Warten auf den Rambler

Warten auf den Rambler

Bobbie James so hieß ein besonderer Rosenstrauch,
in dessen Lebenslauf ich heute tauch.
Es mögen so etwa zehn Jahre her sein,
da kam diese Pflanze in unseren Garten herein.
Mit voller Absicht war diese Rose gewählt,
weil sie sich weniger beim Hochklettern quält.
Prophezeit waren Höhen von zehn Metern gut,
die dieser Rambler richtig gern klettern tut.
Die ersten Jahre schob Bobbie James viele lange Triebe –
doch zum Klettern fehlten die Kraft und die Liebe.
Zwei Meter hat die Pflanze mit Mühe geschafft.
Dann endete der Schwung verließ sie die Kraft. Weiterlesen

Ins Natürliche verwildert

Ins Natürliche verwildert

Vor Jahren stand im Garten hier
eine edle Rose von höchster Zucht.
In Blütentracht war sie voller Zier
von vielen Augen gern besucht.
Ihr Edelreis erkrankte dann.
Es trocknete bald Ast um Ast.
Ziemlich tot erschien sie irgendwann.
Vom Holze löste sich schon Bast.

Ich wollte sie eigentlich entfernen.
Da sah ich tief unten einen Trieb.
So sollte ich wohl wieder lernen,
dass die Natur hier anders schrieb. Weiterlesen

Regenrosen

RegenroseRegenrosen

Dass Sommer ist, lässt sich kaum fühlen.
Hastige Wolken am Himmel wühlen.
Der Wind lässt seine Fäuste fliegen,
bis Äpfel auf dem Boden liegen.
Die Luft so kalt und regenschwer
Das Wärmekonto ist längst leer.
Manch Blumenkelch bleibt heut geschlossen.
Das Blattwerk spiegelt übergossen.
Der Boden atmet schwer und tief.
Erstarrter Falter schläft so tief.
Nun steh ich an dem Rosenbeet –
wo gestern noch ein Duft geweht,
der mich verzaubert hingerissen –
der Nase war’s ein Leckerbissen. Weiterlesen

Lausige Zeiten

Lausige Zeiten

Juni ist die Zeit der Rosen
Mit den Düften ganz famosen
Üppig stolze Blühgesichter –
Manchmal auch ein wenig schlichter.
Rosen zeigen schönste Pracht,
wenn die Sonne auch noch lacht.
Viele junge Triebe schießen –
Daraus neue Knospen sprießen.
Doch was sitzt dort dicht an dicht:
Laus um Laus und jede sticht
In den Spross und saugt sich Saft
Nimmt der Rose ihre Kraft.
Jedes Tier hat seine Stelle
Trinkt aus ihrer Futterquelle.
Wenn das hier so weiter geht,
traurig es ums Blühen steht.
Knospe schwindet und wird matt,
weil sie keine Nahrung hat.
Traurig trocken hängt der Rest,
den das Lausvolk übrig lässt.
Was kann ich denn hier nur machen?
Helfen nur noch giftge Sachen?
Marienkäfer sind hier Waffen,
die die Läuse meuchelnd schaffen.
Lausige Zeiten weit und breit
Und das immer zur Rosenzeit.
Es blühen immer schönste Rosen –
Auch wenn Läuse uns erbosen

Novemberrosen

Novemberrosen

Am Totensonntag blühen rote Rosen.
Auch weiße blicken offen heut ins Licht.
Der Reif will alles zärtlich kalt umkosen,
Eh späte Schönheit frostig dann zerbricht.
Noch junge Knospen an dem Rosenstrauche
Sie hoffen auf die Milde in der Nacht.
Des Schornsteins dauerndes Gerauche
Uns die Gefühle langsam kälter macht.
Die helle Sonne scheint uns schon seit Wochen.
Nur zäher Nebel kämpft mit Strahlenmacht.
Nächtliches Eis wird in der Früh gebrochen –
Bis mittagswarm die Sonne wieder lacht.
Es blüht noch viel im späten Herbstesgarten.
Manch Blume zeigt ihr farbig Konterfei.
Ob sie die Bienen wirklich noch erwarten –
Wie einst im wonnenhaften Mai?
Ans Haus gelehnt blüht gelb Winterjasmin –
Bringt uns zurück in die Novemberwelt
Kraniche seit Tagen nicht mehr ziehen.
Mein Rosenblick hat mich so froh erhellt.

Oktoberrosen

Oktoberrosen

Wie zukunftsfroh schaut diese Rose
Oktober ist es schon so spät.
Nächte umreifen zart die Moose
In Wassers Haut nun Eis gerät.
Ganz nah am Teich in hohler Weide
Beginnt das Blühen noch einmal.
Getupft wie auf dem Sommerkleide
straht zartes Rot aus Knospenschar.
Der Sonnenstrahl bricht durch die Blätter
Bringt Farbenkraft mit seinem Licht.
Bei allerschönstem Sonntagswetter
Dank ich dem Herbst für sein Gesicht.
Vielleicht ist dies die letzte Phase
Mit Rosenrot, Libellenflug.
Am Spinnennetz hängt meine Nase
zeigt Mückenreste mir genug.
Oktoberrosen machen Laune
Ich sing mit mir und spring nach vorn.
Ich seh nicht mehr das Dunkelbraune
Sondern das Leben in dem Korn.
Bald wird der Frost wohl härter strafen.
Die Heidejungfer bleibt vermisst.
Das bunte Leben muss nun schlafen.
Oktoberrose sich verschließt.
Doch richtig gut tat letztes Blühen
Die Bilder sammle ich in mir.
Lasse sie im Herzen weiter glühen,
damit ich sie nie mehr verlier.