Gerhard Laukötter's Blog

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Der Frühling lutscht Der Frühling lutscht am Eis vom Teich Seine Zunge leckt und löst es weich. Die klare Nacht lässt Wasser frieren. Kristalle gläsern schön verzieren mit neuen Mustern Eiseshaut. Bis alles zauberhaft ausschaut. Zum Mittag hin schmilzt etwas Eis. Das Sonnenlicht kaum richtig heiß doch es besiegt auf Zeit den Frost. Vom Frühling kommt nun täglich Post. Was nächtens noch so grad erfror, im Tageslauf Gestalt verlor, das ist ein… Weiterlesen

Der Teich steht still Der Teich steht still – ob ich das will oder auch nicht – schwindendes Licht schläfert die Lebensfreude ein. Es reift der Wein tief ins rubinenhafte Rot Der Herbst sucht sich sein Lot. Meine Frösche gehen auf Tauchstation. An Sommerresttagen kommen sie noch schon ins goldene Sonnenspiel zurück – genießen gern so spätes Glück. Mosaikjungfern haben fast ausgetanzt. Wer sich bis dato nicht fortgepflanzt, wird die Zukunftstür hinter… Weiterlesen

Blutweiderich Rotviolette Blütenlanzen verströmen süßlich Sommerduft. Um den Weiderich eng tanzen beglückt Insekten durch die Luft. Weißlinge flatternd landen auf dem reichen Blütenstand. Auch Kleine Füchse fanden dieses schöne Nektarland. Zitronenfalter sind längst da saugen hungrig frische Säfte. Ein buntes Augenfalterpaar sammelt hier mal neue Kräfte.

Von Frosch zu Frosch Der eine sitzt da wie versteinert der andere wirkt fast wie verkleinert. So hocken sie im Wasserbett posieren dort wie auf dem Set. Erkennt der Kleine wohl den Riesen – oder den Trick den reichlich miesen? Das Monstrum ist aus dünnem Ton. Der echte braucht kein Mikrofon. Wie hässlich glotzt das Dekotier Doch etwas Kitsch den brauchen wir. Das Original im grünen Rock hat wenig auf den Großen… Weiterlesen

Im Fenster vom Ufer Ein kleines Uferfenster nicht einen Meter groß was ich darin erblicke, das ist schon fast famos. Ein Grashalm lautlos zittert. Die Samen sind bald frei. Ein Seggenblatt zerknittert daneben klingensteif schießen die Irisblätter gehörig aus dem Sumpf. Fettglänzende Samenleiber sind prall und gänzlich stumpf. Die Lotuslippenblüten verstreuen ihr Buttergelb. Auch ihnen reifen Tüten, die Zukunft für sie hält. Das Mädesüß ist aufgestiegen. Noch knospen Blüten rund. Drei Tage… Weiterlesen

Sei ein Frosch! Sei ein Frosch, dann darfst du quaken. Auf einer Seerose kannst du parken – garantiert im Sonnenschein! Sei ein Frosch, dann darfst du springen. Manche Sprünge fesch gelingen und die bringen auch was ein: wie ein fettes Insektenbein. Sei ein Frosch, dann darfst du tauchen tief durchs Reich der Unterwelt. Fauler Schlamm kann ziemlich schlauchen. Unten bist du selten Held. Sei ein Frosch, dann darfst du freien. Bräute warten… Weiterlesen

Ein Bett im Garten Ein Beet im Garten ist banal ein Bett dagegen radikal. Das eine das war gerade über. Wir pflanzten Sukkulenten drüber. Ein zweites war heut Eisenmüll – da traten Gärtner noch ins Spiel. Hat ausgedient dies Kinderbett, macht es den Teich doch sehr adrett. Gestelzt auf Füßen wird dies Gestell zum Wasserbett auf einmal schnell. Vielleicht nimmt Frosch ein Sonnenbad, wenn er jetzt die occasion hat. Ansonsten ruht sich… Weiterlesen

Zwei Spitzschlammschnecken Zwei Spitzschlammschnecken auf dem Blatt Die fressen sich an Algen satt. Sie sind der Wasserwelt entflohn Ein Trockenurlaub ist ihr Lohn. Nebelfeuchte Novembertage Versetzen die Tiere in die Lage, die Lungen luftig aufzufüllen Sauerstoffhunger lässt sich stillen. Die meiste Zeit seh ich sie gleiten. Sie brauchen manchmal Ewigkeiten, das andre Ufer zu erreichen – im Schneckentempo ohne gleichen.

Schilfe wehen Rascheln, flüstern, wispern Berührungen, die knistern, Wenn Winde Schilf durchstreifen, beginnt ein Chor zu pfeifen. Blaugrünes Blättermeer Rauscht sanft durchwühlt Meist von Nordwesten her Wird luftgekühlt. Elastisch Halme wogen. Sie pendeln weich im Kreis Und schwingen ihren Bogen Mal lauter, mal ganz leis.

Am Osterteich Die Auferstehung kam mit frostig kaltem Munde. Stahlblau wurd bald das Firmament. Ich ging zur frühen Morgenstunde Ans stille Wasser, das noch keine Wellen kennt. Die Sonne funkelt und sie blendet Mir meinen Blick zum Teichsgrund Ein Strahlenmeer aus Licht sich sendet In diese österliche Rund. Auf Wasserhäuten sprinten flinke Läufer. Viel schneller als ein Jesus es getan. Zu Ostern trifft man viele Täufer. Und Leben findet seine Bahn. Rostrote… Weiterlesen