Schwein gehabt …

Schwein gehabt …

Am Montagmorgen um halb acht
Kreuzte ein Viehtransporter mich.
Eine lebendige Schweinefracht
Näherte dem Schlachthof sich.
Eng eingepfercht im Laderaum
Durch Lüftungsschlitze oxidiert
Da endet Schweinchens Lebenstraum
Blassrosa Körper ängstlich friert.
In einer Stunde ist wohl alles vorbei
Elektroschockiert – zu Tode tranchiert
Es hängen die Hälften gedärmefrei
Am Haken – dann wird portioniert
Im Akkord das arme Schwein.
Die Ware sofort gleich etikettiert
Vom Filetstück bis zum Eisbein
In Folie dicht eingeschweißt
Mit Stickstoff noch begast
Wird nun zum Supermarkt gereist,
damit du am Fleische sparst.

Das Schwein als Kreatur betrachtet
Kommt selten vor im Mästungsstall.
Der Landwirt nur auf Zuwachs achtet
Und auf den Seuchenfall.
Wie wird denn hier wohl Glück definiert
Für designierte Schnitzel?
Wer schaut ins Aug dem klugen Tier
Vor seinem Gaumenkitzel?
Wer streichelt Schweinen sanft den Bauch?
Wer redet mit den Wesen?
Wer respektiert Gefühle auch
Kann Schweinewünsche lesen?

Das Schweinefleisch muss billig sein –
Deshalb muss es rasch wachsen.
Der Artenschutz bleibt hier nur Schein.
Oktoberfest mit Haxen
Das ist für uns die Qualität,
die manchem Schwein im Leben fehlt.
„Da hab ich aber Schwein“ gehabt –
Das ist ein furchtbar Leid.
Des Schlachters Blut am Stiefel pappt
Für Trauer fehlt jede Zeit.