Gerhard Laukötter's Blog

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Sandrosen Was die Natur aus sich so schafft, mein alter Schädel nur wenig rafft. Das Lebendige etwas näher zu begreifen, dass kann mein Sinn schon lange schleifen. Selbst das, in dem kein Leben haucht, schon mehr als meinen Verstand verbraucht. Am Ende bleibt einfach nur staunen. Das begeistert schnell dann meine Launen. Heut hab ich mir was mitgebracht. Ein Mineral hat mich angelacht An einem trüben Januarmorgentag das gute Stück auf dem… Weiterlesen

Briefmarkenmelancholie Es war das Jahr des Wunders von Bern. Ich erinnere mich an das Jahr noch gern. Nicht wegen des Fußballs sondern wegen meiner Tante Hety; denn gerade sie schenkte mir zu meinem Schulbeginn ein Briefmarkenalbum – wohl mit dem Sinn, diese zu sammeln und zu vermehren. Nach immer den Neuen zu begehren. Eine Lupe, eine Pinzette gehörten dazu. Jetzt ließen mich die Marken nicht mehr in Ruh. Von jedem Brief, jeder… Weiterlesen

Muschelmeer Warum liebe ich so die brausenden Wellen, die im Strandsand berstend in sich zerschellen? Weshalb erfüllt mich der unendliche Horizont, der von tiefster Sonne so feurig besonnt? Meia Praia heißt dieser faszinierende Flecken, wo ausufernde Wasser Muschelschalen belecken. Eigentlich nur tote Skelette kalkmanifestiert sind sie durch Fluten an den Strandsand saltiert. Ein Meer halber Schalen bezeugt altes Leben. Im tieferen Wasser wird es Natürliches geben. Venus- und Herzmuscheln sind aufs Engste… Weiterlesen

Seeliliensterne Ein Kasten voller kleiner Fossilien darunter auch einige Seelilien kam unlängst zu mir als lauter versteinertes Getier. Irgendwann waren die Stücke wissenschaftlich interessant. Was man damals an den Fundstätten so fand, wurde taxonomisch bestimmt und archiviert, bis sich die Aufmerksamkeit wieder verliert. Das akribisch Gesammelte erfüllt nun keinen Zweck. Also können Ammoniten, Brachiopoden und Crinoiden weg. In der Kiste war weniger Spektakuläres drin. Doch bei den kleinen Fundstücken machte es Sinn,… Weiterlesen

Bergkristallin Als wär es allerreinstes Eis so überhell und strahlend klar doch scheint die Sonne noch so heiß bleibt dies Gebilde hart und starr. Kristalle blenden all das Licht, treten sie bergtief erst zu Tage. Ein Glanz, der sich auf Seiten bricht, stellt alle Schönheit außer Frage. Bergkristalle kennen keine Farben: Das pure Sein in lichter Form. Sie wirken fast wie Göttergaben Naturgesetze sind die Norm. Manch Bergkristall wächst unermesslich. Zwei Meter… Weiterlesen

Fischgrätmuster Im Solnhofer Schiefer der Jurazeit haben Sammler die Gelegenheit, Erdgeschichte aufzuspalten. Was sie dann in den Händen halten, ist stundenlang nur nackter Stein. Suchen befriedigt dann allein. Manchmal hat Sammler etwas Glück. Da hängt im Jura doch ein Stück von einem Tier – lang, lang ist’s her – Da schwamm es munter hier im Meer. Ich suchte selbst vor vierzig Jahren mit damals reichlich dunklen Haaren. Seelilienreste, Ammonitenschalen belohnten mir die… Weiterlesen