Ackerwinde

P1150367Ackerwinde

Ich finde
die Ackerwinde
gelinde ausgedrückt –
aber ehrlich –
gartenentbehrlich.
Ganz aus dem Boden gepflückt,
das ist kaum jemandem geglückt.
Bleibt nur ein kleinster Wurzelrest
dann kommt die Pest
frech wieder zurück
sucht sein Glück
rankend und windend
dabei immer wieder findend
eine Pflanze als Klettergerüst
die umklammert sie würgend dann fest.
Die Winde wächst wieselschnell.
Ganz oben ist es schön hell.
Einen Platz an der Sonne
spendet viel Wonne.
Die umwundene Pflanze
hat kaum noch die Chance,
sich zu entfalten. Weiterlesen

Soldatenpetersilie

P1140202Soldatenpetersilie

Was der weit verrankte Gundermann
mit seinen Inhaltsstoffen kann,
das kannten schon zu Alterszeiten
die Kräuterfrauen, die Gescheiten.
Nicht nur für Hildegard von Bingen
sollte Glechoma Heilkraft bringen.
Wofür ist Gundermann denn gut?
Als frisches Blatt oder als Sud
hilft er bei Leber-, Nierenleiden
Auch sucht er Kopfweh zu vermeiden.
Schmerzt die Hüfte, ist das Ohr gemein,
dann darf das Kraut wohl nützlich sein.
Selbst bei Eiterbeulen und Abszessen
kann sich die Heilkraft gut hier messen.
Als Hopfen noch nicht so bekannt,
nahm man den Gundermann zu Hand
und würzte kräftig damit Bier.
Das Kraut für sich ist bitter schier.
Frische Blätter kauten auch die Soldaten
Sie nahmen sie aus dem Wildnisgarten
Immer wieder mal Blatt für Blatt,
damit zur Würze kommt der Salat.

Gundermann wächst gerne auch im Garten.
Man braucht auf ihn dort kaum zu warten.
Als Heckenkieker überall bekannt
gedeiht er räkelnd im ganzen Land.
Seine Blätter sind hübsch anzusehen.
Doch wenn dann erst die Blüten stehen,
dann tüpfelt überall ein violettes Blau
ab frühen April die Blütenschau.
Der Gundermann der rankt sehr schnell.
Bald überall erscheint der Gesell.
Er kriecht durch alle Beete quer.
Von irgendwo kommt er stets her.
Da er nur schwache Wurzeln hat,
findet Bekämpfung einfach statt.
Meterlange Rankenbänder
säumen oft der Wege Ränder.
Auch wenn man diese Pflanze liebt,
ihr reichlich Platz im Garten gibt,
will diese Pflanze ständig mehr
zu viel von ihr, ist auch nicht fair.
So reiß ich Gundermann oft aus.
Er bleibt mir treu rund um das Haus.
Hühner, Schafe mögen ihn nicht.
Sie üben sich im Fraßverzicht.
Am End landet er im Kompost
mit Rasenschnitt und faulem Obst.
Jetzt blüht er gerad und lockt Insekten,
die verführt Nektartröpfchen lecken.
Zitronenfalter, Hummeln, Bienen
sich an den Lippen reich bedienen.
Der Gundermann ist heiß begehrt,
weil jeder Rüssel ihn gern leert.

Gibt es das geniale Herbizid?

P1130911Gibt es das geniale Herbizid?

Partielle Pflanzenlosigkeit
ein Saatbeet ohne Konkurrenzen
ein Wirkstoff mit kürzester Halbwertzeit
wird fast zum Spiel ohne Grenzen.
Die Wunderdroge Glyphosat
kann jeden Aufwuchs hemmen.
Bekannt geworden als Roundup
soll es all Unkraut dämmen.
Es wirkt auf jedem grünen Blatt
was nicht genmanipuliert.
Die Pflanzen sind bald matt und platt,
denn Leben hier verliert.
Die ganze Welt kennt Glyphosat:
die Wunderwaffe der Chemie.
Wer dieses Herbizid in Händen hat,
herrscht über Leitmagie. Weiterlesen

Die Saat geht auf

SaatDie Saat geht auf

Es dauert ein paar Tage nur
da bricht der Boden eine Spur
breit schwanger auf.
Ein Samen springt zum Lebenslauf.
Die Nachbarsamen keimen auch.
Ihnen platzt der Schalenbauch.
Heraus sprießt zart ein blasser Spross.
Von Tag zu Tag wird er nun groß.
Die Saat im Beet zieht eine Reihe
Doch auch daneben in der Freie
erscheint ein Blatt im Licht der Welt –
Das war hier keineswegs bestellt.
Das Gartenbeet ist reserviert.
Hier wird die Saat später pikiert.
Nur so viel Pflanzen dürfen leben,
die den Ertrag bestens ergeben.
Der Überschuss vom Samentrieb,
den hat der Gärtner wenig lieb.
Oft wird aber auch so gesät,
dass nur das Nutzbare aufgeht.
Was die Natur an Samen spendet,
wird eigentlich hier nicht verwendet.
Als Bei- und Unkraut deklassiert
der Aufwuchs Lebensrecht verliert. Weiterlesen

Blaues Wunder

VeilchenBlaues Wunder

Beim Nachbarn blühen ein paar Veilchen.
Ich stehe davor ein klein Weilchen
und staune richtig übers Kraut,
das fröhlich aus dem Gehweg schaut.
An sich hält Nachbar Wege rein.
Dort darf erst recht kein Unkraut sein.
Mal zupft er dieses aus dem Split –
mal nimmt er seine Spritze mit.
Beides das sorgt genau dafür,
dass nichts hier wächst über Gebühr.
Dies kleine Wunder in Veilchenblau
Ist ein Prinzipiensupergau.
Sonst darf nur sprießen, was er wünscht.
Jed falsches Blümlein wird gelyncht.
Mit spitzer Hacke, scharfem Messer
wird saubres Pflegebild bald besser.
Ist Störgewächs restlos entfernt,
dann wird vom Garten laut geschwärmt.
Wildblaue Veilchen neben der Straße
Erfreuen mich in höchstem Maße,
weil es das Bild vom Nachbarn knickt –
der sonst alles zu Tode zwickt. Weiterlesen

Aufgegangen

AufgegangenesAufgegangen

Im Garten gibt es ruderale Flächen,
die ein Kapitel Schöpfung neu sprechen.
Wenn der Winter auf dem Rückzug ist,
schon bald ein erstes Pflänzchen sprießt.
Vieles im Garten wächst früh wieder heraus.
Stauden begrünen rund um das Haus.
Viel spannender ist aber die Keimung von Samen,
die irgendwie, irgendwo in den Boden kamen.
Durch Grubbern und Graben bleibt von dem Boden
Immer noch Nacktheit durch gärtnerisches Roden.
Es geht die Saat auf, die zuvor hier gereift
Oder vagabundierend durch die Lüfte geschweift.
Im Märzen erscheint meist ganz unverblümt,
was sich erfolgreich als Unkraut so rühmt.
Vogelmier, Löwenzahn, Franzosenkraut –
Allzu Spontanes grünfrech uns anschaut. Weiterlesen

Verrecke, du Quecke!

Verrecke – du Quecke!

Der Bauer flucht, wenn seinen Zwecken

der Landwirtschaft die üblen Quecken

sich störend auf dem Acker mehren

Und guten Boden für sich zehren.

Die Egge reißt sie zwar in Stücke.

 Doch das bringt  eigentlich nur Glücke:

Aus jedem Rest frech auszusprossen

  und Halme kommen hochgeschossen –

ist die Devise von dem Gras.

Es halt so – drum merk dir das.

Im Garten kennen all die Quecken,

Die tief in guten Erden stecken,

auch keine Freunde, die sie lieben.

Sie leiden vielmehr unter Hieben

Von Hacke, Gabel oder Spaten,

die stechend ihre Pflicht hier taten.

Der Kampf im Garten der ist schwer.

Es hilft kaum Taktik, kein Gewehr.

Erst wenn vom Wurzelstock der Rest

Erobert ist, dann steigt das Fest.

 Die Quecke scheint danach besiegt,

 obwohl schon Samen wieder liegt

auf diesem Feld aus Gartenerden.

Jedwede Keimungen gefährden

Den Waffenstillstand – grad erreicht –

wenn Quecke sich dann wieder zeigt,

 dann stehen wir wieder ganz am Start

Das Gartenleben ist schon hart.

Verrecke Quecke einfach nur!

Du bist ein Störer der Natur.

Wo deine Art solch Wurzeln schiebt,

 bleibst du auf ewig ungeliebt.

Zupf-Hansel

Zupf-Hansel

Kaum geh ich durch den Garten,
Da kann ich`s kaum erwarten:
Ich muss mal wieder rupfen
und Falsches schnell auszupfen.
Die Miere in den Beeten
Macht mich noch ganz betreten.
Die Löwenzahnrosette
Ich rausgezogen hätte.
Brennnesseln greif ich unten tief
Dann läuft bestimmt auch gar nichts schief.
Der dornbewährten Distelbrut
Entferne ich die Wurzel gut.
Der Quecke spür ich hinterher,
Bis Bodensprosse sind nicht mehr. Weiterlesen