Leben erwacht

Leben erwacht

Ein Menschenwerk wie eine Mauer
ist erst mal tot – doch nicht von Dauer.
Was anfangs sauber und adrett
zusammengefügt im Mörtelbett,
das ändert bald schon sein Gesicht
nur schöner wird es meistens nicht.
Der Zahn der Zeit nagt an den Steinen
Der Regen löst zumeist im Feinen.
Frost sprengt hier und da eine Lücke.
Der Mauer fehlen erste Stücke.
Viel Staub landet auf diesen Bau.
Was vorher farbig wird eher grau. Weiterlesen

reNATURierungen

BachsündenreNATURierungen

Was gerade war,
wird wieder krumm gemacht –
ein Witzbold ist, wer dabei lacht.
Wasser sollte schnell weg nur fließen –
nun soll Natur hier wieder sprießen.
Einst gab’s ein Bett aus Stein-Beton.
Jetzt startet die Rückbauaktion.
Mann baute Wehre, um zu stauen –
nun muss man Fischtreppen rum bauen.
Was Aue war, das wurde drainiert.
Landwirtschaft war etabliert.
Jetzt fehlen Überflutungsflächen.
Sie gehörten einst dem Fluss, den Bächen.
Fließwasserkörper lag stramm im Bett
Der Zuschnitt war überall komplett
im Einheitsmaß, Trapezprofil
dem Wasserabfluss half das viel.
Die Ufer waren gut zu mähen
und Pflege ließ sich gut ansehen.
War irgendetwas krumm und wild,
das passte nicht ins Strömungsbild.
Das Wasserleben voll Depressionen
denn keiner wollte hier mehr wohnen. Weiterlesen

Wiedergeburt

EderquelleWiedergeburt

Das Grab ist leer –
Der Quell erwacht.
An diesem Ort
Nun Freiheit lacht.
Man nahm dir
Deine Fesseln ab,
Entfernte Stein
Um Stein.
Die Freude,
Die ich dafür hab,
Sie lässt mich nicht allein.
Jetzt rieselt es
Aus deinem Mund
Die Lippen sind erweicht.
Dein Körper
Wellt sich wieder rund.
Dein Quellbett
Wiegt sich leicht. Weiterlesen

Wasserfall

BachwasserfallWasserfall

Ein Wasserfall
Ist überall
Die Attraktion
Fast Sensation.
Der Iguazu
Kommt nie zur Ruh.
Niagarafälle
Sind eine Stelle
So voller Wucht,
die Gleiches sucht.
Mein Wasserfall
Der ist kein Knall.
Kein Superlativ –
Er fällt nicht tief.
Weil Bach verkürzt,
hier Wasser stürzt.
Hier wurd gebaut,
ein Teich gestaut.
Der diente allen –
Man ließ den Bach
Danach
Dann fallen. Weiterlesen

Frei fließende Bäche – tierisch gut!

Frei fließende Bäche – tierisch gut!

Ist unser Bach recht krumm und wild,
Erzählt er gern sein Lebensbild:

Von kleinen zarten Glockentieren
Sehn wir die Härchen ondulieren.
Wo weiche Schwämme samtig sitzen,
erkennt man fiese Nadelspitzen.
Moostierchen mit Tentakelkränzen
Durch elegante Schönheit glänzen.
In ruhigeren, trüben Ecken
Schlammschnecken allzu gerne stecken.
Ist frisch das Wasser vom Grunde kalt,
Da findet man Quellschnecken bald.
Im Sediment und feinem Grus
Gräbt sich manch Erbsenmuschelfuß .
Flussmuscheln werden ziemlich selten –
Verändert sind die Wohnungswelten.
Wenn Strudelwürmer auch mal schielen,
Ihre Blicke nur auf Beute zielen.
Ein Schneckenegel saugt sich fest,
bis dass die Beute Blut ihm lässt.
Bachflohkrebse selten jammern,
solang sie an dem Weibe klammern.
An einer sonnigen Uferstelle
Tanzt die Gebänderte Prachtlibelle.
Ist die Zuckmücke gar eine rote,
Dann ist von Fäulnis sie der Bote.
Wer Rattenschwanzlarven im Wasser sichtet,
der weiß, hier ist wohl viel vernichtet.
Kleine Steinfliegen nagen am Detritus –
Für die großen ist das wohl kein Genuss.
Wenn die Perla im Bach richtig Hunger hat,
dann macht frisches Fleisch sie friedlich und satt.
Eintagsfliegen sind zarte Geschöpfe
Im Bergbach haben sie flache Köpfe.
Was Köcherfliegen in Häusern verbauen,
kann jeder im Bach sich täglich anschauen.

Wer kann das Ergebnis am Ende noch toppen?
Ein Eisvogel fliegend –
den Schnabel voll mit Groppen.

Wann ist ein Bach ein Bach?

Wann ist ein Bach ein Bach?

Im Siebengebirge nah am Rhein
Fand nun zum dritten Male
Ein Jugendcamp statt – dazu lud ein
Der VVS Verschönerungsverein.
In vier Modulen gab’s viel zu tun.
Natur und Kultur zu erlernen.
Von Stiefeln oder Wanderschuhn
War manches zu entfernen.
Im Modul eins ging es zum Bach,
um Wildnis zu erkunden.
Wir schauten gründlich alles nach
Getier wurd viel gefunden.
Im Walde oben quellennah
War Gutes zu berichten.
Der Bach floss kühl und wasserklar –
Doch nicht gern unter Fichten.
Manch Strudelwurm und Köcherfliege
Die zeigten sich so munter.
Auch Bachflohkrebse zur Genüge
Schwammen mal rauf und runter.
Der wilde Bach er blieb so nicht
änderte sich in Kürze.
Verbaut wurd bald sein Fließgesicht
durch Mauern und durch Stürze.
Das Bett ward faul steckt voller Schlamm
Hat kaum noch Kraft zum Fließen.
Oft bändigt hier ein harter Damm –
Ließ Wellen nicht mehr schießen.
In Rommersdorf wurd es sehr eng.
Hier floss er gar zur Rinne.
Wie ein Kanal gradlinig streng
Verlor er alle Sinne.
Am Ende landet er im Rohr
Verschwand tief unter Asphalt.
Das kam im Ort mehrmals noch vor:
Luft gab`s vom Gullispalt
An manchen Stellen hat er Glück:
Da wellt er fröhlich offen.
Renaturiert im kleinen Stück
darf er hier wieder hoffen.
Sein letzter Weg bis in den Rhein
war wieder voller Tücken.
Ganz lang verrohrt musst er nun sein.
Es fehlt an Raum und Brücken.
Der Möschbach gab sein Wasser her –
Verschwand so ganz im Rheine.
Die letzten Meter waren schwer
bachtraurig – wie ich meine.
Im Wald so wild und plätschernd schön –
Dann baulich schwer geschändet.
Das Jugendcamp hat das gesehn
Und SOS gesendet.

Lieber Biber

Lieber Biber

Im Kinderlied, ja das vom Biber,
 hat dieses Tier nur ständig Fieber!
Auch wissenschaftlich immer wieder
heißt unser Nager Castor fiber!
Sein Pelz und Fleisch war‘n so beliebt,
dass es das Tier fast nicht mehr gibt.
Der einst so scheue, starke Fäller
er duftet nicht mehr auf dem Teller.
Doch ohne jeden Castorzweifel
gibt es den Biber in der Eifel.
Vor zwanzig Jahren kehrt er zurück
und fand im Hürtgenwald sein Glück.
Hier darf er an den Bäumen nagen,
ohn dass die Menschen ihn gleich jagen. Weiterlesen