Ponta de Sao Lourenzo

Ponta de Sao Lourenzo

Im Landeanflug auf das ferne Inselziel
sah ich bereits vom Spannenden sehr viel.
Aus dem Guckloch des Fliegers
auf den Auslöser gedrückt
hat mich der Anblick mehr als verzückt.
Von Wellen umtost, zerklüftet im Kliff
hat das Meer dieses Inselstück
fast wütend im Griff.
Tage später liefen meine Füße gerade hier,
wo ich im Schwindel meinen Mut fast verlier.
Steifschroff die Wände aus Lavagestein
stürzen oft senkrecht vor meinem Gebein.
Nichts läuft hier gerade, immer nur auf und ab
unzählige Stufen halten den Kreislauf auf Trab.
Grandiose Buchten , in denen die Gischt zerstäubt
haben meine Sinne minutenlang betäubt.
Wie anders ist diese Erde doch hier nur gebaut –
wenn zu Hause mein Blick in die Landschaft schaut,
seh ich Wiesen, Äcker und schon mal auch Wald.
Das Auge, das kennt das, Erstaunen bleibt kalt.
Hier bin ich fast plötzlich in einer neuen Welt.
Jeder Lavakrümel, jedes Pflänzchen mir sichtlich gefällt.
Meine Blicke sind gierig den Schritten voraus.
Eigentlich will ich schon längst nicht mehr
wieder zurück nach Haus.
Ich fühl mich wie im Kino mit
Cinemascope, Dolby-Surround
Ponta de Sao Lourenzo
im wogenden Meeressound.

Tierausstellung

Tierausstellung

Man macht eine Reise in die Ferne
und besucht am Urlaubsort gerne
ein Aquarium oder einen Zoo –
Botanische Gärten sowieso.
Ich war in einem Nationalaquarium.
Lauter Meerestiere waren um mich herum.
Doch nicht nur aus dem nahen Mittelmeer.
Die Tiere kamen aus fast allen Ozeanen her.
Viel gab es zu sehen, darunter marine Leckerbissen
seltsame Tiere, von denen wir wenig wissen.
Auch Insekten und Reptilien waren ausgestellt.
Auch die kamen wohl aus der ganzen Welt.

Alle waren in kleinen Becken eingesperrt –
ein Leben in Freiheit für immer verwehrt.
Ob die Tiere unglücklich im Gefängnis leben,
dazu lässt sich schwerlich eine Antwort geben.
An Futter und Hygiene fehlt es kaum.
Doch ihr elendig kleiner Lebensraum
nimmt ihnen die grenzenlose Freiheit.
Alles ist hier menschengesteuert. Weiterlesen

Ende einer Zitrone

Ende einer Zitrone

Was da heute vor mir liegt
wenige Gramm gerade noch wiegt,
ist ein Zitronenkadaverrest,
der so nicht mehr vermuten lässt,
dass diese Frucht fast vor einem Jahr
ein Inbegriff von Frische war.
Neben Malta ist Gozo gelegen.
Eines Verwandtschaftsbesuches wegen
verweilte ich auf diesem Inselort,
war ein paar Tage gerne dort.
Gozo war damals ziemlich grün.
Nach Herbstregen begann es zu blühn.
Zitrusfrüchte leuchteten weit
waren zum Ernten reif bereit. Weiterlesen

Balinesien

Borum BaliBalinesien

Die ganz weite Reise
Jenseits der bekannten Kreise
Ist und bleibt vielleicht ein Traum
Jener unerreichbare Raum
Liegt hinter dem bisher Bekannten
Früher waren es Löwen und Elefanten
Die der Inbegriff waren für urwaldhoch3
Fantasien machten sich dabei frei.
Als sich mein Berufsleben endgültig schloss
Da war die Reiselust plötzlich sehr groß.
Wunschziele früherer Zeiten
Darunter sogenannte Sehenswürdigkeiten
Erschienen nun in greifbarer Nähe
Wünsche, die ich endlich verstehe.
Die Insel der Glückseligen
In Papua-Polynesien
Mit dem Mount Everest auf Du und Du
Und dabei herumschlendern in Kathmandu
Grand Canyon einmal von oben nur sehen
An den Niagara-Fällen ganz eng dran zu stehen
Der Südpol, das Nordcap, Äquatorialafrika
Überall dort, da war ich noch nicht da.
Eine Insel hatte meine besondere Gunst
Ich wollte nach Bali –schon wegen der Kunst.
Zu Hause hatte ich Schnitzereien entdeckt
In denen so vieles an Mystischem steckt.
Schrille Masken, Dämonen und tierische Götter
Die lockten am Ende den alten Laukötter.
Der Mut in die Ferne der fehlte jedoch
Es fanden sich kürzere Alternativen noch.
Im letzten Jahr – wie das Schicksal es fügt
Hat meine Tochter sich auf Bali vergnügt.
Landschaft, Natur, Genüsse, Kultur
Das bietet ja Bali reichlich und pur.
Ich bekam diese Insel auch so noch geschenkt
Wenn der Vater die Freude der Tochter bedenkt.
Vorige Woche – ich war wieder auf dem Trödelfuß
Stieß ich auf diesen balinesischen Gruß.
Der Baumgott Kala Boma der grinste mich an
Und zog mich erneut in den Balibann.
Das schöne Schnitzstück war günstig erstanden
Und Träume vorerst ein Ende fanden.
Bali war zu weit für mich – hier war Bali ganz nah
Irgendwie schmunzelte ich –
Wie dieser Dämon mich ansah.

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Kommunikationswunder

TastaturKommunikationswunder

Was kann ein Mensch heut all erfahren
von seiner Welt, die ach so bunt.
Da war vor tausenden von Jahren
Vieles noch vielen gar nicht kund.
Der Homo sapiens wurde schlau,
sah auf den Wassern neue Ziele.
Ganz früh schuf er den Schifffahrtsbau,
beschwamm Meere im großen Stile
Und querte segelnd Ozeane.
Kontinente wurden neu erreicht .
In der Fremde hisste er die Fahne.
Aus manchem Land er nimmer weicht.
Eisenbahnen, Autos fuhren
sehr viel später übers Land.
hinterließen Streckenspuren –
bis er Flugzeuge erfand.
Die Erde blieb nicht letztes Ziel.
Raketen schießen hin zum Mond.
Auch der Mars kam just ins Spiel –
selbst wenn er gänzlich unbewohnt.
Alle Punkte auf dieser Erde
sind für jeden heute reisenah.
Wie eine millionengroße Herde
wandert Menschheit immerda.
Andre Kommunikationswege
sind vor allem geistgeprägt.
Reich sind dafür die Belege:
Früh wurde die Hand bewegt.
Überall entstanden Schriften
Botschaften in Stein gekerbt. Weiterlesen

Reisefieber

Im Reisefieber

Zwei Seelen leben in der Brust
Hier sesshaft sein – dort Reiselust.
Nomadentum kennt man dazu,
wenn Menschen kommen nie zur Ruh.
Zu Fuß, zu Pferd oder mit Segel
Gereist wurde mit Kind und Kegel.
Doch lange waren die Betuchten,
die ganz allein die Ferne suchten.
Ob sie nun Goethe, Humboldt hießen,
sie konnten Reisen früh genießen.
Wer unten mehr im Staate diente,
nur ein paar Taler grad verdiente,
der blieb zu Hause nah am Herd
hat nicht in weiter Welt verkehrt. Weiterlesen