Gerhard Laukötter's Blog

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Fuß fassen Wie man sieht hat es diese Buche nicht leicht, Fuß zu fassen. Erst wenn Gestein erweicht, dann lassen Wurzeln sich in die Tiefe senden. An beiden Enden kämpft der Baum ums Leben. Unten sucht er Wasser, nährende Ionen Oben konkurriert er in Zonen, wo das Sonnenlicht Energie verschenkt. Das Schicksal hängt zwischen Wurzelspitze in der Kalksteinritze und dem jüngsten Buchenblatt, das sich gerade entfaltet hat. Seinen Platz finden in der… Weiterlesen

Ein Weg ins Leben Über den Flächenverbrauch will z. Z. keiner sprechen. In der grassierenden Wohnungsnot brechen Ziele des Bodenfreiflächenschutzes wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Denn viel zu wenige Schaufelbagger rammen ihre Zähne in noch intakte Bodenökosysteme hinein. Wohnungsbau muss in Wirtschaftswachstumszeiten einfach nur sein. Es gibt Orte, da rudert die Natur ein wenig zurück – so wie bei diesem ungepflegten Wegesstück. Die Betonplatten sind vom hohen Alter gegerbt. Das freudlose… Weiterlesen

Silberblätter Der Morgen ist sehr jung und Sonne steht noch tief in dieser Dämmerung bleibt Licht so flach und schief. Die neuen Seerosenblätter tauchen vom Grund her auf. Das milde Frühlingswetter beschleunigt den Verlauf. Weinrot zeigen sich Teller, sie schwimmen auf der Haut. Wird es nun immer heller, das Blatt bald grün ausschaut. Heute zur frühen Zeit erscheinen Silberspiegel.

Verflechtungen Wenn Algen auf Pilze, Pilze auf Bakterien zugehen, kann etwas Neues aus ihnen entstehen. Irgendwann wurden diese Liaisonen perfekt, haben Flechten für sich diese Welt entdeckt. Die neuen Wesen wachsen nun an fast allen Stellen. All ihre Zellen stammen aus zwei verschiedenen Quellen. So sind Flechten irgendwie halbe Pflanzen. Als halbe Pilze besitzen sie Zwitterformat. Manche Grün- oder Blaualge hat sich über eine Pilzbekanntschaft zur Flechte vereint.

Im Palmenherzen Im Palmenherzen brodelt ein Vulkan. Aus der Tiefe schießt die Lava hoch. Da hab ich mich doch glatt vertan. Am Ende sind es Blätter doch. Was ich dort seh, macht mich perplex. Verworren sieht das Chaos aus. Aus diesem bräunlichen Komplex, da wachsen glatte Blätter raus. Zusammengerollt, vielfach gedreht sind sie am Anfang wie verhext. Wenn die Entwicklung weiter geht, aus diesem Wust dann Klarheit wächst.

Leben erwacht Ein Menschenwerk wie eine Mauer ist erst mal tot – doch nicht von Dauer. Was anfangs sauber und adrett zusammengefügt im Mörtelbett, das ändert bald schon sein Gesicht nur schöner wird es meistens nicht. Der Zahn der Zeit nagt an den Steinen Der Regen löst zumeist im Feinen. Frost sprengt hier und da eine Lücke. Der Mauer fehlen erste Stücke. Viel Staub landet auf diesen Bau. Was vorher farbig wird… Weiterlesen

Septemberfrühling Der Tag, als endlich doch der Regen kam – nachdem die Dürre fast schon alles Leben nahm – liegt nun gut drei, vier Wochen wohl zurück. Das ersehnte Wasser war wie purstes Glück. Auch Tage später fielen noch etliche Tropfen Sie konnten den Mangel zwar nicht richtig stopfen. Doch eine Handbreit Tiefe wurde vom Boden wassergetränkt Das hat uns danach wieder Schöpfung neu geschenkt. Der Weg zum Wäldchen hin schien längst… Weiterlesen

Was wird da draus? Es war wohl bei einem Spaziergang. Im letzten Urlaub damals zwang mich irgendein geartetes Gefühl etwas mitzunehmen – gar nicht viel. Am Boden lag ein klobiger Samen – gerade dort, wo wir vorbei kamen. Ich hob ihn auf, schaute ihn mir an. Unser gemeinsamer Weg auf einmal begann. Rätselhaft blieb mir dieser Fund Meiner Neugierde hatte jeden Grund, das Geheimnis, was darinnen steckt, zu lüften, bis es ganz… Weiterlesen

Freie Scholle Meine Scholle ist nicht so platt wie eine Flunder. Meine Scholle ist erst recht kein Weltenwunder. Meine Scholle ist nur ein Straßenschild- meine Scholle erscheint im Blog mit Bild. Ansonsten ist gemein die Scholle – nicht die mit Schuppen, Schwimmerrolle – ein Klumpen fester Erde, – früher pflügten noch Pferde – der auf dem Acker oben lag nach einem arbeitsreichen Tag. Bald nannte man auch alles Land, das wirtschaftlich in… Weiterlesen

Gnadenlose Gleichgültigkeit Eine alltägliche Zeitungsnotiz verletzte mich. Ein Kreisverkehr war wie ein böser Stich in mein Herz von Stadtnatur. Doch wie reagiere ich jetzt nur? Die Straße ist mir wohl bekannt. Platanen säumen ihren Rand und das schon wohl seit 100 Jahren. Doch hier wird Auto viel gefahren. Weil Ampeln ihre Wege lähmen, Geschwindigkeiten somit zähmen, da will die Stadt den Kreisverkehr. Der bringt den Autofluss dann her. Die alten Bäume sind… Weiterlesen