Gerhard Laukötter's Blog

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Balkenschröter Nur mal eben zugegeben: mit Balkenschrötern habe ich – nicht wunderlich – eher sehr selten zu tun aber nun – wo ich auf ihn gestoßen bin, macht es Sinn, ihn zu respektieren auf ihn zu reagieren. Dass ich ihn sofort erkannte, seinen Namen nannte, liegt an der Studienzeit, die eine Ewigkeit zurückliegt Manche Erinnerung fliegt ins Gedächtnis zurück Finderglück. Beim Aufräumen vom toten Holz von Bäumen saß das schwarze Tier im… Weiterlesen

Ein Haufen Holz Im Wald da liegt ein Haufen Holz. Der Besitzer ist wohl mächtig stolz. Als Nutzholz war es ohne Wert, weil krummes Wachstum es entehrt. Kein Mensch wollte es warm verbrennen. Es lernte keine Spaltaxt kennen. Mann schob es einfach hoch zum Haufen und ließ das Schicksal beißend laufen. Am toten Holz klebt grünstes Moos. Die Rinde bröckelt sterbend bloß. Wer hier sein Auge offen hält, sich diesem Haufen näher… Weiterlesen

Baumleichenschau Seit Jahren liegt sie hier schon da. Die Leiche, die ein Baum mal war. Wie ein Skelett ruhn Stamm und Ast Entrindet ganz von allem Bast. Beerdigung währt Ewigkeiten Totengräber brauchen Zeiten, als wären sie vom andren Stern Ihr Humusziel: unendlich fern. Vom Baum verblieb nur totes Holz Gebrochen Größe, Wipfelstolz. Am Boden – fast wie aufgebahrt Liegt Buchentorso unverscharrt. Die kleinen Äste fehlen schon Die haben Assel und ihr Sohn… Weiterlesen

Wucherungen Wer wuchert, der schießt übers Ziel. Der nimmt an Zinsen viel zu viel. Manch Hausbesitzer wenig fein, erhöht die Miete ungemein. Wird eine Ware plötzlich knapp, bringt das die Preise sehr auf Trab. Auch die Natur kennt Wucherungen – Nicht immer gut, oft Not gedrungen. So manches schießt mit voller Macht Weit aus dem Boden über Nacht. Was so ein Pilz in Kürze schafft, ist nur ein Beispiel für viel Kraft,… Weiterlesen

Weiße Schirme Wie kann aus modrig faulem Holz Ein blütenweißer Pilz nur sprießen? Fruchtkörper zeigen vollen Stolz Ich will den Eindruck schier genießen. Aus totem Leib tief aus dem Baum Beginnt es weiß zu treiben. Ein zarter Hut fast wie ein Traum Will kurze Zeit nur bleiben. Am Fuß vom Holz der Quellbach spielt Mit seinen weichen Wellen. Ein Strudelwurm nach oben schielt. Er mag’s nicht gern im Hellen.

Überlebt Wenn jemand etwas überlebt, Das Schicksal Glück ins Leben bringt, Die Seele tief vor Freude bebt Und mancher Jubellieder singt. Manch Art wird selten – ist streng geschützt Wir wollen sie nicht verlieren. Die Hilfsmaßnahme, die auch nützt, dient Pflanzen wie auch Tieren. Überleben fällt nicht immer leicht Ausrottung wird geduldet. Wenn man im Zeitverlauf vergleicht, Der Mensch so viel verschuldet.

Im Reich der Pilze Ein Sonntagsspaziergang mit dem jungen Hund – Akzeptables Wetter war sicher ein Grund – So ging es an Weiden entlang hin zum Wald, Da erblickte ich Tausende Hüte schon bald. Aus Baumstümpfen schossen sie kräftig empor. Auch aus dem Boden lugten viele hervor. Gelbbraune Schwefelköpfchen und Hallimasch sah ich in Fülle und merkte rasch, dass Pilze zur Zeit auf dem Vormarsch wohl sind, Ist der Herbst etwas feucht… Weiterlesen

Totes Holz Ich bin so stolz Auf totes Holz. Was wär der Wald Doch arm sobald, wenn lägen nicht Die Leichen dicht. Ob Stamm, ob Ast Ich traue fast Den Augen nicht, Was kommt ans Licht: Aus morschem Baum wächst Artentraum. An keinem Platz Liegt solch ein Schatz. Man spürt grad hier Die Lebensgier.