Rätselhaftes Eis

Rätselhaftes Eis

Wie Daunenfedern flauschig weich –
man findet schwer nur den Vergleich –
für das, was hier ganz früh geboren ist
und das meine Auge kaum vergisst.
Hier zeigt sich kaum ein fein Gefieder.
Auch Pflanzliches liegt nicht darnieder.
Kein Gras, kein Moos ruht hier am Fleck.
Rätselraten macht wenig Zweck.
Was sich in schönsten Formen zeigt,
ist Wasser nur, das eisig schweigt.
Ich traf dieses wunderbare Bild
nicht in der Natur, die ursprungswild. Weiterlesen

Winterwaffen

Winterwaffen

Mächtig aufgerüstet wurde über Nacht.
Der Frost hat Messer scharf gemacht.
Am Blattsaum sind Klingen aufgestellt.
Annähern sich nun schwierig stellt.
Hinter dem Gewirr von spitzen Lanzen
kann sich die Brennnessel gut verschanzen.
Ihre eigenen Waffen ruhen sanft.
Denn alle Blätter sind verkrampft,
seit Kälte sie eisig versteift
und sie mit Feinkristall bereift. Weiterlesen

Herbstastern

Herbstastern

Als hätte die Flora letzte Farbe bunt aufgemischt,
ehe dem späten Sommer die Strahlkraft erlischt,
da tupfen Astern noch rosa, violette Töne,
erfinden spät im Jahr erneut das Schöne.
Es heißt, Abschied zu nehmen, Ernte einzubringen
Bei soviel Buntheit will das nicht leicht gelingen.
Am Blütentisch verweilen nur noch ein paar Kunden
Schwebfliegen lassen es sich noch einmal munden. Weiterlesen

Herbstschatten

Herbstschatten

Oktobersonnenstrahlen –
ein letztes Mal Sandalen –
goldgelbe Quitten brechen –
Wespen längst nicht mehr stechen.
Späte Libellen tanzen.
Sie haben kaum noch Chancen
für einen Hochzeitsflug.
Natur lebt auf Entzug.
Herbstblutige Blätter fallen
in kürzeren Intervallen.
Sie decken Boden zu.
Auch der kommt nun zur Ruh.

Wolkenbäuche schieben
den Regen, den sie lieben,
von Westen in den Osten
Plusterige Amseln kosten
Fallobst, das Esser braucht,
damit die Zukunft taugt. Weiterlesen

In der Gosse gelandet

In der Gosse gelandet

In der Gosse gelandet
ist heute Morgen mein Blick.
Ein Rest vom gestrigen Regenstück
bleibt nun eiskalt gefangen
in kristallener, gläserner Pracht
seit letzter Nacht.
Auf einmal ist die Gosse so schön.
Es gibt Verzaubertes zu sehen.
Schwebendes Eis bizarr konstruiert
sich mit Asphaltdekor hier liiert.
Was gestern noch Pfütze war,
erscheint nun recht sonderbar.
Wasser fror zuerst mit Gewalt
schuf Stränge, Schwerter recht bald. Weiterlesen

Die Wanne ist voll…

Die Wanne ist voll…

Die Wanne ist voll mit frischem dünnen Eis.
Früher war sie mal warm, manchmal sogar heiß.
Als Kind wurde ich in die Wanne gesteckt.
Trübes Wasser bald nach Kernseife schmeckt.
Ein Badezimmer gab es damals noch nicht.
Doch sauber wurde am Ende der Wicht.
Später war die Zinkwanne lange arbeitslos.
Wir Kinder erwachsen – für die Wanne zu groß.
Für die Wäsche gab es längst Elektromaschinen.
Da brauchten die Wannen nicht mehr zu dienen.
Manche wanderten in den Schrott waren dann weg
Für die restlichen ergab sich später oft neuer Zweck. Weiterlesen