Gerhard Laukötter's Blog

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Der müde Weiher Was war das doch ein buntes Treiben: Der Weiher lud täglich zum Tanztee ein. Die Gäste wollten endlos hier wohl bleiben. Doch heute bleibt der Wassersaal allein. Herrlich geschmückt der sommerliche Uferrain mit Felberich, Blutweiderich und Wasserdost. Der Blütenduft lotst viele Flügeltiere ein – versprach Besuchern reichlich süße Kost. Seit Tagen bleiben Sommergäste aus. Die Seerose verschließt ihr letztes Blütenweiß. Spitzschlammschnecken kriechen tiefer in ihr Haus. Im spröden Röhricht… Weiterlesen

Der alte Sommer Dem Sommer werden die Knie weich Im Morgen schwebt ein Nebelreich. Der heiße Hauch der letzten Wochen hat sich ins Herbstlaub kühl verkrochen. Sonne lüftet langsam Gardinen, die alles zu verbergen schienen. So schwer hing lange nicht mehr Tau. Wie ich auf späte Rosen schau, da triefen sie voll Regenblut. Windesstillheit schützt sie gut. Dem frühen Licht fehlt jedes Grelle. beleuchtet wunderbar die Stelle, wo Spinne Seidengarn vernetzt.

Übermütig Übermütig voller Freuden Stürzen sie zum Wasser hin. Wollen keine Zeit vergeuden Nächstenliebe nur im Sinn. Pärchenweise schießen sie Durch des Schilfes schlanken Speere Einen Crash zeigen sie nie. Nichts kommt ihnen in die Quere. Voller Glut zum Abenteuer Jeder möchte doch ans Ziel. In der Luft brennt hier ihr Feuer, zwischen Leidenschaft und Spiel. Werben ohne Atempause Nur der Erste kommt zum Glück. Mal piano – dann Gebrause Mal noch… Weiterlesen

Falllaub Seit Wochen lösen sich die Blätter Und das sogar bei jedem Wetter. Manchmal genügt ein Windeshauch Da landet Blatt auf seinem Bauch. Auch wenn die Herbstsonne warm scheint, wird Blätterwerk vom Ast entbeint. Gibt es mal einen Regenschauer, ist das Verhältnis nicht von Dauer, das mancher Baum dem Blatte hält – mit schwerem Tropfen es dann fällt. Mein Blatt macht sich zum Abgang schön, Ist leuchtend rot nun anzusehn. Ganz quittengelb… Weiterlesen

Haselnüsse Im Herbstwind rüttelt das Gebüsch Die Morgenluft schon feucht und frisch Und Äpfel sich rot schminken Blätter zu Boden sinken. Am Haselstrauch wird es nun laut, So wie man auf den Boden schaut, liegen da braune Nüsse als erntefrische Grüße. Nach jedem Windstreich fallen sie Und zwingen mich tief in die Knie, um Schätze aufzuheben, die mir Genüsse geben. Das Jahr war blütengut. Die junge Haselbrut Wuchs kräftig in die Dicke.

Richtig abgestaubt Der Sommer war ein ziemlich nasser Gewaltig floss das warme Wasser Auf Feld und Flur und Waldeserde, Damit es dort morastig werde. Nicht jeden stimmten Güsse froh, weil nach Gewitter Hitze floh. Dies Auf und Ab der Temperaturen Verstörte Mensch samt Kreaturen. Wie ich unlängst im Wald spazierte, den Blick zum Boden oft riskierte, da sah ich sie in großer Zahl: denn Pilze wuchsen überall. Hier Zunderschwamm, da Schwefelkopf, Maronenröhrling… Weiterlesen

Im Fadenkreuz Im Fadenkreuz – das klingt nicht gut. Da ist man äußerst auf der Hut. Manch Netz ist tückisch aufgespannt. Das Opfer bleibt noch unbekannt. Soll nur der Zufall blind entscheiden, wer hier in Kürze wird bald leiden? Wer hängt im Fadenkreuze fest, das selten wieder frei was lässt? In der Natur ist es die Spinne. Sie schärft zum Fangen ihre Sinne. In ihrem feinen Seidennetz, so mancher jäh sein Leben… Weiterlesen

Weiße Schirme Wie kann aus modrig faulem Holz Ein blütenweißer Pilz nur sprießen? Fruchtkörper zeigen vollen Stolz Ich will den Eindruck schier genießen. Aus totem Leib tief aus dem Baum Beginnt es weiß zu treiben. Ein zarter Hut fast wie ein Traum Will kurze Zeit nur bleiben. Am Fuß vom Holz der Quellbach spielt Mit seinen weichen Wellen. Ein Strudelwurm nach oben schielt. Er mag’s nicht gern im Hellen.

Dinner für den Admiral Es war einmal Ein älterer Admiral. Der gaukelte Umher im warmen Septemberlicht – Was für ihn spricht – Er war auf der Suche Erregt vom Geruche Nach süßen Genüssen – Nicht etwa Küssen – Überreife Früchte belebten die Süchte. Wundersame Düfte Durchwirkten die Lüfte. Der alte Admiral roch Den fauligen Apfel doch. Seines Fleisches Süße Sandte gierige Grüße Zum Fühler hin Der riechende Sinn Brachte das Faltertier Dann… Weiterlesen

Fette Henne Wir haben es nicht mit einem Suppenhuhn zu tun. Diese Fette Henne, So wie ich sie kenne, Blüht Mit viel Nektargemüt Vom späten August In den Herbst hinein. Manch Insektenbein Läuft über den Blütenteller In rot, rosa Und heller. Wenn die Fette Henne wieder blüht, Pfeif ich ihr mein erstes Herbsteslied. Keine Blume, die ich im Garten kenne, ist mütterlicher als meine Fette Henne. Wenn die Fette Henne wieder blüht,… Weiterlesen