Schafkopfkunst

Schafkopfkunst

Zwei Findlinge im Gras gelegen
zu schwer, um sie noch zu bewegen,
die inspirierten Kunstideen.
Das Ergebnis lässt sich wirklich sehen.
Ein Stückchen Blech gut portioniert
zwei Ohren seitlich anliiert –
das Ganze pechschwarz glatt lackiert:
schon ist ein Schafkopf konstruiert.
Das Kunststück lebt stark vom Design,
klebt angeschmiegt fest am Gestein.
Zwei Schafe ruhen brav im Gras
perfekte Kunst nenne ich das. Weiterlesen

Weidegänger

Weidegänger

Mit einer Schafherde oder Ziegen
auf andauernde Weltreise zu gehen
spart viel Kerosine, die beim Überfliegen
der Kontinente durch die Lüfte wehen.
Sich nur von dem zu ernähren,
was die Orte der Begegnung mir bieten,
sich gegen die Globalisierung zu wehren
weder ein Haus besitzen – oder mieten,
das wird von 1 000 Menschen nicht einer wollen.
Reiche leisten sich kostenlos die Armen.
Stickoxidgiftige Autos, die auf Straßen rollen,
kennen mit Klimaschutz wenig Erbarmen.
Abseits davon lässt ein Schäfer seine Herde ziehen.
Seine Hunde helfen ihm dabei, die Tiere zu hüten.
Anderswo Menschen über Grenzen fliehen,
aus Ländern, in denen Hass, Gewalt, Fanatismus wüten.
Die letzten Schäfer sind überall willkommen.
Sie wirken eher wie ein Stück lebendiger Geschichte.
Wie viele von den Flüchtlingen werden aufgenommen?
Entscheiden darüber Politiker oder deren Gerichte? Weiterlesen

Kratzdisteln

P1130267Kratzdisteln

Unsere Schafe machen einen großen Bogen herum.
Denn sie sind im Fressen wirklich nicht dumm.
Kaum lässt eine Kratzdistel ihre ersten Blätter sehen,
ist es um jede nahe Freundschaft auf Dauer geschehen.
Mit spitzen Dornen gänzlich böse übersät
wird jedes Blatt zum perfiden Abwehrgerät.
Sollte ein Wiederkäuer hier gerade fressen,
wird er die schmerzhaften Wunden niemals vergessen.
Die fiesen Dornen stechen und schneiden
alle die, die hier so ahnungslos weiden.
Was können Disteln sich so heftig wehren.
Ihre Stacheligkeit lässt sich stellenweise kaum noch vermehren.
Doch Blattläuse kümmert das wirklich nicht.
Sie saugen an Stängeln – dicht an dicht.
Aus dem Weidegrün ragen Brennnesseln und Disteln empor.
Sie stehen im engen Verbund fast da wie im Chor.
Jetzt zur Sommersonnenwende ein Rotviolett
leuchtet zum Himmel – die Distel wird nett.
Herrliche Blütenköpfe so verlockend wie schön
lässt die Skyline der Wiese nun überall sehen.
Hummeln und Falter, Fliegen und Bienen
sind durch die Reize recht zahlreich erschienen.
Auch einige Käfer sind brummend hinübergeflogen,
sind dem frischen Nektar wohl sehr gewogen.
In der Blüte wird die Distel zum freundlichen Wesen.
Die garstigen Blätter eine andre Botschaft lesen.
Wenn später dann tausende Samen reifen,
Distelfinken über die Wiesen her streifen.
Der Herbstwind fegt die alten Blütenstände dann leer –
sorgt eifrig für die Kratzdistelwiederkehr.

Weiterlesen

Lämmerliches (2)

SchafeLämmerliches (2)

Fünf Monate sind nun verstrichen,
Der Herbst hat Grünes fahl geblichen
Oder gar purpurrot entflammt –
Bevor zur Fäulnis es verdammt.
Die Lämmer, die so niedlich waren
Mit ihren krausen weichen Haaren,
Sind stämmig nun und voller Kraft
Und stehen als Böcke schon im Saft.
Das nette Schafsfamilienglück
Verändert sich so Stück um Stück.
Die eingewollten süßen Dinger
Sie saugten mir so gern am Finger. Weiterlesen

Gans interessant

Gans interessant

Wir liebten stets das Federvieh
Und oft ergab sich irgendwie,
dass wir ein Huhn oder gar Gans
im Arme hielten wie der Hans
doch der verspielte bald sein Glück
uns blieb jedoch manch Vogelstück.
Vor einem Jahr bekamen wir
Zwei graue Gänse als Getier,
Die suchten beide ein Zuhaus –
Da wurde eine Freundschaft draus.
Wir dachten erst, wir hätten Damen
Und suchten folglich für sie Namen.
Sie hießen fortan Doro , Thea
und kamen unsren Schafen näher.
Die ältere hat böses Pech,
die holte uns der Fuchs wohl weg.
Nun war die Doro ganz allein
Und wollt am liebsten Schaf nur sein.
Die Tiere waren unzertrennlich
Und Doro wurde plötzlich männlich.
Er war von nun an der Theo
Wir mochten ihn ja sowieso.
Die Hühner konnt er nicht mehr leiden.
Er jagte sie von seinen Weiden.
Die Schafe liebt er um so mehr.
Zog immer watschelnd hinter her.
Doch dann kam plötzlich diese Hilde
Eine weiße Hausgans – gar nicht wilde.
Sie wurd uns einfach so geschenkt,
als hätt das Schicksal es gelenkt.
Der Theo scheucht das weiße Ding.
Man sah, wie fauchend er dann ging
Auf diesen großen Störenfried –
unfreundlich das Begrüßungslied.
Geliebt wurden wie ehe die Schafe –
Verachtet Hilde diese brave.
Doch irgendwie merkt der Theo:
Die Gans macht seine Sinne froh.
Er nähert sich von Tag zu Tag
Und bald da sah ich, wie er lag
Ganz dicht an dieser Gänsefrau
sah ihr ins Auge – tief ins Blau.
Die Treue zu den Schafen schwand,
seit er die neue Liebe fand.
Wir freuen uns übers Happy-end,
seit Theo seine Hilde kennt.
Vielleicht paart sich mal Grau mit Weiß,
Wenn Federflirt wird richtig heiß.

Die Quittenfresser

Die Quittenfresser

So quittengelb war es lange nicht –
Die Bäume trugen kaum das Gewicht.
Der Sonnenherbst ließ die Quittenglocken
Reifen, duften und zum Verzehre locken.
Das harte Obst wird als Gelee sehr fein.
Da beiß ich gern ins Brot hinein.
Gelee gekocht wie lang nicht mehr –
Das Früchteputzen fiel längst schon schwer.
Hunderte Gläser waren bald voll.
Das war weit mehr als das übliche Soll.
Die schönen Früchte wurden verschenkt
Überflussquitten so weitergelenkt.
Lange lagern lässt sich dieses Obst auch nicht –
Es fault recht leicht mit verletztem Gesicht.
Wohin mit den allerletzten vom Quittenbaum? –
Das wurde fast schon ein böser Traum.
Unsere Schafe fraßen zuvor recht gern
Das gekochte Quittenmus samt Gehäusekern.
Da streuten wir ein paar Früchte in den Trog,
was unsere Tiere sehr schnell anzog.
Abbeißen von der Quitte, das klappte nicht,
was kaum für die Zähne der Schafe spricht.
So mussten sie die Frucht als Ganzes kauen:
Das war wiederum sehr lustig beim Schauen.
Den Kopf im Nacken, damit die leckere Frucht
Nicht den Weg aus dem Maul auf den Boden sucht.
So kauen sie synchron – tragen die Nasen hoch.
Am Ende landet die Frucht in den Magen doch.
Doch bis dahin gibt es richtig viel zu lachen:
 Quittenfresser lassen es fruchtig krachen.