Gerhard Laukötter's Blog

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Fadenscheinige Impressionen Trag zwei Gläser schon lang vor meinen Augen, weil diese zum Sehen nicht mehr gut taugen. Ich seh schon ewig nicht mehr richtig scharf bei drei Dioptrien Ausgleichsbedarf. Doch was ich unbedingt erblicken will, dazu brauch ich nicht die blöde Brill. Heut in der allerschönsten Mittagszeit war ich zum besonderen Sehen bereit. Der allerletzte Oktobertag im herrlichsten Sonnenlichte lag. Der Mispelstrauch noch ganz früchteschwer sein Blattgelb leuchtet – wie längst… Weiterlesen

Vogelspinne Ein Vogel sitzt auf einer Säule ist weder Specht oder gar Eule. Sperrt seinen Schnabel einen Spalt, als käm ein Ton wohl irgend bald. Er kriegt die Klappe nimmer zu. Ihn drückt auch selten mal der Schuh. Er thront einfach auf dem Granit – ist nicht der allergrößte Hit. Er schmückt ein wenig den Vorgarten. Kann stundenlang auf alles warten. Doch heute morgen war er vernetzt. Die Kommunikation die hält bis… Weiterlesen

Der alte Sommer Dem Sommer werden die Knie weich Im Morgen schwebt ein Nebelreich. Der heiße Hauch der letzten Wochen hat sich ins Herbstlaub kühl verkrochen. Sonne lüftet langsam Gardinen, die alles zu verbergen schienen. So schwer hing lange nicht mehr Tau. Wie ich auf späte Rosen schau, da triefen sie voll Regenblut. Windesstillheit schützt sie gut. Dem frühen Licht fehlt jedes Grelle. beleuchtet wunderbar die Stelle, wo Spinne Seidengarn vernetzt.

Seidenstraße Gestern habe ich – so ganz nebenbei – Die neue Seidenstraße besucht. Dort war richtig viel Betrieb auf den fein glitzernden Wegen. Einige der Passanten haben laut geflucht, mussten sich dermaßen aufregen, dass sich bald um sie herum ein Auflauf, ein Riesenpulk bildete. Andere waren längst dabei, sich schleunigst abzuseilen Es war schließlich der allerletzte Mai. Überall gab es hastiges Eilen Auch die kleineren Nebenstraßen Waren total überlaufen. In den Sackgassen… Weiterlesen