Filipendula – der zarte Duft des frühen Sommers

Filipendula –
der zarte Duft des frühen Sommers

Als würde der Holunder noch einmal blühen –
ein feinsüßer Duft schwebt um mich her.
Die letzte Junisonne beginnt zu glühen.
Die Schritte macht das ziemlich schwer.
Stolz steht das Mädesüß am Gartenteich,
reckt sein Blühwerk hoch gen blauen Himmel.
Das milde Weiß strahlt vornehm bleich –
alle Rispen voll Gewimmel.
Filipendula lädt heut köstlich ein.
Ihr Duft lockt reichlich Gäste. Weiterlesen

Schlangensonnenbad

Schlangensonnenbad

Wann habe ich eigentlich
die letzte Schlange gesehen?
Da muss ich schon weit
zurück in Erinnerungen gehen.
Waren es zehn oder zwanzig Jahre –
da hatte ich kaum graue Haare –
als ich an einem so warmen Sommertag
mit meinen Augen vor einer Otter
oder doch einer Natter lag.
Meine Begegnungen mit Schlangen
sind alle viele Jahre zurückgegangen.
In den heimatlichen Naturkulissen,
dass sollte ich inzwischen wissen,
kommen die beinlosen Tiere eher selten vor. Weiterlesen

Wenn das Hechtkraut blüht

Wenn das Hechtkraut blüht

Wenn das Hechtkraut blüht,
im Gartensommer Herbstliches heranzieht.
Am Teich schwindet die Zahl der Seerosensonnen
Jeden Tag werden immer mehr Netze gesponnen.
Von den Bäumen fällt jetzt schon das erste Laub
Bienen finden immer weniger Blütenstaub.
Johannisbeeren funkeln seit Tagen rot.
Der Amselmagen kennt daher keinerlei Not.
Die Vögel mögen kaum noch Kirschen fressen.
Diese bleiben am Baum fast wie vergessen.
Das tägliche Froschkonzert wird öfter abgesagt.
Das Hochzeitsquaken scheint nicht mehr gefragt.
Den Schnecken ging es mal wochenlang schlecht.
Mit verschwundenem Regen kamen sie nicht zurecht.
Äpfel und Birnen wachsen nun täglich prächtig
Der Junifall war dieses Jahr ziemlich mächtig.
Unzählige Früchte landeten unreif auf der Erde,
damit sinkt die Last und es weicht so die Schwere.
In den Bäumen hängt leider noch immer viel zu viel.
Die traumhafte Blüte führte allzu oft an das Ziel.
Der Sommer ist gerade angefangen – der Juni er endet.
Im Garten sich vieles zum Herbst hin zuwendet.
Ich geh Kirschkerne fegen – der Weg ist versaut.
Nicht einmal die Hälfte vom Fruchtfleisch wurd verdaut.
Danach Klaräpfel sammeln, die die Made besucht.
Bei manch tiefem Bücken hab ich schon geflucht.

Doch wenn ich noch einmal das Hechtkraut betrachte
und nicht penibel auf die Pflanzenanatomie achte,
dann erscheinen mir die Blüten fast wie Orchideen,
die leuchtend am Uferrand so prächtig dort stehen.

…gelb die Stoppelfelder

… gelb die Stoppelfelder

In meinen Erinnerungen
ist es mir nicht gelungen,
über ein Stoppelfeld zu gehen,
ohne Ferienkinder zu sehen.
Ende Juni war es an vielen Stellen so weit.
Die frühreife Gerste zeigte sich erntebereit.
Die Halme leuchteten in blondem Gold
Der Mähdrescher sich nur die Körner holt.
Dann wird das Stroh zu Ballen gepresst
Nur wenig später ein Hänger verlässt
ein frei geräumtes wieder offenes Feld.
Dem Taubenschwarm dies so richtig gefällt.
Ein paar Körner verstreut als Dreschverlust
die nehmen sich die Vögel rasch zur Brust.
Zu Beginn des Sommers streicht ein Herbstgefühl
durch endlose Reihen von Stiel zu Stiel.
Der Mähbalken traf nur auf eine Art,
so dass man mit Wehmut und Trauer spart.
Getreide lebt auch sonst nur ein Jahr.
Das Korn ist die Zukunft –
wie es immer schon war.

Seh ich ein Stoppelfeld, denke ich an die Zeit,
die ich als Kind verlebte in Heiterkeit.
Bevor der Acker gepflügt, gehörte das Feld den Kindern.
Die wollte auch keiner an den Freuden hindern,
einen Drachen in die Lüfte steigen zu lassen.
Junge Hände durften die Wickel fest fassen.
Zog der Drachen die Schnur ordentlich stramm,
gab man ihm mehr Meter, bis am Ende dann
der Papiervogel kaum noch zu erkennen war. Weiterlesen

Ein Sommernachtstraum

Ein Sommernachtstraum

Heute liegt ein Sommernachtstraum
am späten Abend weit im Raum.
Der Tag, an dem der Regen kam,
blieb abgekühlt noch wohlig warm.
Der Boden nahm die Feuchte gern.
Die letzten Tropfen waren so fern.
Nun steigt der Nebel aus den Weiden
Die Kühe sich mit Schwaden kleiden.
Nachtfalter sind gerade aufgewacht.
Es liegt Besonders in der Nacht.
Aus Gerstenfeld im letzten Licht
ein wunderbares Gold erbricht.
Über dem Ährenmeer schwebt Dunst
als decke Christo traumhaft Kunst.
Vor diesen weißen Nebelstreifen
zwei Fledermäuse lautlos schweifen. Weiterlesen

Vom Fleische befreit

P1150227Vom Fleische befreit

Vom Fleische befreit
sind die Kirschen und Pflaumen.
Ihr Süßes Gewebe
erfreute die Gaumen.
Zurück blieben nur noch
Stiele und Steine.
Der traurige Rest am Boden
findet Freunde wohl keine.
Manch Kirsche
landete im Drosselrachen
auch Starensemble machen
aus jeder roten Kirschenfrucht
mit ihrer Schnabelwucht
ein Schlachtfeld
unterm Kirschenbaum.
Zum Albtraum
wird das Vogelpack
aus Kirschen bald nur Früchtehack
Der nackte Stein bleibt unverdaut.
Ein wenig blässlich er ausschaut.
Vom Sonnenstrahl geblichen
ist Farbe ganz gewichen.
Der Stein scheint ohne Wert.
Doch es ist umgekehrt.
Im Innern ruht sein Keim.
Die Schale ist sein Heim.
In den Boden muss er rein.
Wer wird sein Gräber sein? Weiterlesen

Van Gogh`s Sommerherzen

P1150001Van Gogh`s Sommerherzen

Wenn seit ein paar Tagen
wieder die Sonnenblumen blühen,
meine Gedanken unwillkürlich
zu den magischen Bildern
von Vincent ziehen.
Eine breite Vase leuchtender Sonnengesichter.
Ihre Farbengewalt macht den Sommer noch dichter.
Jedes Kronblatt zeigt seine eigene Kraft
pastöser Pinselstrich solches nur schafft.
Helianthus, die Sonnenblume kann keiner übersehen.
Sie will dem Himmel am nächsten stehen.
In Frankreichs Süden lavendelbetört
strahlt diese Pflanze so unerhört.
Ihre Samen sind als Ölquelle schon lange begehrt.
Die Kerne werden gern von Vögeln verzehrt. Weiterlesen

Heuschreckliches

P1150128Heuschreckliches

Ein Heupferd auf dem Pfirsich saß
und von dem süßen Fleische fraß.
Die Pfirsichfrucht war hautverletzt –
was Nascherei sofort zulässt.
Wie kam das Heupferd in die Küche?
Es waren wohl nicht die Kochgerüche.
Es riecht nur selten ganz vegan.
Hat sich das Heupferd nur vertan?
Das schöne Pfirsichorangenrot
stammt aus einem Sonderangebot.
An sich hatte ich vom Obst genug –
der Klarapfelbaum grad reichlich trug –
da traf ich diese tollen Früchte –
machte Enthaltsamkeit zunichte.
Der Pfirsich reiste aus Spanien an,
bevor hier die Geschichte begann.
Das Heupferd hat sich wohl verhüpft,
ist ahnungslos ins Haus geschlüpft.
Dort ging sein Weg dann in die Küche –
ich denke wohl wegen der Gerüche.
An sich beißt er ja gern ins Gras.
Auf Wiesen macht das richtig Spaß.
Sein grünes Outfit nützt ihm sehr,
erschwert den Räubern den Verzehr. Weiterlesen

Vom Winde verweht

P1150063Vom Winde verweht

Wie oft habe ich mich sommertags gebückt
und eine reife Pusteblume mir gepflückt.
Dabei halte ich meine Atemluft zurück.
Sonst geschieht zu früh ein kleines Missgeschick.
Ich schau auf einen zarten Samenkugelball –
Haarschirmchen aufgestellt in großer Zahl.
Am Blütengrund stecken Nüsschen widerhakenbewehrt –
was am Boden ihr Herumtreiben doch sehr erschwert.
Doch nun erwartet der Löwenzahn den frischen Wind.
Den bringt nicht selten auch ein kleines Kind.
Das pumpt die Backen voll und pustet los.
Die Augen werden dabei richtig groß.
Der Luftstoß bringt die Schirmchen schnell ans Fliegen.
Doch bis die letzten auch den Anstoß endlich kriegen,
bläst manches Kind noch ein paar Mal mehr. Weiterlesen