Gerhard Laukötter's Blog

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Pfingstrosenglück Verinnerlichte Schönheit zu beschreiben und dabei in Worten zu bleiben, fällt bisweilen recht schwer: denn das Anmutige ist des Geschriebenen mehr. Zu Pfingsten stehe ich vor einem kleinen Beet, in dem die Päonie seit Jahren nun steht. Je länger sie an dieser Stelle wohnt, die Pfingstrose es mit Blütenreichtum belohnt. Eher enttäuscht war ich noch vor einigen Jahren, wenn da zwischen dem Blattwerk nur einzelne Knospen waren, die sich bald als… Weiterlesen

Ist ein Frosch eigentlich schön? Im launigen April tauchen die meisten wieder auf. Ab Mai haben sie ihren unüberhörbaren Lauf. Zum Oktober hin sind sie erst mal wieder weg. Tief unten im Schlamm liegt ihr dunkles Versteck. Grünfrösche werden diese Kreaturen genannt Sind neben den braunen im Land gut bekannt. Wenn die Sonne den Teich kräftig bescheint, sind bald viele Anbeter am Ufer vereint. Heut hab ich Rana esculenta badend entdeckt und… Weiterlesen

Eine kaputte Schale Es war ein schönes Schneckenhaus. Dann fiel es aus der Hand heraus. Am Boden krachte es dort laut – hat wohl den Sturz nicht gut verdaut. Aus der Schale brach ein krummes Stück. Solcher Moment heißt wohl Unglück. Zerbrochen sinkt der Wert enorm. Das Unversehrte bleibt die Norm. Die Schale war einfach kaputt. War sie nun Müll, ein Häufchen Schutt? Ich konnte plötzlich in sie sehen, konnte in die… Weiterlesen

Regenrosen Dass Sommer ist, lässt sich kaum fühlen. Hastige Wolken am Himmel wühlen. Der Wind lässt seine Fäuste fliegen, bis Äpfel auf dem Boden liegen. Die Luft so kalt und regenschwer Das Wärmekonto ist längst leer. Manch Blumenkelch bleibt heut geschlossen. Das Blattwerk spiegelt übergossen. Der Boden atmet schwer und tief. Erstarrter Falter schläft so tief. Nun steh ich an dem Rosenbeet – wo gestern noch ein Duft geweht, der mich verzaubert… Weiterlesen

23 Blüten Die hübsche Südafrikanerin wirft ihr glühendes Rot mitten in den heißen Sommer. Für den wohlwollenden Gärtnersinn unserer Großmütter bot diese Schwertlilienverwandte, die man so noch nicht kannte, ein wiederkehrendes Sommerglück. Die Vorfahren pflegten das gute Stück, dass es im Winter nicht erfrostete; denn das Knollengut kostete zur damaligen Zeiten mehr als Kleinigkeiten. 23 Blüten sitzen an einem Strang. Da geht das Blühen sehr lang. Jeden Tag öffnet sich ein Feuertrichter… Weiterlesen

Komposition zum Schönen Wie lassen Augen sich verwöhnen grad beim Betrachten von dem Schönen. Doch ist bei uns alles schon schön, wenn es nicht hässlich anzusehn? Der Gang im Garten jetzt im Mai setzt Augenweiden täglich frei. Heut schau ich mir die Iris an – verzückt sie mich in ihren Bann. Die Blüte will Bestäuber locken, die auf der Narbe flüchtig hocken. Zum Fruchten braucht es Blütenpollen, den Pflanzen oft von andren… Weiterlesen

Bienenschön Nun fliegen sie wieder – zwar lockt noch kein Flieder. Doch auch die bunten Kroküsse sind nun voller süßer Genüsse. Auch die vielen Schneeglocken können immer noch verlocken. Der erste Nektar frühlingsfrisch holt reichlich Bienen an den Tisch. Wie wunderbar sind Irisblüten, die ihren Pollen kunstvoll tüten in Kronenblätter prachtgeschmückt, was Apisfräulein sehr entzückt. Sind Blumen eigentlich bienenschön? Was sie auf ihren Reisen sehn, ist eine Farbenflut an Reizen – Blüten… Weiterlesen

Zeitspiralen Ich werfe gern einen Blick zurück In alten Zeiten möcht ich fündig sein. Geschichte bewahrt Zeugen zum Glück So redet zu mir oft ein alter Stein. Der konnte Leben zwar nicht konservieren, zeigt aber doch sein Bild von sich. Fossile stundenlang studieren, bringt viel Geschichte nah an mich. Ich hab davon so viele Puzzlesteine. Manch einer schön, fast unversehrt. So sehr ich denke, fühle, meine, bleibt hier mein Wissen doch erschwert.