Gerhard Laukötter's Blog

Archiv

Blattblut Die süßen Trauben sind schon längst verspeist, Drosselmitesser ebenfalls verreist. Doch kann der Rebstock noch einmal verschenken, wenn wir dabei an seine Herbstblätter nur denken. Was im Oktober mittendrin im Blatt passiert, wie sich das Bild von Tag zu Tag noch mehr verziert, das ist schon einer Betrachtung wert – Schönheit sich schwelgerisch vermehrt. Ich halte Rebblätter so ganz direkt ins Sonnenlicht, bis sich Gestrahle in den Zellen bricht. Grüne Gewebeteile… Weiterlesen

Im Frühtau Im Frühtau funkeln tausend Tropfen. Feinnebel haucht durchs Spinnennetz. Wenn Winde an die Perlen klopfen, da bangt die Schönheit hier und jetzt. Die erste Sonne lässt brillieren so wundervoll die Kugelzahl. Das Kunstwerk wird schon bald verlieren Jed Spinnennetz hängt wieder kahl. Um diesen Moment hier zu gewinnen, muss aus dem Bett ich zeitig fliehn. Da schlafen noch wohl alle Spinnen, die aufgewärmt die Fäden ziehn.

Der alte Roller Der greise Roller könnte mein Alter haben. Vielleicht ist er mir sogar um Jahre voraus. Sein Äußeres schminkt viele kleine Narben. Leicht angelehnt am Zaun steht er neben dem Haus. Der Roller kannte sicher gute, alte Zeiten Da drehten beide Räder wohl so richtig rund. Er durfte Kindheiten jahrzehntelang begleiten Die Straßen damals autoleer – nicht nur zur Mittagsstund. Was könnte dieser Roller uns Vergangenes berichten – als er… Weiterlesen

Tropfenwelten Im Sekundentakt sackt splitternackt glasklar in nicht endender Zahl Tropfen um Tropfen. Sie lopfen sanft die Wasserhaut nur wenig laut. Trichter entstehen vergehen im kleinsten Nu immerzu. Pulsierende Kreise in rhythmischer Reise auf einer Regentonne – Betrachterwonne.

Transformationen Was fast unbeschreiblich vor mir liegt vom Morgenlicht den Glanz grad kriegt, war gestern eine Regenpfütze am Straßenrand – zu gar nichts nütze. Das Wasser lag träg in der Rinne gestaltlos im Strukturensinne. Es war zu viel, dass es verschwand. Der Wind nahm wenig in die Hand. Dann wurde es kalt in Vollmondnacht – hat Frostiges bald hergebracht. Die Pfütze vereiste von dem Rand. Gleichzeitig auch Volumen schwand. Zwischen Eiskörper und… Weiterlesen

Eiszauber Mein Blick seit Tagen nur gesenkt – was dieser Frost mir hat geschenkt, lässt mich auf Heftigste erstaunen – unfassbar sind für mich die Launen, die sich mir draußen eisig zeigen. Ich muss mich tief dazu verneigen, um Naturkunstwerke zu studieren, die ständig ihre Form verlieren. Zuerst war alles feiner Reif. Er machte welkes Blattwerk steif. Verzuckerte die braune Haut, die so ganz festlich plötzlich schaut. Dann kam ein Regenband vorbei…. Weiterlesen

Schwaden Wie aus dem Nichts schwebt Nebel ein – Tröpfchen so dicht und ultrafein. Im Wiesengrund hängt Silberband von Abendkühle aufgespannt. Am Horizont versinkt viel Röte. Der Sonnenball kriegt Abstiegsnöte zeichnet Silhouetten, Baumgestelle am Horizont mit Wolkenwelle. Das Nebelband schwillt in die Breite greift dabei zärtlich in die Weite, verliert sich bald im Abendgrau. Sein Ende sehe ich nicht genau.

Eisrosen Voller Optimismus sind noch die Rosen nicht so empfindlich wie die Mimosen. Selbst wenn der November trauernd geht, so manche Rose noch im Blütenfeuer steht. Sogar einige Knospen, die Zeit noch brauchen, wollen aus ihren duftigen Mund noch Sinnliches hauchen. Hält sich der späte Herbst mit Kälte zurück, gibt es vor Weihnachten rosafarbenes Glück. Letzte Nacht, da hat der Winter einen kurzen Abstecher gemacht. Die schirmenden Wolken am Himmel auseinandergebracht. So… Weiterlesen

Brennnesseln im Silberkleid So atemfeucht schläft Nachtbeginn. Schwanger hängt Nebel schwer im Äther Der Tageswechsel glitt dahin. Das Mondlicht blinkt erst später. Die Lüfte froren nach und nach ließen Tröpfchen zart erhärten und mit dem Licht vom neuen Tag schmückt sich die Welt mit Bärten. Mit feinsten Nadeln klar aus Eis spiegelt sich Glanz in Spitzen – sie krusten alles zuckerweiß auf Blättern sie dicht sitzen. Brennnesseln gestern noch saftgrün sind völlig… Weiterlesen

Taunass Über Nacht hat kühler Feuchtehimmel ein jedes Blatt mit Perlenschmuck geküsst. So wie ein Edelsteingewimmel der Tropfen Sonnenstrahl aufs Hellste grüßt. Ein schnöder Grashalm gänzlich unbekannt kann früh mit Wasserkugeln prahlen. Was gestern lag so stumpf am Wegesrand darf tausendfach im frischen Morgenlichte strahlen.