Gerhard Laukötter's Blog

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Das Espenlaub Das Espenlaub es zittert nicht. Im warmen Strahl vom Sonnenlicht liegt es am Boden nach dem Sturm. Dort wartet stumm der Regenwurm. Von Rot bis Gelb ja fast in Gold – ist dieses Färbespiel gewollt? – zeigt sich ein jedes einzelne Blatt, das hier der Herbst verzaubert hat. Was hier am Boden liegt ist tot – strahlt dennoch wild im Feuerrot. Nie war das Blatt zuvor so schön. Sein Farbenkleid… Weiterlesen

Bäumemeer Fast wie mit Adleraugen durfte ich sehen ins Meer von Bäumen aus luftigen Höhen. Nie zuvor stand ich so hoch über den Kronen, fühlte mich kreiselnd fast schon so wie Drohnen. Jeder Baum zeigte mir seinen eigenen Kopf Zweige umwogten mähnenhaft den Schopf. Noch ist vom Herbst das Laub kaum koloriert. Leuchtendes Gelb sich ränderlich verliert. Bald färben sich synchron unendlich viele Blätter – warten bunt auf Altweibersonnenwetter.

Vogelspinne Ein Vogel sitzt auf einer Säule ist weder Specht oder gar Eule. Sperrt seinen Schnabel einen Spalt, als käm ein Ton wohl irgend bald. Er kriegt die Klappe nimmer zu. Ihn drückt auch selten mal der Schuh. Er thront einfach auf dem Granit – ist nicht der allergrößte Hit. Er schmückt ein wenig den Vorgarten. Kann stundenlang auf alles warten. Doch heute morgen war er vernetzt. Die Kommunikation die hält bis… Weiterlesen

Sag mir… Sag mir, wo der Regen ist – wo ist er geblieben? Sag mir, wo der Regen ist – Wolken sind so fern. Sag mir, wo der Regen ist – weht nur ständig heißer Wind Klimawandel zu verstehen, lernt vielleicht das Kind. Sag mir, wo die Blumen sind – wo sind sie geblieben? Sag mir, wo die Blüten sind – Buntheit ist so fern. Sag mir, wo die Vielfalt ist Wiesen… Weiterlesen

Lauter Tomaten Früher oder später wurden alle Tomaten rot. Es war zunächst ein überschaubares Angebot. Unreife erröteten später auf Fensterbänken- hatte man zu viele, konnte man sie verschenken. Im Garten suchte man einen recht sonnigen Ort hütete und pflegte sie als wäre es Gartensport. Wer hat die ersten, meisten und größten? Tomaten Wettkampfstimmung auslösten. Seit einiger Zeit erleben unsere Tomaten eine Vielzahl an ganz neuen Saaten. Sie sind gelb, schwarz oder dunkel… Weiterlesen

Boviste Ein Kartoffelbovist ist das wissen wir weder Pflanze noch Tier. Machen wir es mit der Namenserklärung kurz. Bovist heißt frühneuhochdeutsch: Füchsinnenfurz. Ist der Pilz reif voller Sporen, kracht es beim Platzen um die Ohren in etwa so wie bei einer Gaseruption mit verräterischen Ton. Die alte Frau Fuchs musste herhalten für den Vergleich mit den Darmwindgewalten. Jetzt sieht man wieder Boviste schießen warzige Kugeln sprießen zu einer Knolle im Kartoffellook. Platzt… Weiterlesen

Herbstbuntes Wer malt seit Tagen knallrot Äpfel bunt? Sie leuchten weit wie Weihnachtsschmuck. Früchte so schwer und fast kugelrund, dass bei jedem festen Daumendruck mir frischer Saft spritzt feucht entgegen. Nicht jede Sorte reift mit anderen zugleich. vielwochenlanger Erntesegen macht Gaumen froh, aromareich. Birnen erröten dagegen seltener nur. Sie lieben braune, gelbe Reifetracht. Bei einigen bleibt immergrün die Fruchtkultur Da knick ich ab mir zuckersüße Pracht. Der Wilde Wein versinkt in purpurrote… Weiterlesen

Pilzragout Im September sprießen sie, wenn Regenfeuchte auf Spätwärme trifft. Nun kommt die Pilzezeit, denn Fruchtkörper locken mit Aroma und Gift – Pilze überall gegenwärtig und doch die unbekannten Wesen, mit glattem Hut oder bärtig oder im Kreise als Hexenbesen. Gestern auf der Wanderung durch den Siebengebirgswald – es war weder warm noch kalt, waren sie aus dem Boden geschossen: die ganz kleinen und die megagroßen. Nur ein paar kannte ich wieder…. Weiterlesen

Der müde Weiher Was war das doch ein buntes Treiben: Der Weiher lud täglich zum Tanztee ein. Die Gäste wollten endlos hier wohl bleiben. Doch heute bleibt der Wassersaal allein. Herrlich geschmückt der sommerliche Uferrain mit Felberich, Blutweiderich und Wasserdost. Der Blütenduft lotst viele Flügeltiere ein – versprach Besuchern reichlich süße Kost. Seit Tagen bleiben Sommergäste aus. Die Seerose verschließt ihr letztes Blütenweiß. Spitzschlammschnecken kriechen tiefer in ihr Haus. Im spröden Röhricht… Weiterlesen

Der alte Sommer Dem Sommer werden die Knie weich Im Morgen schwebt ein Nebelreich. Der heiße Hauch der letzten Wochen hat sich ins Herbstlaub kühl verkrochen. Sonne lüftet langsam Gardinen, die alles zu verbergen schienen. So schwer hing lange nicht mehr Tau. Wie ich auf späte Rosen schau, da triefen sie voll Regenblut. Windesstillheit schützt sie gut. Dem frühen Licht fehlt jedes Grelle. beleuchtet wunderbar die Stelle, wo Spinne Seidengarn vernetzt.