Aufblicken

EttalAufblicken

Wenn nach nächtlich tiefem Schlaf
unsere Augen Bilder schenken,
wird der Anblick langsam scharf:
in uns fängt es an zu denken.
Erstes Bild zeigt oft die Decke
leere Fläche ohne Sinn.
Wenn ich dann die Uhr entdecke,
weiß ich, wo ich stündlich bin.
Aufzublicken, Himmel sehen
nach einem kurzen Wiesentraum –
Cirruswölkchen schwebend stehen –
denn Bewegung sieht man kaum.
Zu dem Vater aufzublicken,
dass war kindlich angesagt.
Ein Gebet zum Schöpfer schicken
Nöte wurden so beklagt.
Das Elternbild relativiert
zeigt neben Licht auch alle Schatten.
Der große Gott an Wert verliert.
Ehrfurcht weicht,
wie wir sie hatten. Weiterlesen

Schweinische Träume

SchweinSchweinische Träume

Im zweiten Schlaf hat ich den Traum,
dass mir im Bach – man glaubt es kaum –
ein rosarotes Ferkelkind
im Wellentempo sehr geschwind
ganz munter in die Arme schwamm –
triefnass ich in Empfang es nahm.
Es äugelte mich freundlich an.
Ein helles Grunzen ich vernahm.
Da war es schon um mich geschehn –
Wie sollte das nur weitergehn?
Sollt ich jetzt Schweinchenmutter werden?
Das Ferkelwohl nur nicht gefährden,
das war Devise für die Zeit,
Zur Flüchtlingshilfe war ich bereit.
Ich dachte erst: Was trinkt es nur?
H-Milch verdünnt oder doch pur? Weiterlesen