Ins Handwerk gefuscht

Ins Handwerk gefuscht

Man macht sich Gedanken, um Wildbienen zu schützen
Da kann ein toter Baumstamm ungemein viel nützen.
Der Holzkörper wird einfach in den Boden gestellt
An einer offenen Stelle, wo es der Sonne gefällt.
Nun fehlen noch Wohnungen für die wilden Bienen.
Larvengänge z. B. von Käfern konnten früher gut dienen.
Doch an diesem Stamm fehlen tiefere Bohrgänge
Ein Wildbienenkinderstube braucht schon ihre Länge.
Löcher werden dann eben maschinell nachgebohrt.
Das geht heute sehr einfach und geschieht hier vor Ort.
Verschiedene Durchmesser sind förderlich – mal größer mal klein.
Da passen dann später unterschiedliche Wildbienen rein.
Unser Wildbienenhotel hat viele Zimmer bekommen.
Wir haben uns für die fleißigen Immen etwas Zeit genommen. Weiterlesen

Frische Pilze zu Weihnachten

Frische Pilze zu Weihnachten

Nach so zermürbenden Dürrezeiten
regnete es in gefühlten Ewigkeiten.
Der Boden ist wie ein Schlammpudding nass.
Nur noch überlaufen kann jedes Regenwasserfass.
Heute morgen reißt endlich die Wolkenfront auf.
Ein freundlicher Tag nimmt seinen Lauf.
Mit dem Hund geht es in den nahen Wald.
Die Luft fächelt weder warm aber auch nicht kalt.
Herbstlaub liegt am Boden – so schwer wie noch nie.
Von den nackten Ästen tropft letzte Zeremonie.
Mir zu Füßen liegt ein verstorbener Stamm
dicht übersät von frischen Pilzen – fast wie ein Kamm
sehe ich die Lamellen übereinander gelegt. Weiterlesen

Balkenschröter

Balkenschröter

Nur mal eben
zugegeben:
mit Balkenschrötern habe ich –
nicht wunderlich –
eher sehr selten zu tun
aber nun –
wo ich auf ihn gestoßen bin,
macht es Sinn,
ihn zu respektieren
auf ihn zu reagieren.
Dass ich ihn sofort erkannte,
seinen Namen nannte,
liegt an der Studienzeit,
die eine Ewigkeit
zurückliegt
Manche Erinnerung fliegt
ins Gedächtnis zurück
Finderglück.
Beim Aufräumen
vom toten Holz von Bäumen
saß das schwarze Tier
im Mulme hier.
Die Balkenschröter sind –
wie ich find –
fast unverwechselbar-
aber selten nah.
In meinem Leben
habe ich neben
unzählig vielen Insekten,
die mein Interesse weckten,
nur zwei- oder dreimal
Balkenschröter gesehen.
Solch ein Geschehen
war gestern genau.
Zufällig schau
ich in Holzfaserreste.
Nicht das Allerbeste
denke ich mir:
doch dann kam das Tier.
Es kreuzten sich unsere Wege.
Ich lege
Das robuste Tier
vor die Augen mir.
Wie different ,
wenn man es so nennt,
sind unsere Leben gelaufen:
Hier reicht ein Haufen
modriges Holz
zum Glück ohne Stolz. Weiterlesen

Ein Haufen Holz

HolzhaufenEin Haufen Holz

Im Wald da liegt ein Haufen Holz.
Der Besitzer ist wohl mächtig stolz.
Als Nutzholz war es ohne Wert,
weil krummes Wachstum es entehrt.
Kein Mensch wollte es warm verbrennen.
Es lernte keine Spaltaxt kennen.
Mann schob es einfach hoch zum Haufen
und ließ das Schicksal beißend laufen.
Am toten Holz klebt grünstes Moos.
Die Rinde bröckelt sterbend bloß.
Wer hier sein Auge offen hält,
sich diesem Haufen näher stellt,
der wird letztendlich nur noch staunen
über den Boden beglückende Faunen.
Da ist der an sich morbide Ast
alles andere als eine Last
für diesen schönen Buchenwald.
Im toten Holz explodiert recht bald
ein wirres Leben – unbemerkt,
das alles fördert und bestärkt. Weiterlesen

Baumleichenschau

TotholzkörperBaumleichenschau

Seit Jahren liegt sie hier schon da.
Die Leiche, die ein Baum mal war.
Wie ein Skelett ruhn Stamm und Ast
Entrindet ganz von allem Bast.
Beerdigung währt Ewigkeiten
Totengräber brauchen Zeiten,
als wären sie vom andren Stern
Ihr Humusziel: unendlich fern.
Vom Baum verblieb nur totes Holz
Gebrochen Größe, Wipfelstolz.
Am Boden – fast wie aufgebahrt
Liegt Buchentorso unverscharrt.
Die kleinen Äste fehlen schon
Die haben Assel und ihr Sohn
Mandibelscharf recht gut zerkaut
Ihr Kot wurde noch oft verdaut,
bis dass jedweder Buchenast
in humuskleinste Teilchen passt. Weiterlesen

Wucherungen

BaumpilzWucherungen

Wer wuchert, der schießt übers Ziel.
Der nimmt an Zinsen viel zu viel.
Manch Hausbesitzer wenig fein,
erhöht die Miete ungemein.
Wird eine Ware plötzlich knapp,
bringt das die Preise sehr auf Trab.
Auch die Natur kennt Wucherungen –
Nicht immer gut, oft Not gedrungen.
So manches schießt mit voller Macht
Weit aus dem Boden über Nacht.
Was so ein Pilz in Kürze schafft,
ist nur ein Beispiel für viel Kraft,
wie Zellen quasi explodieren
und jedes Maß im Nu verlieren.
Am Wegesrand ragt voller Stolz
Ein frischer Pilz aus totem Holz. Weiterlesen

Weiße Schirme

BachpilzeWeiße Schirme

Wie kann aus modrig faulem Holz
Ein blütenweißer Pilz nur sprießen?
Fruchtkörper zeigen vollen Stolz
Ich will den Eindruck schier genießen.
Aus totem Leib tief aus dem Baum
Beginnt es weiß zu treiben.
Ein zarter Hut fast wie ein Traum
Will kurze Zeit nur bleiben.
Am Fuß vom Holz der Quellbach spielt
Mit seinen weichen Wellen.
Ein Strudelwurm nach oben schielt.
Er mag’s nicht gern im Hellen.
Weiterlesen

Überlebt

überlebtÜberlebt

Wenn jemand etwas überlebt,
Das Schicksal Glück ins Leben bringt,
Die Seele tief vor Freude bebt
Und mancher Jubellieder singt.
Manch Art wird selten – ist streng geschützt
Wir wollen sie nicht verlieren.
Die Hilfsmaßnahme, die auch nützt,
dient Pflanzen wie auch Tieren.
Überleben fällt nicht immer leicht
Ausrottung wird geduldet.
Wenn man im Zeitverlauf vergleicht,
Der Mensch so viel verschuldet.
Weiterlesen

Im Reich der Pilze

Im Reich der Pilze

Ein Sonntagsspaziergang mit dem jungen Hund –
Akzeptables Wetter war sicher ein Grund –
So ging es an Weiden entlang hin zum Wald,
Da erblickte ich Tausende Hüte schon bald.
Aus Baumstümpfen schossen sie kräftig empor.
Auch aus dem Boden lugten viele hervor.
Gelbbraune Schwefelköpfchen und Hallimasch
sah ich in Fülle und merkte rasch,
dass Pilze zur Zeit auf dem Vormarsch wohl sind,
Ist der Herbst etwas feucht und wärmend der Wind.
Im toten Holze gefällt es den Fungi sehr
Hier klappt die Zersetzung – es geht gar nicht schwer.
Pilze helfen beim Abbau dem toten Baum
Sie lösen dort Zellulose wie sonst einer kaum.
Trichterlinge, Täublinge und Zunderschwamm
Wachsen im Boden oder im morschenden Stamm.
Schleim- wie auch Schlauchpilze bleiben ein Leben lang klein –
Wollen auch nicht so behütet sein.
Wie der Maronenröhrling – der seinen Körper uns zeigt,
Bis später sein Schirm sich zu Boden neigt.
Die meisten der Pilze hab ich nicht erkannt.
So blieben auch Namen hier ungenannt.
Trotzdem kam ich heute den Pilzen sehr nah,
denn ich hatte viel Zeit und war für sie da!
Aus dem Reiche der Pilze gab es viele zu sehen.
Auf meinem Wege blieb ich öfter lang stehen.
Mein Hund fand im Wald manch aufregenden Duft –
Die unzähligen Pilze waren für ihn aber nur Luft.