Im Frühlingsrausch

P1140211Im Frühlingsrausch

Als wollt der Garten Hochzeit feiern –
die Sträucher Blattwerk frisch erneuern.
An Birne, Kirsche und der Pflaume
erstrahlt die Weissheit rund am Baume.
Der Blütenduft schwängert die Luft.
Aus jedem Kelch strömt etwas Duft.
Das jugendhafte zarte Grün
will um den Hochzeitschmuck gern stehn.
Des Morgens früh, des Abends spät
wird Vogellied laut ausgebläht.
Wie in Babylon Töne verwirren
Melodien sich im Rausch verlieren.
Es schallt mal lauter dann sehr leise
vom frechen Star bis zu der Meise.
Wo zweigbetrachtet fehlen Blätter,
da strotzen Knospen immer fetter.
Sie springen auf beim Sonnenkuss
entfalten zärtlich grünsten Gruß.
Wo später drei, vier Äpfel schwellen,
da buhlen fünfzig Blütenstellen,
darum, dass Biene Pollen bringt
und die Befruchtung dann gelingt. Weiterlesen

Lauter Früchte

P1120905Lauter Früchte

Der hohe Strauch hängt rappelvoll.
Die Früchte scheinen reif und prall.
Doch niemand will sie ergreifen.
Das Sonnenlicht schien Tage toll,
dass Mispeläpfel goldig glänzen.
Laue Winde kosend streifen
und Himmelblau kennt keine Grenzen.
Blätter mussten Abschied feiern
verklumpen feucht im Untergrund.
Ein paar wollen noch Grün erneuern
aus frischem späten Knospenmund.
Die Früchte wirken so auf mich:
als bestellt aber nicht abgeholt.
Kein Hungervogel interessiert sich.
Die Frucht bleibt unbegehrt und ungewollt.
Die letzten Boskoop schauen verbissen,
sind fast schon gänzlich ausgehöhlt.
Ihnen wird das Fleisch herausgerissen.
An Schnabelhieben es nicht fehlt.
Die Mispelfrucht findet keinen Gefallen
Sie bleibt von Bissen unverletzt. Weiterlesen

Ein Trauer(schnäpper)spiel

TrauerschnäpperFast ein Trauer(schnäpper)fall

Der Mensch liebt sein Haus mit viel Licht.
Das führt gern auch zu Mauerverzicht.
Deckenhohe Fenster, Türen aus Glas
machen beim Bauen mehr Freude und Spaß.
Man schaut panoramaweit ins Grüne
sitzt privilegiert auf einer Tribüne –
erblickt vielleicht direkt Natur.
Es braucht dazu – einen Wintergarten nur.

Heute morgen im grau nassen Septembertag
hörte ich an der Scheibe einen dumpfen Schlag.
Dies war leider nicht das allererste Mal.
Die gläserne Front brachte schon des öfteren Qual.
Am Boden lag wiederholt ein kleines Federtier.
Die Unfallstelle war die Glaswand hier.
Ich nahm das Opfer besorgt in die Hand.
Es war bewusstlos, ganz ohne Verstand.
Ein Trauerschnäpper erst ganz benommen
ist langsam zurück ins Leben gekommen.
Er schaute mich mit seinen schwarzen Augen an.
Gab mir zu verstehen, dass er nichts kann. Weiterlesen

Adebar – ist plötzlich da!

StorchAdebar
ist plötzlich nah!

Der graue Reiher fischgesteuert
seine Beuteflüge rund erneuert.
Er segelt suchend durch die Lüfte
kaum abgelenkt durch Fliederdüfte.
Dies Bild mit Riesenflügelspanne
zieht mich am Teich oft in den Banne.
Doch gestern – das war wunderbar –
kreiste bei uns ein Adebar.
Ich hoffte sehr, er würde landen –
dort wo die Gräser dichter standen.
Er drehte jedoch plötzlich ab.
Ein erstes Foto scheitert knapp.
Doch heute kam der Storch schon wieder.
Er ließ sich auf dem Felde nieder.
Der Bauer hat es frisch gebrochen.
Hat Adebar dies wohl gerochen?
Wo tief gepflügt wird, gibt es Beute.
Das wissen Vögel – nicht seit heute.
Die fette Scholle lockt – na klar –
zu mir hin diesen Adebar.
Ich pirscht mich ran
mit großer Vorsicht.
Das kümmerte den Vogel nicht.
Er sah mich dennoch ganz genau.
Mein Pullover schreit so himmelblau. Weiterlesen

Hast du Töne?

AbendröteHast du Töne?

Die ach so stumme Winterszeit
nimmt lenzend bald ein Ende.
Die Vögel putzen Frühlingskleid
schmücken sich für die Wende.
Wenn abends sinkt der Sonnenball
mit Purpurfeuerröte
da stimmt die Amsel wieder mal
die wonnigliche Flöte.
Im Dämmerlicht wellt Melodie.
Die Sehnsucht möchte singen.
Töne schmelzen zur Symphonie,
die viele Strophen bringen.
Der Buchfink schmettert kurz und hart
Die Meise rufend flötet.
Braunellen tirilieren zart,
wie sich die Stimmung rötet.
Ein jeder spielt sein Lied voll Lust.
So klingt im Ton die Sprache. Weiterlesen

Vogeläpfel

ÄpfelVogeläpfel

Den letzten beißen die Hunde –
Solch ein Spruch macht öfter die Runde.
Doch wenn ich das richtig bedenke,
Sind die letzten Apfelgeschenke
Den Vögeln, die hier geblieben,
Zum süßen Verzehr beschieden.
Verführerisch rot leuchten Backen,
In die Drosselschnäbel tief hacken.
Sind diese endlich mal satt,
Kommen später an ihrer statt
Ein Haufen von Spatzen geflogen – Weiterlesen