach und nach ließen Tröpfchen zart erhärten und mit dem Licht vom neuen Tag schmückt sich die Welt mit Bärten. Mit feinsten Nadeln klar aus Eis spiegelt sich Glanz in Spitzen – sie krusten alles zuckerweiß auf Blättern sie dicht sitzen. Brennnesseln gestern noch saftgrün sind völlig… Weiterlesen

Zwölf Jahresringe Heut hat der Reif mit Eis schön eingedeckt Neugierde wird kalt geweckt. Der feine Frost zeichnet perfekt, hebt zart hervor, was sonst versteckt. Bei jedem Reif kristallisieren die kleinsten Tröpfchen sie verlieren die Formarmseligkeiten von Flüssigkeiten. Durch das Erstarren verharren winterkühle Moleküle in gläsernen Gebilden – manchmal mit wilden Architekturen. Frostspuren, die meist nur – so will es die Natur – bald vergehen. Wir sehen schon ihr Ende bald. Es… Weiterlesen

Ein Hauch von erstem Frost Dem Brennnesselblatt hat die letzte Nacht puderzuckrigen Reif gebracht. Das schmale Morgenlicht bricht sich in Randkristallen nicht in allen. Ein Hauch von erstem Frost als Winterpost liegt auf dem Gewebe fast in Schwebe. Gestern alltagslangweilig heute eisheilig.

Ausgereift So sternenklar die letzte Nacht hat sie den Frost zurückgebracht. Der Wasserdunst vom Frühjahrshauch hängt kristallin an Baum und Strauch. Das welke Gras im Reifekleid säumt Glitzerband fast wie Geschmeid. Die Kapselschale fruchtentleert scheint juwelenhaft beschwert. Die ausgemergelten Jahresringe des Weidepfahls mit Zickzackklinge schärfen sich mit Eiseszahn Wohl aufgestellt in runder Bahn. Das flach versandte Morgenlicht Sich hier und da im Reife bricht.

Reifliche Überlegungen Novembernächte tief vernebeln. Nasse Luft will uns fast knebeln Licht entschwindet ganz diffus. Ein jedes spürt den kalten Kuss. Wenn sich der Dunst ganz spät noch löst, Das Wasser fein zu Boden stößt, Wie Klarheit Kälte mit sich bringt, der frühe Tau als Raureif blinkt. Kristalle wachsen ganz wie Zauber Erscheinen diamantensauber Mit völlig unverletzten Spitzen, die hoch auf Blätternerven sitzen. Die Reifeshaut zieht maskengleich Starr über Rosengesichter. Was vorher… Weiterlesen