Gerhard Laukötter's Blog

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In der Gosse gelandet In der Gosse gelandet ist heute Morgen mein Blick. Ein Rest vom gestrigen Regenstück bleibt nun eiskalt gefangen in kristallener, gläserner Pracht seit letzter Nacht. Auf einmal ist die Gosse so schön. Es gibt Verzaubertes zu sehen. Schwebendes Eis bizarr konstruiert sich mit Asphaltdekor hier liiert. Was gestern noch Pfütze war, erscheint nun recht sonderbar. Wasser fror zuerst mit Gewalt schuf Stränge, Schwerter recht bald. Werbeanzeigen

Die Wanne ist voll… Die Wanne ist voll mit frischem dünnen Eis. Früher war sie mal warm, manchmal sogar heiß. Als Kind wurde ich in die Wanne gesteckt. Trübes Wasser bald nach Kernseife schmeckt. Ein Badezimmer gab es damals noch nicht. Doch sauber wurde am Ende der Wicht. Später war die Zinkwanne lange arbeitslos. Wir Kinder erwachsen – für die Wanne zu groß. Für die Wäsche gab es längst Elektromaschinen. Da brauchten… Weiterlesen

Nachtfrostkunst Das erste Eis fror über Nacht hat Willkürkunst schön mitgebracht: zwei Millimeter starke Wasserhaut, die wie ein Zauberwerk ausschaut. Wo Binsenhalme lustlos ragen, bekommen sie starrharte Kragen. Wie Sternenstrahlen blinkt es hell. Sonnenlicht verspiegelt grell. Neben all den spitzen Schwertgestalten möchte auch Zarthäutiges walten.

Nebeltücher Wer webt hier nächtens weiße Bänder? Wer haucht den Atem durch die Luft? Wer schafft solch schwebende Gewänder? – die feine Kunst, die jäh verpufft, wenn Sonnenstrahlen sie durchdringt. Der Schleier dann zusammenfällt, als würd der Nebel ausgewringt – und wieder blank wird diese Welt. Nebel erfüllen weich den Raum. Dass Wasser schwebt, man sieht es kaum. Wie klein muss erst ein Tröpfchen werden, das es nicht fällt gleich auf die… Weiterlesen

In Memoriam Lithax obscurus Zum Gedenken an eine kleine Köcherfliegenart Seit ein paar Wochen steht Aufräumen im täglichen Programm. Das frühere Arbeitsleben verschwindet nach mehr als sechs Jahren beruflicher Tatenlosigkeit immer stärker im Nebel der Vergessenheit. Um Kinder und Kindeskinder vom Ballast des spätreifen Lebens zu befreien, muss ich mich in einem weiteren Schritt von Dingen lösen, die mir vor zwanzig Jahren noch enorm viel bedeutet haben. Als Biologe in der Naturschutzbildungsarbeit… Weiterlesen

Deine Spuren im Sand Deine Spuren im Sand ja die fand ich so im Vorbeigehen hab sie fast übersehen. Zart getupftes Spurenband blieb aber nicht unerkannt. Ein Rüsselkäfer trippelte, unter jedem Fußdruck riffelte der lose Sand schön musterhaft bis eine Spur war schnell geschafft. Woher der Käfer heute kam, blieb offen, denn der Wind nahm ständig Sandkörner vor seinen Lauf schüttete diese auf deine frischen Schrittemulden.

Frostkunstgeometrien Es sind mal gerade drei Wochen her, da wollten Seerosenblätter sich entfalten. Selbst der erste Krötenhochzeitsverkehr ließ auf Frühlingsgefühle hin schalten. Doch zu früh gefreut, denn es wurde bitter kalt. Primeln und Krokusblüten Opfer vom Frost Narzissenknospen erstarrten, machten halt. Der Winter schickte ihnen nur eisige Post. Am Gartenteich wuchsen Kristallkonfigurationen. In magischen Nächten entstanden gläserne Eisdecken. Sonnenstrahlenfeuer schmolz diese Kompositionen, um zur Nacht hin wieder Kreativität neu zu entdecken. So… Weiterlesen

Nur Schnee von gestern Das sieht schon ziemlich affig aus: Ein Schimpanse weiß im Morgenschnee Doch diesen kleinen Augenschmaus ich längst schon nicht mehr vor mir seh. Fast so schnell, wie er zu Boden sank schmolz der Schnee auch wieder fort. Der Winterepisode gebührt mein Dank für diesen so zartweißen Ort. Ein paar Stunden zeigt sich hier Idylle ein Wintermantel gerad für einen Tag. Da kommt schon etwas Vorfreudestille, die ich zur… Weiterlesen

Blattblut Die süßen Trauben sind schon längst verspeist, Drosselmitesser ebenfalls verreist. Doch kann der Rebstock noch einmal verschenken, wenn wir dabei an seine Herbstblätter nur denken. Was im Oktober mittendrin im Blatt passiert, wie sich das Bild von Tag zu Tag noch mehr verziert, das ist schon einer Betrachtung wert – Schönheit sich schwelgerisch vermehrt. Ich halte Rebblätter so ganz direkt ins Sonnenlicht, bis sich Gestrahle in den Zellen bricht. Grüne Gewebeteile… Weiterlesen

Im Frühtau Im Frühtau funkeln tausend Tropfen. Feinnebel haucht durchs Spinnennetz. Wenn Winde an die Perlen klopfen, da bangt die Schönheit hier und jetzt. Die erste Sonne lässt brillieren so wundervoll die Kugelzahl. Das Kunstwerk wird schon bald verlieren Jed Spinnennetz hängt wieder kahl. Um diesen Moment hier zu gewinnen, muss aus dem Bett ich zeitig fliehn. Da schlafen noch wohl alle Spinnen, die aufgewärmt die Fäden ziehn.