Verdammt lang her

Verdammt lang her

Verdammt lang her,
dass dieses altbizarre Stück –
kam irgendwann irgendwoher –
fand in meine Hand zurück.
Schier unvergänglich Schalenreste
verbacken sedimentär mit Kies.
Erhaltungszustand kaum der beste
aber bei weitem auch nicht mies.

Verdammt lang her,
seitdem Muscheln wie Schnecken
in diesem Konglomerat fest stecken.
Von weitem betrachtet da erscheint
das Ganze zerbrechlich – wie man meint.
Ich möchte alles in Schichten zerlegen.
doch von wegen!
Kein Krümel löst sich vom Verbund.
Höchst sonderbar bleibt dieser Fund. Weiterlesen

Schneckenhäuser

p1150644Schneckenhäuser

So manches Tier lebt viel zu nackt,
dass es sich besser gut einpackt.
Ist Köcherfliege junge Göre,
baut es für sich ne Wohnungsröhre.
Der Muschelkörper fühlt sich weich.
Eine Schale löst dies Problem sogleich.
Manch Schnecke sieht sehr vornehm aus,
kriecht sie umher im eignen Haus.
Am Anfang ist dies winzig klein –
da muss ja auch nicht viel hinein.
Doch wächst das Haus nun jeden Tag
Vom Mantelrand kommt Kalkbelag.
Innen und außen schützt eine Haut,
die nicht sehr selten hübsch ausschaut.
Das leere Haus bleibt ewig schön.
Ich will es immer wieder sehen.
Die größten kommen aus dem Meer.
Die kleinsten lieben Quellen sehr. Weiterlesen

Im Schneckentempo

P1130567Im Schneckentempo

Zwei Weinbergschnecken zeigen mir,
wie Tempo schleicht gerade hier.
Fast jedes Foto macht sich scharf
bei solchem Schnelligkeitsbedarf.
Die Schalentiere schleimen sanft
sind an der Sohle kaum verkrampft.
Ganz lautlos ohne jeden Schritt
hält Langsamkeit und Ruhe fit.
Die Fühler sind weit vorgestreckt,
damit die Schnecke früh entdeckt,
was ihrem Weg sich quergestellt
so hat sie alle Zeit der Welt,
auf nichts zu spät zu reagieren,
um Gelassenheit so zu verlieren.
Die Wege kreuzten sich momentan.
Jetzt schleicht wohl jede seine Bahn.
Die Ziele dieser beiden Schnecken
sich vorschleichlich wohl nicht mehr decken. Weiterlesen

Schnirkelschnecken

P1000256Schnirkelschnecken

Wenn man sie aufsucht,
sind sie immer zu Haus.
Bei nieseligem Wetter
Kommen sie gern auch heraus.
Wie beim Wurm, sich im Nassen regen,
Dabei auch noch Kontakte pflegen,
Das ist ihre Daseinsdevise
Im Garten, am Saumrand der Wiese.
Ihre Körper gleiten sehr weich.
Sie sind am Schleime so reich.
Unter dem wulstigen Fuß
Bleibt Sekret stets im Fluss.
An der Stirn treten Fühler hervor
Hätte sie welche – dann vor dem Ohr.
Auf der Fühlerspitze erscheint,
Wie der Betrachter meint,
Ein kleiner schwarzer Fleck.
Fast wie ein Klümpchen Dreck.
Es sind aber Schneckenaugen,
die nicht allzu viel taugen. Weiterlesen

Schleimzauber

SchneckenschleimSchleimzauber

Am feuchten Abend, in der Nacht
Hat eine Schnecke Schleim gemacht.
Im Schneckentempo ja da kroch
Sie einen Stängel langsam hoch.
Am Ende ragt die Blütendolde
da schlich sie hin und her die Holde.
Sie hinterließ am Blütengrund
Einen Schleimesfilm so kunterbunt.
Heut Mittag schillert er und glänzt –
Hat traute Schönheit noch ergänzt.
Wie Silberschals spannt das Sekret,
Das hier vom Stiel zum Stiele strebt. Weiterlesen

Seltsame Spuren

Seltsame Spuren

Manchmal sind es Kleinigkeiten,
die uns bei näherem Hinsehen
ungeahnte Erkenntnisse bereiten.
Was ist wohl hier geschehen?
Die Gartenbank ist fein verwoben
Mit Spinnenwebenhaut.
Etwas Schillerndes hat mich bewogen,
dass ich hab länger hingeschaut.
Eine silbrige Bahn quer über die Fäden
Bildet rätselhaft hier eine Spur.
So etwas dürfte es nicht geben.
Doch der Beweis der bleibt recht stur. Weiterlesen