Eisrosen

p1140434Eisrosen

Voller Optimismus sind noch die Rosen
nicht so empfindlich wie die Mimosen.
Selbst wenn der November trauernd geht,
so manche Rose noch im Blütenfeuer steht.
Sogar einige Knospen, die Zeit noch brauchen,
wollen aus ihren duftigen Mund
noch Sinnliches hauchen.
Hält sich der späte Herbst mit Kälte zurück,
gibt es vor Weihnachten rosafarbenes Glück.
Letzte Nacht,
da hat der Winter einen kurzen Abstecher gemacht.
Die schirmenden Wolken
am Himmel auseinandergebracht.
So fiel viel Kälte auf Wiese, Feld und Garten.
Im frostigen Hauche die Blumen erstarrten.
Wie von Zauberhand wuchsen kristallene Spitzen.
Sie wollten auf Stängeln, Blättern und Blüten sitzen. Weiterlesen

Brennnesseln im Silberkleid

p1160393Brennnesseln im Silberkleid

So atemfeucht schläft Nachtbeginn.
Schwanger hängt Nebel schwer im Äther
Der Tageswechsel glitt dahin.
Das Mondlicht blinkt erst später.
Die Lüfte froren nach und nach
ließen Tröpfchen zart erhärten
und mit dem Licht vom neuen Tag
schmückt sich die Welt mit Bärten.
Mit feinsten Nadeln klar aus Eis
spiegelt sich Glanz in Spitzen –
sie krusten alles zuckerweiß
auf Blättern sie dicht sitzen.
Brennnesseln gestern noch saftgrün
sind völlig neu umkleidet. Weiterlesen

Taunass

P1150460Taunass

Über Nacht hat kühler Feuchtehimmel
ein jedes Blatt mit Perlenschmuck geküsst.
So wie ein Edelsteingewimmel
der Tropfen Sonnenstrahl aufs Hellste grüßt.
Ein schnöder Grashalm gänzlich unbekannt
kann früh mit Wasserkugeln prahlen.
Was gestern lag so stumpf am Wegesrand
darf tausendfach im frischen Morgenlichte strahlen. Weiterlesen

Spurenspiele

P1130421Spurenspiele

Unendlichkeit im Wellenrauschen
das Herz des Meeres das rollt im Takt.
Ich könnte endlos weiter lauschen.
Der Strandsand ist so weich und nackt.
Die Wellen branden in Gezeiten
mal weiter auf die Dünen zu.
Wenn sie den Rückzug dann bereiten,
lassen sie Ufer weit in Ruh.
Am Wasserrand da seh ich Spuren –
erst ultrafein mit feinstem Strich.
Kommt Wasserrücklauf dann auf Touren,
zeigen Gerinne breiter sich.
Am Ende fließt in tiefen Betten
der Wellenrest zurück ins Meer.
Er furcht in wunderbaren Stätten
Am Boden bleibt, was hier zu schwer.
Mit jeder Woge stirbt solch ein Bildnis.
Die Ebbeflut schafft neue Pracht. Weiterlesen

Zwölf Jahresringe

P1130806Zwölf Jahresringe

Heut hat der Reif
mit Eis schön eingedeckt
Neugierde wird kalt geweckt.
Der feine Frost
zeichnet perfekt,
hebt zart hervor,
was sonst versteckt.
Bei jedem Reif kristallisieren
die kleinsten Tröpfchen
sie verlieren
die Formarmseligkeiten
von Flüssigkeiten.
Durch das Erstarren
verharren
winterkühle
Moleküle
in gläsernen Gebilden –
manchmal mit wilden
Architekturen.
Frostspuren,
die meist nur –
so will es die Natur –
bald vergehen.
Wir sehen
schon ihr Ende bald.
Es bleibt ja nicht kalt.

Heut hat der Reif
zwölf Jahresringe ausgeschmückt. Weiterlesen

Ephemere Eiskreationen

P1130673Ephemere Eiskreationen

Heute gab es kalte Kunst fast mit Ansage.
Regenwütig waren viele der letzten Tage,
dass überall Pfützen und Lachen
auf Wegentief mich feucht ansprachen.
Dann riss die Wolkenlast, bis Winterhimmel kam.
Die Luft war nicht mehr falsch – so milchig warm.
Ich wusste, heute Nacht beißt wieder einmal Frost.
In winterlosen Zeiten schon ein kleiner Trost.
Der Morgen zeigt sich pudrig voll mit feinstem Reif
Der neue Grashalm glitzert hell und ziemlich steif.
Der Matsch vom Feldweg gibt sich knochenhart.
Die Pfützen schmückt eine Eiseshaut so gläsern zart.
Schon öfter hab ich solche Kunst enorm bestaunt.
Auch heute Nacht war die Natur sehr gut gelaunt.
Ist solche Schöpfung eigentlich kreativ? Weiterlesen

Himmlisches

P1130098Himmlisches

The sky is red –
ein feuerrotes Himmelbett.
Seit ewig färbt der Sonnenball
die Erde rot beim Niederfall.
Gefühleglut wird ausgelöst,
wenn Untergang die Sinne stößt.
Ist alles wieder grau in grau,
dann fühlen wir wieder genau
oft Schwermut oder gar Tristesse.
Grau liefert selten Farbenstress.
Der Himmel heut wölkchenbetupft
im Feuerlicht Sehnsüchte ruft.
Im warmen Ton vom Wolkenbauch
mischt sich viel Wasserdampf wie Rauch. Weiterlesen