Im Frühtau

Im Frühtau

Im Frühtau funkeln tausend Tropfen.
Feinnebel haucht durchs Spinnennetz.
Wenn Winde an die Perlen klopfen,
da bangt die Schönheit hier und jetzt.
Die erste Sonne lässt brillieren
so wundervoll die Kugelzahl.
Das Kunstwerk wird schon bald verlieren
Jed Spinnennetz hängt wieder kahl.
Um diesen Moment hier zu gewinnen,
muss aus dem Bett ich zeitig fliehn.
Da schlafen noch wohl alle Spinnen,
die aufgewärmt die Fäden ziehn. Weiterlesen

Oktoberwiesenfest

p1160035Oktoberwiesenfest

Weil dieser Morgen freundlich war,
lag ein Spaziergang ziemlich nah.
Der Himmel gänzlich wolkenlos
ließ pures Sonnenlicht gleich los.
An der Wiese gleich nebenan
der Ausflug auch für unsren Hund begann.
Mein erster Blick galt dieser Wiese
Ein leichter Windhauch, schwache Brise
strich am Gesicht ganz sanft vorbei.
Der Morgen machte mich so frei.
Die hintere Wiese war zart weiß.
Für Frost war diese Nacht zu heiß.
War dort vielleicht ein Kälteloch?
Die Zweifel blieben immer noch.
Ich näherte mich dem weißen Kleid
Und wusste schnellstens dann Bescheid. Weiterlesen

Der müde Weiher

SpinnwebenDer müde Weiher

Was war das doch ein buntes Treiben:
Der Weiher lud täglich zum Tanztee ein.
Die Gäste wollten endlos hier wohl bleiben.
Doch heute bleibt der Wassersaal allein.
Herrlich geschmückt der sommerliche Uferrain
mit Felberich, Blutweiderich und Wasserdost.
Der Blütenduft lotst viele Flügeltiere ein –
versprach Besuchern reichlich süße Kost.
Seit Tagen bleiben Sommergäste aus.
Die Seerose verschließt ihr letztes Blütenweiß.
Spitzschlammschnecken kriechen tiefer in ihr Haus.
Im spröden Röhricht raschelt es ganz leis –
wenn gelbe Blätter aneinander reiben
und Binsen zittrig Kreise schreiben.
Libellen lassen sich seit Tagen nicht mehr blicken.
Jungfrösche sind fernab auf Wanderschaft. Weiterlesen

Der alte Sommer

SpinnennetzeDer alte Sommer

Dem Sommer werden die Knie weich
Im Morgen schwebt ein Nebelreich.
Der heiße Hauch der letzten Wochen
hat sich ins Herbstlaub kühl verkrochen.
Sonne lüftet langsam Gardinen,
die alles zu verbergen schienen.
So schwer hing lange nicht mehr Tau.
Wie ich auf späte Rosen schau,
da triefen sie voll Regenblut.
Windesstillheit schützt sie gut.
Dem frühen Licht fehlt jedes Grelle.
beleuchtet wunderbar die Stelle,
wo Spinne Seidengarn vernetzt. Weiterlesen

Netzhäute

NetzeNetzhäute

Wenn Gärten heimischer doch wären,
gäb es dort weniger Koniferen.
Beim Nachbarn langweilen sie seit Jahren:
Nadelgehölze die Pflege ersparen.
Wie ein Haufen dauergrüner Biomasse
verschönern sie das Bild zur Straße.
Über manchen Vorgarten brech ich den Stab.
Er hat den Charme vom Reihengrab.
Gestern gab es fast zehn Stunden Regen.
Da wollt ich mich heut früh bewegen.
Die Morgensonne stand noch tief,
was flaches Licht durchs Grüne rief.
Vor Nachbars Garten blieb ich stehen.
Es gab was Tolles dort zu sehen.
Ein breiter, plumper Nadelstrauch
war wie ein eingehüllter Bauch. Weiterlesen

Frau Weberknecht

Weberknecht2Frau Weberknecht

Frau Weberknecht
staunte nicht schlecht.
Ihr Nagellack der war nicht echt.
Auf ihren Fußesspitzen
sollten Silbertupfen eigentlich sitzen
Denn wer solch lange Beine hat –
sie meist noch spreizt zum Spagat,
der möchte gern Akzente setzen.
Schlanke Frauenbeine schätzen
eine gute Fußpflege
für alle Wege.
Doch solch ein Zehennagelfarbenton
wäre selbst mit Socken bloßer Hohn.
Frau Weberknecht
hat da wohl recht.
Dieses fürchterliche Braunrose
tut allen ihrer Augen weh.
Der langen Beine kurzer Sinn
ein schöner Lack der wär Gewinn,
wenn er dem Fuße farbig schmeichelt
die Eleganz noch weiter streichelt. Weiterlesen

So lang kann doch kein Bein sein…

WeberknechtSo lang kann doch kein Bein sein…

So lang kann doch kein Bein sein
Dabei ganz super schlank und fein –
Wer braucht denn solche Extremitäten,
wo kleinere es längst schon täten?
Es ist hier wohl der Weberknecht –
der Name klingt schon ziemlich schlecht,
Der seine Beine und zwar acht
Unendlich lang und dürre macht.
Wer solch abnorme Stelzen hat,
besitzt Beinfreiheit im Spagat.
Vom Weberknecht der Körper ist –
wie ihr sicher schon lange wisst –
kompakt, gedrungen und fast rund
und selten nur ein wenig bunt.
Zwei Augen lugen aus dem Rücken –
Sie können Helligkeit nur blicken.
Manch Weberknecht mag Häuser gern.
Die Hausfrau hält sie lieber fern. Weiterlesen