Gerhard Laukötter's Blog

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Hirschzungenvermehrung Unter vielen großen Bäumen, die das Wachstum sichtlich zäumen, liegt ein Schattenreich der Pflanzen. Viele Farne haben Chancen ihre Blätter zu entfalten und die Schicht hier zu gestalten. Mancher Farn wird fast zur Plage. Denn sein Dickichtwuchsgehabe macht den Wald zum Sperrgebiet. Kaum einer noch Wege zieht. Blüten kennen Farne nicht. Ihr Geheimnis kommt ans Licht, wenn wir ihre Blätter drehen und auf braune Massen sehen.

Bäumemeer Fast wie mit Adleraugen durfte ich sehen ins Meer von Bäumen aus luftigen Höhen. Nie zuvor stand ich so hoch über den Kronen, fühlte mich kreiselnd fast schon so wie Drohnen. Jeder Baum zeigte mir seinen eigenen Kopf Zweige umwogten mähnenhaft den Schopf. Noch ist vom Herbst das Laub kaum koloriert. Leuchtendes Gelb sich ränderlich verliert. Bald färben sich synchron unendlich viele Blätter – warten bunt auf Altweibersonnenwetter.

Quelle – wo bist du? Ganz irgendwo traf ich auf diesen Stein sah ganz so aus, als läge dort Gebein. Nein, dieser Ort war Gottesacker nicht. Durchs Buchendach fiel nur gedämpftes Licht. Das Kupferschild ein wenig oxidiert, auf dem ist „Quelle“ eingraviert. In schönster Schreibschrift les ich das – doch diese Stelle – alles andere als nass. Hat irgendwer sich einen Scherz erlaubt? Ist aller Wasserstrahl hier fortgeraubt? Wo plätschert hell und… Weiterlesen

Krebse auf dem Holzweg Was machen Krebse nur im Wald? Sie lieben Wasser warm und kalt. Ich finde sie an allen Küsten, wo sie mit Scheren arg sich brüsten. Auch Tümpel, Weiher das sind Stellen, da schweben Krebse durch die Wellen. Ob Hüpferling, ob Wasserfloh sie schwimmen dort und sind sehr froh. Doch auch im Wald am Fuß von Buchen kann ich sehr viele Krebse suchen. Dem Meer kehrten sie einst den… Weiterlesen

Rüsselkäferspurenrätsel Beim Wandern liegt ein Baumstamm quer. Das ist wohl allzu lang nicht her. Der Sturm knockte ihn hier k. o. Das Schicksal spielt nun einmal so. Ich wollte drüber, weitergehen da blieb ich doch noch etwas stehen. Der Stamm hatt keine Rinde mehr doch feinste Spuren allzu sehr. Wie Hieroglyphen sah ich Zeichen schön verteilt wie Holztattoos. Manche schienen sich zu gleichen. Wer hinterließ hier seinen Gruß? Borkenkäfer kamen mir in… Weiterlesen

Baumleichenschau Seit Jahren liegt sie hier schon da. Die Leiche, die ein Baum mal war. Wie ein Skelett ruhn Stamm und Ast Entrindet ganz von allem Bast. Beerdigung währt Ewigkeiten Totengräber brauchen Zeiten, als wären sie vom andren Stern Ihr Humusziel: unendlich fern. Vom Baum verblieb nur totes Holz Gebrochen Größe, Wipfelstolz. Am Boden – fast wie aufgebahrt Liegt Buchentorso unverscharrt. Die kleinen Äste fehlen schon Die haben Assel und ihr Sohn… Weiterlesen

Richtig abgestaubt Der Sommer war ein ziemlich nasser Gewaltig floss das warme Wasser Auf Feld und Flur und Waldeserde, Damit es dort morastig werde. Nicht jeden stimmten Güsse froh, weil nach Gewitter Hitze floh. Dies Auf und Ab der Temperaturen Verstörte Mensch samt Kreaturen. Wie ich unlängst im Wald spazierte, den Blick zum Boden oft riskierte, da sah ich sie in großer Zahl: denn Pilze wuchsen überall. Hier Zunderschwamm, da Schwefelkopf, Maronenröhrling… Weiterlesen

Im Reich der Pilze Ein Sonntagsspaziergang mit dem jungen Hund – Akzeptables Wetter war sicher ein Grund – So ging es an Weiden entlang hin zum Wald, Da erblickte ich Tausende Hüte schon bald. Aus Baumstümpfen schossen sie kräftig empor. Auch aus dem Boden lugten viele hervor. Gelbbraune Schwefelköpfchen und Hallimasch sah ich in Fülle und merkte rasch, dass Pilze zur Zeit auf dem Vormarsch wohl sind, Ist der Herbst etwas feucht… Weiterlesen

Totes Holz Ich bin so stolz Auf totes Holz. Was wär der Wald Doch arm sobald, wenn lägen nicht Die Leichen dicht. Ob Stamm, ob Ast Ich traue fast Den Augen nicht, Was kommt ans Licht: Aus morschem Baum wächst Artentraum. An keinem Platz Liegt solch ein Schatz. Man spürt grad hier Die Lebensgier.