Gerhard Laukötter's Blog

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Novemberfeuer Wie unwirklich flirrt heut die Welt. Herbstmüde Bäume sind aufgestellt im frühen Morgenlicht, in denen Feuer fast ausbricht. Es meint, die Eichen brennen lichterloh. Solch Farbengewalt sah ich bisher noch nirgendwo. Graudüsterer November verliert sein Trauergesicht, solange die entfernte Sonne sich im Geäst heißglühend bricht. So warm leuchtete noch nie der greise Blätterverbund. Der Birke fehlt schon längst ihr Bunt.

Sonnengoldregen Seit einer Stunde ist die Sonne wach verschenkt ihr Licht dem neuen Tag. Das Meer wellt ziemlich morgenträge, als ob kein Wind im Äther läge. Ein graues, loses Wolkenband raubt meinen Blicken den Verstand. Gelbgoldene helle Strahlenstreifen durch Wolkenspalten leuchtend greifen. Sekundenschnell wechselt dies Spiel. Wo gerad noch Licht aufs Wasser fiel, erlischt die Macht von allem Feuer. Doch nebenan bricht schnell ein neuer Strahl vom Sonnenball ins Meer.

Im Morgengrauen Es ist fast vier So früh erwachen Sommertage Im Aufstehen Da zeigt sich mir Die keusche Wolkenlage In einem lila zarten Gewand, An dessen Saum Am horizonten Rand Sich erstes Licht ins Goldene bald flüchtet. Farben befeuern sich Leuchten wie aufgedimmt. Nur an den Häusern klebt noch nächtlich schweres Schwarz. Eine Amsel stimmt Im Tone sehr gepflegt Ihr Morgenlied nun an. Ich spür im Licht, wie schön der Morgen wächst.