Ein Angler träumt

Ein Angler träumt

Ein Angler träumt ganz vor sich hin
Sein Blick geht fast ins Leere.
In seiner Hand ruht ihm sein Kinn
trägt ihm die ganze Schwere.
Die Gerte mit der Angelschnur
hängt friedlich überm Weiher.
Der Maienblüte Frohnatur
schmückt diese leise Feier.
An Irisblüten gaukeln Falter
von Aromen heiß verführt.
Der Knabe mit dem jungen Alter
von dieser Stimmung wenig fühlt. Weiterlesen

Wasserträume

Wasserträume

Glitzernd, spiegelnd wellig kräuselnd
liegt der Teich in grünem Grund.
Warmer Wind an Blättern säuselnd
Wasser riecht aus seinem Mund.
Auf der alten Bank da sitze
ich und träume vor mich her.
Sehe auf der Binsenspitze
der Libellen Wiederkehr.
Runden fliegend, flatternd, kreisend
Flügel blinken sonnig hell –
cyanblau gefärbte Reisen
mal fast schwebend dann sehr schnell.
Aus dem Wasser taucht die Spitze
einer Schnauze etwas auf. Weiterlesen

In sich kehren

In sich kehren

Ganz in sich kehren,
dort Gedankenwelten mehren
Augen schließen
Dunkelheit genießen –
wenn der Blick nach innen geht,
Perspektive sich verdreht,
schaut der Geist in eine Welt,
die aus Tiefen sich erzählt.
Ganz versunken, ausgeblendet
wird aus dir heraus gesendet.
Bilder rauschen irreal,
Denkideen ohne Zahl
schießen durch fast wie Kometen.
Innen sinnen gleicht fast beten.
Einkehr drängt zur Spurensuche.
Gläsern lesen wie im Buche,
das das Licht des Tages schließt. Weiterlesen

Im Gartenhaus

P1150092Im Gartenhaus

Im Gartenhaus steckt nur ein Raum.
Doch dieser zündet mir viel Traum.
Ich sitze zwischen tausend Sachen,
die meinen Sinn zufrieden machen.
Für andere ist das schierer Graus –
für mich dagegen Heim im Haus.
Durchs Fenster schau ich auf den Teich,
der quillt zur Zeit so pflanzenreich,
dass Wasser ist fast ganz versteckt:
ein Blättermeer alles bedeckt.
Auf der anderen Seite fällt mein Blick
gerade auf ein Weidenstück.
Dort grasen Kühe immerfort.
Sechs Monate sind sie meist dort.
In die Gartenstube noch mal zurück –
wo liegt denn hier so trautes Glück?
Hier stapeln sich Erinnerungen.
Die Zeit ist oft zurückgesprungen. Weiterlesen

Zerrissen

P1130190Zerrissen

Ein alter Weidepfahl in sich zerrissen –
spaltet sich bald wohl selbst entzwei.
Sein Faserwerk so tief gesplissen
Standfestigkeit ist längst vorbei.
Seine Jahresringe arg zerklüftet –
manch Höhle klafft lichtleer zum Grund.
Der Zeitverbund sich spröde lüftet.
Leicht frostig küsst die Morgenstund.
Wie faltig schaut das Holzgesicht
nach vielen rauen Wetterjahren.
Der stärkste Kern inmitten bricht –
wo einst die größten Kräfte waren.
Ein jedes Jahr zeugt neuen Ring
Der Baum fügt Holz zum festen Stamm.
Als dann die Zeit als Pfahl anfing,
Zerrissenheit zum Ende kam.

Zerrissen sind auch oft Gefühle.
Doch Alter ist hier nicht im Spiel
Verrückt werden im Herzen Stühle
Es ändert sich der Wege Ziel. Weiterlesen

Balinesien

Borum BaliBalinesien

Die ganz weite Reise
Jenseits der bekannten Kreise
Ist und bleibt vielleicht ein Traum
Jener unerreichbare Raum
Liegt hinter dem bisher Bekannten
Früher waren es Löwen und Elefanten
Die der Inbegriff waren für urwaldhoch3
Fantasien machten sich dabei frei.
Als sich mein Berufsleben endgültig schloss
Da war die Reiselust plötzlich sehr groß.
Wunschziele früherer Zeiten
Darunter sogenannte Sehenswürdigkeiten
Erschienen nun in greifbarer Nähe
Wünsche, die ich endlich verstehe.
Die Insel der Glückseligen
In Papua-Polynesien
Mit dem Mount Everest auf Du und Du
Und dabei herumschlendern in Kathmandu
Grand Canyon einmal von oben nur sehen
An den Niagara-Fällen ganz eng dran zu stehen
Der Südpol, das Nordcap, Äquatorialafrika
Überall dort, da war ich noch nicht da.
Eine Insel hatte meine besondere Gunst
Ich wollte nach Bali –schon wegen der Kunst.
Zu Hause hatte ich Schnitzereien entdeckt
In denen so vieles an Mystischem steckt.
Schrille Masken, Dämonen und tierische Götter
Die lockten am Ende den alten Laukötter.
Der Mut in die Ferne der fehlte jedoch
Es fanden sich kürzere Alternativen noch.
Im letzten Jahr – wie das Schicksal es fügt
Hat meine Tochter sich auf Bali vergnügt.
Landschaft, Natur, Genüsse, Kultur
Das bietet ja Bali reichlich und pur.
Ich bekam diese Insel auch so noch geschenkt
Wenn der Vater die Freude der Tochter bedenkt.
Vorige Woche – ich war wieder auf dem Trödelfuß
Stieß ich auf diesen balinesischen Gruß.
Der Baumgott Kala Boma der grinste mich an
Und zog mich erneut in den Balibann.
Das schöne Schnitzstück war günstig erstanden
Und Träume vorerst ein Ende fanden.
Bali war zu weit für mich – hier war Bali ganz nah
Irgendwie schmunzelte ich –
Wie dieser Dämon mich ansah.

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Durchblick behalten

MauerdurchblickDurchblick behalten

Die stärkste Mauer lässt wohl hoffen,
Bleibt in ihr eine Lichtung offen.
Fehlt im Verbund ein einzig Stein,
lacht Helligkeit aus Sonnenschein.
In dieser Wand – gut aufgeschichtet –
Sich alles auf ein Löchlein richtet.
Das Jenseits auf der andren Seite
Bringt diesem Bauwerk tiefe Weite.
Am End blick ich auf grüne Bäume
Und denke fast, dass ich nun träume

Aus der Tiefe

JordanquelleAus der Tiefe

Aus der Tiefe springt die Welle
Fröhlich rauschend in die Höh.
Stehe hier an schönster Quelle,
wie ich blankes Wasser seh.
Von der Tiefe aber habe
Ich so gar kein echtes Bild.
Diese frische Sprudelgabe
Meine Neugier wenig stillt.

Aus der Tiefe treten Träume,
Rollen Bilderwelt zurück.
Da betret ich wieder Räume
Mal voll Ängste, mal voll Glück.
Seh in Filmen aus Kindheiten
Dinge, die ich längst verlorn.
Rückwärts blätter ich die Seiten
Bin im Traume wieder vorn.
Träume speichern wie Dateien,
wär das Segen oder Fluch?
Könnte meine Filme leihen:
Hätte mich mehr als genug.
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Die Gedanken sind high!

Die Gedanken sind high!

Die Gedanken sind high –
Wer kann sie ertragen?
Sie bringen herbei,
was wir sonst niemals sagen.
Was ich in Gedanken erlebte,
wenn mein Innerstes bebte,
das war schier grenzenlos
mal abscheulich
dann einfach famos!
In Gedanken
wurde ich so stark.
Meine Phantasie ja sie vermag,
Mir solche Kräfte geben
Für ein ganz anderes Leben.
Ich kann abgrundtief hassen
Höchst perfide Pläne fassen
Ich kann morden jeder Zeit –
Bin auf Erden zu allem bereit.
Ich kann aber auch
lieben so meerestief –
Schreib den allerzärtlichsten Brief
An den Menschen, den ich mag
Finde neue Worte und sag,
all das, was ich im echten Leben
ihm niemals kann geben.
Die Gedanken sind so frei –
Ich entdecke mich neu.
Ich erschrecke dabei vor mir
Bei so viel Rache und Gier,
die ich ewig schon spüre.
Es öffnen sich Tor und Türe.
Nach innen fehlen mir
Schranken
Gedanken bringen
das Außen ins Wanken.
Ich züchtige das Chaos der Seele
Durch Vernunftbefehle.
Nur sehr wenig
darf aus der Tiefe
Es bleiben die Liebesbriefe,
die niemals auf dem Papiere lebten,
und voller Gefühle bebten.
Hat es im Inneren gebrannt –
So schiebt sich eine Wand,
die lässt sich kaum durchbrechen –
verhindert das offene Sprechen.
Hier bleibt der Mensch
für sich allein –
Ich glaub, das wird
wohl immer sein.
Die Gedanken sind frei –
Wie dem auch sei –
Keiner darf sie erraten.
Doch sie machen mich high
Auf den innersten Fahrten.