Sanddornlese

Sanddornlese

Im Garten steht ein Sanddornstrauch
da landet nun manch hungriger Bauch.
Der Tisch ist hier noch reich gedeckt
Denn Frucht an Frucht am Zweige steckt.
Im Garten gibt´s nicht mehr viel zu holen.
Birnen und Äpfel sind verschollen.
Die meisten Beerensträucher sind längst leer
Im späten Sommer endete der Verzehr.
Kornelkirschen gab es dieses Mal viele.
Am Boden liegen Stein und Stiele.
Die Trauben vom süßen und wilden Wein
sind auch verdaut – so soll es sein.
Der Holunderbusch mit schwarzen Beeren
lockte sehr bald schon zum Verzehren. Weiterlesen

Fünf Austernfischer

Fünf Austernfischer

Fünf Austernfischer auf der Wiese
vom Meer bläst eine leichte Brise
da stochern Schnäbel rot und lang,
sind pausenlos auf Würmerfang.
Auf der Insel sind sie gern zu Hause
Bei allem lautem Meergebrause
hör ich sie schrill in Lüften singen –
wollen Lebensfreude allen bringen.
Ihr Flug ist schnell und sehr geschickt.
Rasant wird oft die Bahn geknickt.
Gesellig treiben sie durch die Luft.
Der eine den andren ständig ruft. Weiterlesen

Haubenlerchen

Haubenlerchen

Eigentlich war es ein Stück Unland.
Denn niemand zur Zeit wohl fand
eine Nutzung für dieses karge Erdenstück.
Nicht nur ein Vogel fand hier sein Glück.
Weit nach Südeuropa musste ich reisen,
um solch eine Brache ehrlich zu preisen.
Stand an diesem Ort irgendwann ein Haus?
Wann kamen die Planierraupen heraus?
Wurde alles dem Erdboden gleich gemacht –
damit die Natur wieder kommt und langsam lacht?
Spärlich sprießt etwas an Vegetation.
Doch Nacktheit der Erdhaut überwiegt schon.
Solche lückenhaften Bodenstellen
entwickeln sich ähnlich wie Quellen.
Aus der freien Erde quillt Lebensraum –
für manche Arten erfüllt sich ein Traum.

Ein paar Haubenlerchen traf ich an diesem Ort.
In meinen Erinnerungen flogen sie schon lange fort.
Als Kind sah ich sie in unserem Baugebiet –
dort, wo man zu der Zeit noch Häuser vermied. Weiterlesen

Artenerosion

Artenerosion

Die Welt gewinnt täglich an Menschen mehr
verliert aber an Arten dafür um so sehr.
Wenn homo sapiens Milliardenmarken knackt,
die Biodiversität an Arten tief ins Minus sackt.
Zahlt Menschheitswachstum mit neuen Rekorden
mit einem Lebendigkeitsverlust durch Artenermorden?
Ich gebe meinen Enkeln eine Welt in die Hand,
aus der während meiner Zeit so viel Leben verschwand.
Neulich fand ich auf dem Trödel ein schönes Objekt,
in dem ein Stück Trauer der Weltmeere steckt.
Ein Korallenskelett hübsch gewachsen einmal.
Darin lebten einst Polypen in fast unglaublicher Zahl.
Vielleicht wurde das Stück schon tot aus dem Riff gerissen –
doch auch diese Tat beruhigt kaum mein Gewissen.
Diese Korallen wurden fürs Aquarium gehandelt.
So wurde ein Fischgefängnis mit Zauber verwandelt.
Heute sterben oder siechen Korallenriffe dahin –
eine Rettung utopisch, macht scheinbar keinen Sinn.
An toten Korallen werden wir reichlich bald erben.
Dafür musste atemberaubende Vielfalt einfach nur sterben.
Gestern war in den Medien erneut darüber zu lesen,
die Zeit der Insekten ist für die meisten wohl gewesen.
Dreiviertel Sechsbeiner fehlen an gut untersuchten Orten.
Mir fehlt fast die Sprache mit geeigneten Worten. Weiterlesen

Vogelspinne

p1150813Vogelspinne

Ein Vogel sitzt auf einer Säule
ist weder Specht oder gar Eule.
Sperrt seinen Schnabel einen Spalt,
als käm ein Ton wohl irgend bald.
Er kriegt die Klappe nimmer zu.
Ihn drückt auch selten mal der Schuh.
Er thront einfach auf dem Granit –
ist nicht der allergrößte Hit.
Er schmückt ein wenig den Vorgarten.
Kann stundenlang auf alles warten.
Doch heute morgen war er vernetzt.
Die Kommunikation die hält bis jetzt.
An der Schnabelspitze sitzt ein Faden,
der hat zum Netzaufbau geladen. Weiterlesen

Fast alle Vögel sind schon da

p1120915Fast alle Vögel sind schon da

Hab einen Vogel auf dem Dach,
der macht nur Krach.
Hab viele Drosseln, die verzehren
gern alle meine Beeren.
Hab einen Haufen an Spatzen
manchmal leider Futter für Katzen.
Hab Kohl- und Blaumeisen,
die nimmersatt Raupen verspeisen.
Hab sogar einen Zaunkönig zu Gast,
der durch die kleinsten Ritzen passt.
Hab im Birnbaum öfter den Specht,
der hämmert nicht schlecht.
Hab oft ein Rotkehlchen zu meinen Füßen,
das würde Futter begrüßen.
Hab im Apfelbaum einen Buchfink,
der ruft immer wieder „pink- pink“.
Hab eine Braunelle in der Hecke,
die ich durch mein Kommen erschrecke.
Hab gelegentlich einen Eisvogel am Teich,
der taucht unter sogleich.
Hab noch die vielen Stare vergessen,
die meine Kirschen gefressen. Weiterlesen

Möwenblick

P1130488 (1)Möwenblick

Nein, sie hieß nicht Jonathan.
Sie kam zu mir und sah mich an
mit etwas strengem Blick.
Ihr Federclothing das war chic.
Früh morgens landete sie schon
Dem Schnabel wich ein lauter Ton.
So machte sie aufmerksam auf sich.
Ich näherte vorsichtig mich.
Da trippelt sie leicht defensiv,
hielt ihren Kopf neugierig schief.
Es war wohl erste Frühstückszeit
da könnte eine Kleinigkeit
vom frischen Brötchen doch abfallen –
das würd der Vogel sich gern krallen.
Doch Füttern ist hier nicht erlaubt,
auch wenn die Möwe dies nicht glaubt.
Weil wir aus der Erfahrung wissen,
wird Futter unschön ausgeschissen. Weiterlesen