Als ob vom Himmel Farben regnen

Als ob vom Himmel Farben regnen

Unser Nachbar ist sehr kreativ
Was hier zu sehen – etwas schief
ist ein in den Raum gestelltes Objekt,
das sich befreit zum Himmel reckt.
An sich verkörpert es nur Glas,
hat von der Tür etwa das Maß.
Dann nahm der Künstler Acrylat
ließ Farben fließen bunt und satt.
So stand die Wand auf grüner Au –
wenn dann der Himmel auch mal blau –
dann war der Garten kunstbestückt
etwas aus der Konvention entrückt.
Der letzte Winter war verregnet.
Dem Werk ist da kein Schnee begegnet.
Der Hintergrund blieb herbstlich grau. Weiterlesen

Eisvogel

Eisvogel

Einen Eisvogel wollte ich schon
immer einmal aus der Nähe sehen.
Heute sollte dies geschehen.
Sein stahlblaues Gefieder
zeigt sich leider aus keramischem Ton.
Das wusste ich aber vorher schon.
Doch mit einer Schneekrone geschmückt
war der Anblick irgendwie verrückt.
Am Schnabel hing ein eisiger Ball,
der stand kurz vor seinem Fall –
als sei der komische Vogel auch noch verkühlt.
Die Fantasie wieder mit mir spielt.
Lassen wir diesen Eisvogel einfach zurück. Weiterlesen

Im Schneetau geboren

Im Schneetau geboren

Das bisschen Schnee von gestern taut.
Was dottergelb hervor hier schaut,
sind Winterlinge deren drei –
sehnen den Frühling schon herbei.
Vor Tagen föhnte warm das Wetter.
Aus dem Boden trieben grüne Blätter.
Bad schob sich hoch ein Knospenrund.
Am anderen Tag war es hier bunt.
Frühlingserwachen währte kurz.
Beim nächsten Winterkältesturz
streuten die Wolken Schneekristalle. Weiterlesen

Geknickt

Geknickt

Was mein Auge im Schnee erblickt,
ragt einsam aus dem Teich – total geknickt.
Ich ahne kaum, was es mal war.
Doch spätes Schicksal kommt mir nah.
Stolze Blätter im prallsten Grün
gab es im Mai wohl hier zu sehen.
Doch lang vorbei sind Wonnezeiten –
der Rest so leer von Eitelkeiten.
Im späten Sommer ging es los,
war einstige Stärke nicht mehr groß.
Das Blatt hing schlaff mit gelber Spreite
Bald knickte es einfach zur Seite. Weiterlesen

Nur Schnee von gestern

Nur Schnee von gestern

Das sieht schon ziemlich affig aus:
Ein Schimpanse weiß im Morgenschnee
Doch diesen kleinen Augenschmaus
ich längst schon nicht mehr vor mir seh.
Fast so schnell, wie er zu Boden sank
schmolz der Schnee auch wieder fort.
Der Winterepisode gebührt mein Dank
für diesen so zartweißen Ort.
Ein paar Stunden zeigt sich hier Idylle
ein Wintermantel gerad für einen Tag.
Da kommt schon etwas Vorfreudestille,
die ich zur Weihnachtszeit gern mag. Weiterlesen

Ein wenig Schnee

P1130477Ein wenig Schnee

Ein wenig Schnee
der tut kaum weh.
Die weiße Pracht
segelte sacht
aus dunkler Nacht.
Mit Puderzuckerglitzerstreu
macht er die Welt wie winterneu.
Die Blume gelb noch aufgeblüht
ist plötzlich starr und eisgekühlt.
Dort, wo die Erd noch bodenwarm,
sie erstem Schnee das Dasein nahm.
Dem Mauerstein schon windeskalt
der Schnee füllt ihm den Fugenspalt.
Ein wenig Schnee kann so beglücken –
kann meine Spur in ihn heut drücken.
Ein wenig Schnee so federleicht
fast einem Zauberakt schon gleicht. Weiterlesen

Zärtlich verzweigt

zärtlichesZärtlich verzweigt

Ein Hauch von Schnee hat über Nacht
die Zärtlichkeit dem Wald gebracht.
Auf jedem dunklen Winterast
liegt schmeichelnd eine Federlast.
Der Baum, der gestern düster schaut,
erscheint im Morgenlicht als Braut,
die sich im weißen Federkleid
so elegant den Welten zeigt.
Ein wenig Schnee reicht da schon aus.
Für Wintermäntel gibt`s Applaus.
Die Zweige schwingen plötzlich leicht.
Ein Flöckchenpelz alleine reicht,
die Schwere aus dem Bild zu wischen
und Flockenschweben einzumischen. Weiterlesen

Snowbells

SchneeglöckchenSnowbells

Januarschnee schmilzt zart dahin,
lässt Winterkleid erweichen.
Im nassen Weiß ganz mittendrin
Blüht auf ein Frühlingszeichen.
Schneeglöckchen läuten hell im Hauch,
der ziellos umher windet.
Am dornbewehrten Rosenstrauch
Sich letzte Butte findet.
Im Winter bleibt manch Glöckchen still.
Fern ist das Maiensummen.
Die Pflanze dennoch strahlen will –
Ganz ohne Majas Brummen. Weiterlesen

Der Schnee von morgen

SchneegesichtSchnee von morgen

Zum Jahresende fragt mancher sich:
Was wird die Zukunft bringen?
Prognosen sind nicht sicherlich –
So vage wie sie klingen.
Ganz ungewiss auf weite Sicht
bleibt allemal das Wetter.
Nur Sonne zündet stetig Licht
Manch armes Schwein wird fetter.
Der Blick nach vorn voll Widerspruch
Ahnung fühlt nicht nur Gutes.
Vielleicht geht Heiles ganz zu Bruch.
Und auch die Art des Mutes.
Was kümmert mich
der Schnee von morgen?
Die Welt dreht weiter sich gewiss.
Im Innersten da wogen Sorgen.
Der Weg wird plötzlich Hindernis.
Traumbilder gaukeln durch den Kopf
erzeugen Illusionen.
Gefüllt bleibt mir ein warmer Topf
Nicht nur mit Brei und Bohnen. Weiterlesen

Der erste Schnee

BlütenblätterDer erste Schnee

Der erste Schnee fiel im April,
weil unser Frühling das so will.
Keiner muss voll Sehnsucht warten –
Hauptsache er hat nen Garten.
Dem Winter fehlten kalte Flocken
Kein Kind konnte somit frohlocken.
Frau Holle unbekannt verreist
Mit ihr auch Raureif, Schnee und Eis.
Doch heute trudelt windbeschwingt
Viel Weißes in den Lüften blinkt.
Ein zarter Hauch streicht durch die Bäume
Und schüttelt lockre Flockenträume.
Der Birnbaum und die Mirabelle
Sind für den Schnee die erste Quelle. Weiterlesen