Sozialer Wohnungsbau

Sozialer Wohnungsbau

Beim Nachbarn wird ein Dach zerstört.
Das erscheint zunächst recht unerhört.
Ein Gartenhaus wird zur Ruine
und das aus kreativer Miene.
Was dann entsteht, bewegt Fantasie
Chaos braucht es hier irgendwie.
Als erstes muss das Dach wohl weichen –
setzt dem Entschluss ein klares Zeichen.
Unter den Platten
kommt Vergangenes ans Licht
Wespenarchitektur auf einmal besticht.
Als halbe Kugel präsentiert sich ein Nest –
In Jahren gealtert aber immer noch fest. Weiterlesen

Menschenleer

Menschenleer

Menschenleer, keine Straße, kein Haus –
wie sieht denn dieser Fleck nur aus?
Doch hinter mir steht so mancher Bus,
aus denen ergießt sich Menschenfluss.
Dort staunt der Reisende nicht schlecht:
denn die Natur scheint ziemlich echt.
Hier oben kann der Mensch kaum bauen.
So dürfen Augen hier noch schauen,
was die Natur aus Bergen macht,
wenn vorher ein Vulkan gekracht.
Kein Strauch, kein Baum lässt sich erspähen,
was wir wie grüne Schminke sehen,
an all den Wangen schroffer Berge,
ist Pflanzenwuchs gleich dem der Zwerge. Weiterlesen

Boden wird wertvoller!

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Boden wird wertvoller!

Was stand da heute so fett geschrieben –
ich habe meine Augen verwundert gerieben:
Der Boden wird hierzulande immer teurer
und das ganz ohne jegliche Mehrwertsteuer.
Doch nicht der Erhalt ist uns ganz viel wert,
nein – nur wer den Boden endgültig zerstört,
der zahlt jetzt dafür einen höheren Preis
Nicht jeder aller Bauherren ja der weiß,
dass dieses Geld in dieser schnellen Welt,
den Flächenverbrauch kaum ein wenig aufhält.
Freiflächenschutz für lebendige Erde
bleibt allenfalls eine Alibi-Gebärde.
Solange der Konjunkturmotor raucht,
wird hemmungslos Boden tagtäglich verbraucht. Weiterlesen

BODEN will LEBEN!

BODEN will LEBEN!

Sollte es nicht endlich ein neues Motto geben?
Eigentlich ganz einfach: BODEN will LEBEN!
Es gibt doch so viel an Wald, Feld und Flur –
da soll sie halt leben die Bodennatur.
Das Gewürm und Geassel und Tausendgebein
hat beileibe noch Flächen zum Glücklichsein.
Mann braucht gar nicht lange erst Auto zu fahren,
da riecht man die Waldluft seit ewigen Jahren.
Lila Kühe sie grasen auf märchengrüner Au –
und da reden doch die Leute vom Bodenklau.
Unser Land braucht flächenweit wieder Baukonjunktur.
Zum Ausgleich dafür gibt es Ersatz für Natur.
Der Boden kann sich gottlob nicht wehren,
selbst wenn sich die Verluste dramatisch vermehren.
Wir verlieren den Boden unter unseren Füßen
und müssen mit Zukunftslosigkeit dafür büßen. Weiterlesen

Gnadenlose Gleichgültigkeit

unknownGnadenlose Gleichgültigkeit

Eine alltägliche Zeitungsnotiz verletzte mich.
Ein Kreisverkehr war wie ein böser Stich
in mein Herz von Stadtnatur.
Doch wie reagiere ich jetzt nur?
Die Straße ist mir wohl bekannt.
Platanen säumen ihren Rand
und das schon wohl seit 100 Jahren.
Doch hier wird Auto viel gefahren.
Weil Ampeln ihre Wege lähmen,
Geschwindigkeiten somit zähmen,
da will die Stadt den Kreisverkehr.
Der bringt den Autofluss dann her.
Die alten Bäume sind im Weg,
wenn ich den Kreisel breit anleg.
Was lang als Allee die Stadt verschönt,
dort bald ein Sägeschwert laut dröhnt.
Die Planung macht hier wohl nicht halt –
Gleichgültigkeit Gefühle kalt. Weiterlesen

Dem Erdboden gleich machen

P1130594Dem Erdboden gleich machen

Alles dem Erdboden gleich machen,
zeugt oft von purer Zerstörungswut.
Leider sind es nicht immer nur leblose Sachen.
Zwischen den Trümmern fließt manchmal auch Blut.
Hier wird nur ein altes Haus abgebrochen.
Es stand längst leer und war lange verwaist.
Das Steinwerk liegt da wie tote Knochen.
Der Bagger am Ende alles niederreißt.
Ein Haufen Schutt den Boden bedeckt.
Er bleibt dort kaum länger liegen.
Der Schaufelmund sich zum Kipper reckt.
Der wird bald tonnenschwer wiegen.
Dem Erdboden gleich – das ist bald geschafft.
Nichts bleibt von dem Bau noch bestehen.
Im Boden eine tiefe Lücke klafft.
Heut Frühlingswinde hier wehen.

Dem Erdboden gleich machen – ist eigentlich so gut.
Schaue ich tief in den wilden Wald hinein –
was sich dort alles in der dünnen Erdenhaut tut,
bewegt 4,6,8 ja tausendfach das Bein.
Dem Erdboden gleich machen –
das ist eine unendliche Humusgeschichte. Weiterlesen

Plötzlicher Haustod

P1130580Plötzlicher Haustod

Vor unserer Tür da stirbt ein Haus.
Das Ganze schaut recht traurig aus.
Seit gestern beißt ein Bagger Stücke
und immer größer wird die Lücke.
Das Haus war sicher hochbetagt.
Die Baudemenz hat auch genagt.
Man hat die Pflege lang vergessen.
Wer es zuletzt noch hat besessen,
der lebt im Heim – dort gar nicht schlecht.
Am Haus pickt grob der Mauerspecht.
Was hat das Haus bis heut erlebt –
ein Haus, das morgen nicht mehr steht?
Kurz nach dem Krieg ist es erbaut.
Da hat man auf den Preis geschaut.
Im Wohlstand wuchs das kleine Haus.
Man baute es dann weiter aus.
Lieferte das Haus uns Zeitberichte,
wäre es auch Familiengeschichte.
Was von dem Haus dann übrig blieb,
hatte am Ende kein Mensch lieb. Weiterlesen

Böserdig

Ackerdüngung

Böserdig

Könnte ich fühlen wie Mutter Erden
Ich hätte wohl die schlimmsten Beschwerden.
Im naturnahen Wald unter schattigen Bäumen
Darf ich noch von der heilen Welt träumen.
Dort leb ich als Boden ziemlich naturgesund
In meinem Gefüge läuft das Leben noch rund.
Verlasse ich jedoch diesen heimeligen Ort,
dann treffe ich Übel wie Pestilenz und Mord.
Boden wird vergiftet und gefoltert wie noch nie
Degradierung von Erde wird zur Ideologie.
Monokulturen soweit mein Blick streicht
Macht meine Sinne und Seele nicht leicht.
Was hier von der Landwirtschaft wird produziert,
das hat seinen Preis: die Vielfalt verliert. Weiterlesen

…hat Boden gut gemacht …

….konnte wieder Boden gut machen!

In den Abendnachrichten hörte ich es:

Im letzten Fernsehduell konnte Obama
Wieder etwas an Boden gut machen.
Das Aufeinandertreffen wurde fast Drama
Der Punktsieger konnte gut lachen.
Leider hat gestern Mister Präsident
Dabei kein bisschen Boden gut gemacht.
Denn, was das Sprichwort so benennt,
hat für die Erde wenig Glück gebracht.
Wenn Obama weiter so an Boden gewinnt,
Kann er im Präsidentenamt bleiben.
Zur Zeit lässt er sich nicht mehr vom Wind
Der Opposition in die Enge treiben.
Boden gut machen – das ist so schwer.
Wir verbrauchen ihn für unsre Zwecke.
Wir nehmen Beton und reichlich Teer
Und versiegeln die vorletzte Ecke.
Boden gut machen – wie soll das gehen?
Können wir ihm Leben schenken?
Wenn wir solch Bodenelend sehen,
müssen wir auch gegenlenken.
Wer kann schon sagen, dass er ganz viel
an Erdenboden hat gut gemacht.
Die Menschheit führt ein Räuberspiel
Hat dem Boden Not und Leid gebracht.
Welcher Schöpfer einst erschuf die Welt?-
Der war – gottlob – dem Boden immer gut.
Doch dass der Mensch Boden erhält,
liegt scheinbar kaum in seinem Blut.
So bleibt am Ende dass Sprichwort nur:
„Er machte wieder Boden gut“
Von Bodenschutz fehlt jede Spur –
Das macht der Erde wenig Mut.