Böserdig

Ackerdüngung

Böserdig

Könnte ich fühlen wie Mutter Erden
Ich hätte wohl die schlimmsten Beschwerden.
Im naturnahen Wald unter schattigen Bäumen
Darf ich noch von der heilen Welt träumen.
Dort leb ich als Boden ziemlich naturgesund
In meinem Gefüge läuft das Leben noch rund.
Verlasse ich jedoch diesen heimeligen Ort,
dann treffe ich Übel wie Pestilenz und Mord.
Boden wird vergiftet und gefoltert wie noch nie
Degradierung von Erde wird zur Ideologie.
Monokulturen soweit mein Blick streicht
Macht meine Sinne und Seele nicht leicht.
Was hier von der Landwirtschaft wird produziert,
das hat seinen Preis: die Vielfalt verliert. Weiterlesen

…hat Boden gut gemacht …

….konnte wieder Boden gut machen!

In den Abendnachrichten hörte ich es:

Im letzten Fernsehduell konnte Obama
Wieder etwas an Boden gut machen.
Das Aufeinandertreffen wurde fast Drama
Der Punktsieger konnte gut lachen.
Leider hat gestern Mister Präsident
Dabei kein bisschen Boden gut gemacht.
Denn, was das Sprichwort so benennt,
hat für die Erde wenig Glück gebracht.
Wenn Obama weiter so an Boden gewinnt,
Kann er im Präsidentenamt bleiben.
Zur Zeit lässt er sich nicht mehr vom Wind
Der Opposition in die Enge treiben.
Boden gut machen – das ist so schwer.
Wir verbrauchen ihn für unsre Zwecke.
Wir nehmen Beton und reichlich Teer
Und versiegeln die vorletzte Ecke.
Boden gut machen – wie soll das gehen?
Können wir ihm Leben schenken?
Wenn wir solch Bodenelend sehen,
müssen wir auch gegenlenken.
Wer kann schon sagen, dass er ganz viel
an Erdenboden hat gut gemacht.
Die Menschheit führt ein Räuberspiel
Hat dem Boden Not und Leid gebracht.
Welcher Schöpfer einst erschuf die Welt?-
Der war – gottlob – dem Boden immer gut.
Doch dass der Mensch Boden erhält,
liegt scheinbar kaum in seinem Blut.
So bleibt am Ende dass Sprichwort nur:
„Er machte wieder Boden gut“
Von Bodenschutz fehlt jede Spur –
Das macht der Erde wenig Mut.

Steingarten

Steingarten

Es graut so grau vor manchem Haus,
Was früher war so saftig grün.
Durch einen Akt des Gartenbaus
Soll hier nun künftig nichts mehr blühn.
Der Mutterboden ward entfernt
Schotter ersetzt den Boden.
Das Gartenleben voll entkernt
Steine sind Trend und Moden.
Ein Einzelbaum grad als Dekor –
stylisch darf der dort bleiben.
Sonst sprießt kein Pflänzchen mehr empor –
Im Steinbeet soll nichts treiben.
Es fehlt für Pflege wohl die Zeit
So wird gründlich versteinert.
Manch Fahrzeug macht sich zudem breit,
was Garten noch verkleinert.
Hier hat es früher bunt geblüht
Vom Krokus bis zur Aster.
Der Garten streichelte Gemüt
Steine brachte der Laster.
Augen sehen fast nur noch grau –
Dem Ohr fehlt Bienensummen.
Denn diese triste Gartenschau
Bringt vieles zum Verstummen.
Steinflächen breiten sich längst aus.
Tagtäglich seh ich Gärten.
Da wird es einsam rund ums Haus,
wenn Steine Boden härten.
Nach Abstandsgrün nun Schottermeer –
Natur bleibt auf der Strecke.
Wird meine Heimat blumenleer –
Gesteinigt letzte Ecke?

Leben braucht Boden!

Leben will Boden!

Wie viel von unserer tollen Welt
Haben wir für immer schon entstellt?
Wenn Menschheit noch mehr Flächen braucht,
damit für sie der Schornstein raucht,
dann fragt sich alle Kreatur:
Wo bleibt für uns der Boden nur?
In Straßenschluchten unserer Städte
Hat Boden wenig Lebensstätte.
So gründlich ist hier asphaltiert
und Pflaster wird grau etabliert.
Gottlob entstehen auch mal Risse
Urban gedüngt durch Hundepisse. Weiterlesen