Weihnachtsupdate

Weihnachtsupdate

Was ist geblieben von Weihnachten –
wenn über siebzig verstrichene Jahre
dieses Ereignis heute betrachten?
Die christliche Manschette zeigt sich
inzwischen reichlich verschmutzt.
Der Klerus hat von seiner Sündhaftigkeit
eigentlich immer schon gewusst.
Der holde Knabe im lockigen Haar –
viel zu oft Objekt priesterlicher Begierde war.
Die Bethlehemidylle mit Krippe und Stall
bleibt aber Theaterkulisse auf jeden Fall.
Weihnachten trennt sich immer mehr
von dem verjährten christlichen Fest.
Von allem was war, bleibt nur ein Märchenrest. Weiterlesen

Kreuzausverkauf

Kreuzausverkauf

Kirchen werden nun entsegnet.
Das Gottesvolk sich eher begegnet
in immer kleiner werdenden Kreisen,
die zunehmend noch stark vergreisen.
Kirchen werden sogar abgerissen
Nur sehr wenige die vermissen
den lang geschätzten würdigen Bau
Bald stirbt auch noch die alte Frau,
die jeden Tag noch treu her kam –
sich Zeit zum Beten reichlich nahm.
Friedhöfe müssen gleichsam weichen.
Manch braucht ja heute für die Leichen
kaum mehr ein großes Reihengrab –
wird doch verbrannt der ganze Sarg.
Die Asche findet künftig Stellen
manchmal in kühlen Meereswellen. Weiterlesen

Mein erster Ball – vor 60 Jahren

P1140055Mein erster Ball – vor 60 Jahren

Damals musste ich noch streng katholisch sein.
Die Erstkommunion besaß fast einen Heiligenschein.
Als kleiner Knirps fieberte ich hin zu diesem Tag –
Ungeheures, Aufregendes in der Maienluft lag.
Die kirchliche Prozedur war sorgfältigst einstudiert
Der tiefblaue Anzug saß gut, am Revers war Schmuck drapiert.
Nach eineinhalb Stunden gab es den befreienden Segen.
Es ging schnell nach Hause – der vielen Gäste wegen.
Eine Kochfrau sorgte für ein reichgutes Festtagsessen.
Jede Familie musste sich da mit den anderen messen.
Und dann gab es für das Kommunionkind ja noch die Geschenke:
Wenn ich mich so erinnere und sorgfältig denke,
habe ich wohl über 20 Topfblumen entgegengenommen
meist mit einem Brief mit besten Wünschen, meist überfrommen.
Dass ich mit acht Jahren schon solch ein Zimmerpflanzenfreund war,
das wurde mir an dem Feiertag eigentlich immer noch nicht klar. Weiterlesen

Losing my religion

P1130946Losing my religion

Als wehrloses Kind
legte man mir allzu früh
den lieben Gott
ins unreife Hirn.
Schablonenhaft
wurde um mich herum gebetet
insbesondere zur guten Nacht
dann gab es meist noch
ein Kreuzzeichen auf die Stirn.
In der Volkschule regierte Religion
als ein ernstes Unterrichtsfach.
Schlechte Noten in der Glaubenslehre
brachten unweigerlich Ungemach.
Als Höhepunkt der frühen Jugendzeit
galt der Empfang der heiligen Kommunion –
gleichzeitig ein pompöses Familienfest:
religiöser Gehorsam schenkte mir reichlichen Lohn.
Damit der Glaube noch mehr gefestigt,
spendete man mir
später noch ein Firmungssakrament.
Manch junger Mensch bekleidete da
bereits ein empfohlenes Kirchenamt.
Jeder demütige Messdiener kannte
bald die gesamte Liturgie.
Messlatein wurde auswendig gelernt -.
am Altar synchron gemurmelt irgendwie. Weiterlesen

Die Kirche im Dorf lassen?

Die Kirche im Dorf lassen?

Lang ist`s vorbei, dass man die Kinder
Behandelte wie arme Sünder,
denen noch die Taufe fehlte
und Glaube sie noch nicht beseelte.
Binnen einer Woche wurd das Kind –
Wenn alle bei der Feier sind –
Ganz in die Kirche aufgenommen
So ist das wohl unter den Frommen.
Wenn Kind dann brav getaufet ist,
bleibt es ein Leben lang ein Christ.
Die Glaubensregeln sind recht hart.
Freiheiten werden ihm erspart.
Gehorsam heißt die höchste Pflicht,
Damit die Bindung niemals bricht.
Ein weiser Mann im alten Rom
Regiert als Papst im hohen Dom.
Er bietet uns von Gott die Liebe
Und hofft, dass so der Glaube bliebe. Weiterlesen