Untergangsstimmung

Untergangsstimmung

Warum lassen wir uns von Sonnenuntergängen so entzücken?
Warum will uns solch ein Bilderfilm immer wieder beglücken?
Wenn bei Capri die Sonne im Meer versinkt,
die Gefühlswelt ins Romantische springt.
Wie oft habe ich solche Szenen schon fotografiert –
jede Phase des Abtauchens dokumentiert.
Sonnenuntergänge werden oft als kitschig deklariert. Weiterlesen

Herbstschatten

Herbstschatten

Oktobersonnenstrahlen –
ein letztes Mal Sandalen –
goldgelbe Quitten brechen –
Wespen längst nicht mehr stechen.
Späte Libellen tanzen.
Sie haben kaum noch Chancen
für einen Hochzeitsflug.
Natur lebt auf Entzug.
Herbstblutige Blätter fallen
in kürzeren Intervallen.
Sie decken Boden zu.
Auch der kommt nun zur Ruh.

Wolkenbäuche schieben
den Regen, den sie lieben,
von Westen in den Osten
Plusterige Amseln kosten
Fallobst, das Esser braucht,
damit die Zukunft taugt. Weiterlesen

Zehn Sonnenhüte

Zehn Sonnenhüte

Diese Blume steht in vollster Blüte
zeigt heute mir zehn Sonnenhüte.
Sie recken sich ins volle Licht
Ein Schattendasein heißt Verzicht.
Ein Sonnenhut verwehrt die Strahlen,
für die wir mit Gesundheit zahlen.
Wenn uns die Sonne hell bescheint,
wird sie der Haut schon oft zum Feind.
So viel an hellstem Sonnenlicht
verträgt der bleiche Mensch oft nicht.
Solche Sorgen sind den Pflanzen fremd.
Sie strecken gern ihr buntes Hemd
ganz offen hin zum Sonnengesicht –
selbst wenn die Mittagshitze sticht. Weiterlesen

Feuerwanzen-Tete a Tete

Feuerwanzen-Tete a Tete

Mehr als zwanzig Feuerwanzen
treffen sich zum Tete a Tete.
Wollen heute nicht mehr tanzen
sagen Frischluft bald ade.
In der warmen Mittagssonne
suchen sie die beste Stelle.
Sie erleben letzte Wonne
durch die liebe Hitzequelle.
Ständig gibt es ein Gedränge
um den Platz im Sonnenstrahl.
Körper werden zum Gemenge
Bleiberecht gerät zur Qual.
Ist der Tag vielleicht der letzte,
bevor die Wanzen sich verziehn?
Auch wenn ich die Tiere schätze,
andere ekelnd davor fliehn. Weiterlesen

Fluorit

p1150968Fluorit

Das Nachmittagsoktoberlicht
sich flach im Fluorite bricht.
Die späte Sonne illuminiert,
dass Kristallines toll brilliert.
Wie schön war dieser Tag doch heut:
der Himmel blau, dass es uns freut.
Letzte Libellen schießen wild.
Sie stören fast vom Herbst das Bild.
Ich ließ die Wärme auf mich strahlen,
die keine Rötung mir mehr malen.
Marienkäfer sonnten sich
in Massen noch im warmen Licht. Weiterlesen

Nur ein Hühnerschiss

P1130983Nur ein Hühnerschiss

Der Sonntagsmorgen grüßt fast blau.
So wie ich froh nach draußen schau,
entdecke ich auf meinem Weg
vom Hühnerenddarm den Beleg.
Eine Glucke läuft seit Tagen herum.
Drei Küken sind nur selten stumm.
Der Freilauf der Alleinerzieherin
ist für den Garten nur Gewinn.
Doch lässt es sich kaum hier vermeiden,
dass diese Tiere auch ausscheiden.
Hier liegt ein frischer Hühnerkot,
der schillert bald in buntem Gold.
Sein unverkennbar scharfer Duft
erfüllt im Nu die Juliluft.
Augenblicklich im Sekundentakt
ist dieser Haufen nicht mehr nackt.
Die erste Fliege landet am Ort.
Das setzt sich hier nun immer fort.
Ein halbes Dutzend und noch mehr
an bunten Brummern kommt jetzt her.
Für sie ist es wohl Frühstückszeit.
Ein jeder Rüssel ist bereit,
die Köstlichkeit schnell zu verschlingen.
Doch allen will das nicht gelingen. Weiterlesen

Der Sonne entgegen

BrennnesselDer Sonne entgegen

Ein Weidenpfahl schräg abgestutzt
vom Zahn der Zeit gebissen.
Ein Stacheldraht als scharfer Schutz
ist rostig braun verschlissen.
Das Herz vom Pfahl ist ewig hohl
Sein Holz zerfiel zu Erden.
Darin fühlt sich die Nessel wohl,
will stattlich groß hier werden.
Aufrecht strebt nun ihr junger Trieb
aus tiefster Gruft ins Freie.
Ein Sonnenbündel hellt ihn lieb
begrüßt so gern das Neue. Weiterlesen