Gerhard Laukötter's Blog

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Alter Mann, was nun? Zwei Tage sitzt er nun schon hier. Er bettelt zwar nicht um ein Bier, sieht trotzdem alt und müde aus – hat wohl zur Zeit kein Heim, kein Haus. Ich traf ihn auf dem Trödelmarkt, hab im Vorbeigehen gefragt, ob er nicht Lust und Laune hätte, Platz zu nehmen an andrer Stätte. Das Lösegeld war kein Problem. Der Alte konnte kaum mehr stehn. Nun hockt er im Garten… Weiterlesen

Der alte Roller Der greise Roller könnte mein Alter haben. Vielleicht ist er mir sogar um Jahre voraus. Sein Äußeres schminkt viele kleine Narben. Leicht angelehnt am Zaun steht er neben dem Haus. Der Roller kannte sicher gute, alte Zeiten Da drehten beide Räder wohl so richtig rund. Er durfte Kindheiten jahrzehntelang begleiten Die Straßen damals autoleer – nicht nur zur Mittagsstund. Was könnte dieser Roller uns Vergangenes berichten – als er… Weiterlesen

Nummulithen – Münzensteine Wieder einmal hatten meine Trödelspürgänge – an denen ich leider immer noch hänge – einen kleinen hübschen Erfolg für mich. Das Glück lässt mich nicht im Stich. Ein etwa eigroßer Stein fesselte mich ganz gemein. Für einen Euro war er schnell zu haben – ganz eintönig beige seine Farben. Übersät war der Stein von feinsten Kreisen. Sie sollten sich als Spiralen später erweisen. Gleich wusste ich, es ist ein… Weiterlesen

Waschbrettgedanken Wieder mal wurde ich schwach – ob ich darüber wein oder lach – das steht auf einem anderen Blatt. Ein ziemlich altes Waschbrett hat es mir, armen Sammler angetan. Oh Mann, o Mann! Ich besitze es nun für ein bisschen Geld. Es revolutioniert kaum meine Welt. So ein großes Kerbholz hatte ich noch nicht. Dieses Werkstück nun zu mir spricht. In diese Holzplatte sind waagerecht handwerklich gar nicht so schlecht Rillenreihen… Weiterlesen

Altes Eisen Vor ein paar Wochen hab ich zum Schluss ein Stück verwitterten Eisenguss vom Trödel spät noch heimgebracht. Ich hatte dabei nur gedacht: die alte Platte hat Patina. Da kommt Geschichte mir ganz nah. Der Händler wollte nicht viel haben. Verblasst waren die bunten Farben von einem Adler im Relief. Der junge Mann nennt mich bald Chef. Ich sollte ihm 10 Euro geben. Der Seltenheit des Emblems wohl wegen. Ich gab… Weiterlesen

Von guter Statur Es gibt Fundstücke im Leben, die uns Nachhaltiges geben. Immer wieder kommen wir auf sie zurück Jede Begegnung bringt neues Glück. Vor weit mehr als zehn Jahren auch schon damals waren meine Füße und Sinne zum Trödel gelenkt. Wenn einmal das Sammeln anfängt, ist man für vieles an sich Schöne offen. Trödeln ist ein Weg zwischen Suchen und Hoffen. Vor dieser ach so langen Zeit traf ich auf meine… Weiterlesen

Herbarienkunst In einer Trödelkiste gänzlich aus dem Blick geraten fand ich ein sonderschönes Bild. Aus trocknen Pflanzenteilen davon besonders zarten eine junge Frau auf einer Flöte spielt. Wie an dem Berghang dort auf einer Lichtung hat sie den Notenständer aufgestellt. Nur durch die allerfeinste Schichtung man solch ein Kunstwerk je erhält. Dem einen scheint das Werk allzu naiv – sowohl der Inhalt wie die Schaffensart. Genialität geht sicher hier nicht tief. Doch… Weiterlesen

Offene Gartenpforte Es gibt Tage mit Schicksalsfügungen. Da treten Ahnungen in die Realität. Bei einer meiner Vergnügungen kam jeder Zufall nicht zu spät. Ich leugne keineswegs die Sucht – meine Frau hat sie schon oft verflucht – dass ich nach alten Dingen spähe, und plötzlich etwas Verrücktes sehe. Gestern war mein Trödelausflug schon zu Ende. So manches ging durch meine Hände. Das eine , andere hielt ich fest, weil mich das Teil… Weiterlesen

Nur ein Schmuckkästchen? Seit gestern ist es in meinen Besitz gekommen. Ich habe es von einem Trödeltisch frühmorgens mitgenommen Es war feinzierlich und schmeichelnd gelbweiß. Beim seinem Kauf wurde mir im Innern ein wenig heiß. Das kleine Kästchen, was mein Interesse so abrupt fand, war früher Mal ein Teil von einem Zahn vom Elefant. Durfte ein überzeugter Artenschützer so etwas kaufen, das sämtliche Prinzipien wirft über den Haufen? Das Stück war antik,… Weiterlesen

Bücherfegefeuer Als Kind lernte ich, Bücher zu ehren und zu schützen. Vor jedem Lesen erst die Kernseife zu nutzen. War durch Leichtsinn ein Eselsohr entstanden, die Elternhände schneller zur Backe fanden. Schulbücher ob gebraucht oder buchladenneu wurden zum Schutz vor Schmutz und Flecken mit papiernen Umschlägen versehen zugeklebt innen an allen Ecken. Ganz besonders viel – man sagte bei uns – Bohei wurde betrieben mit Büchern aus der Leihbücherei. In diesen Objekten… Weiterlesen