Entfernter Lebensraum

Entfernter Lebensraum

Nur mit Wasser kann Leben entstehen.
Wenn wir den Spuren des Wassers nachgehen,
erreichen wir auch die Grenzregionen,
wo nur noch letzte Arten wohnen.
Aus dem Meer wanderte das Leben hinauf aufs Land.
In dem nun süßen Wasser da fand
eine neue Evolution bald statt,
die reiche Vitalität begründet hat.
In Bächen, Flüssen, Tümpeln und Seen
ist seitdem sehr viel Lebhaftiges geschehen.
Regen- und Schmelzwasser versickern im Bodengrund,
Nur ein Teil davon saugen die Pflanzen mit dem Wurzelmund. Weiterlesen

Im Regen

Im Regen

Ich steh vor einem Erdbeerblatt,
das gerade Wasser aufgefangen hat.
Der Juli war so lang tropfenleer
Nun klebt der Regen nass und schwer.
Nach all dem Staub im Sommerwind
erscheint dies Blatt fast wie ein Kind,
das eben frisch ins Bad getaucht,
weil es das reine Wasser braucht.

Nach der Entbehrung ohne Regen
will sich Erlösung endlich legen
auf das gestresste Erdbeerblatt –
ob es überhaupt Gefühle hat?
Kann eine Pflanze dankbar sein?
Wir glauben das wohl so zum Schein.
Wir projizieren Emotionen,
die bei uns tief im Innern wohnen
auch sogar in Pflanzen, nicht nur in Tiere,
in Kletterrose, Vogelmiere.
Die Pflanze selbst reagiert plausibel
auf Trockenheit oft sehr sensibel.
Wird jedoch ihr Durst genug gestillt,
zeigt sie zufrieden uns ihr Bild.

Am Brunnen

Am Brunnen

Am Brunnen vor
oder hinter dem Tore
gedichtgesprochen
oder gesungen im Chore –
am Brunne trifft man sich sehr gern.
Ein Brunnen steht oft mitten im Kern
eines Hofes, eines Dorfes, einer Stadt,
weil frisches Wasser Bedeutung hat.
Nicht selten ist des Brunnens Stelle,
Ort einer immer fließenden Quelle.
Hier baut der Mensch gern seine Hütten,
so lang hier Wasserwellen schütten.
Der Brunnen wird Symbol für Leben,
will Durstigen zu trinken geben.
Wer in den Brunnen Gifte gibt,
die höchste aller Strafen kriegt. Weiterlesen

Im Spiegel

Im Spiegel

Der Weidenstumpf schräg abgesägt
bietet mir etwas Platz.
Die Sorgen hab ich abgelegt.
Ich pfeife wie ein Spatz.
Das Wasser spiegelt mein Gesicht
zerfließt in kleinste Wellen.
Wo eins der Mückenbeine sticht,
beginnt mein Bild zu quellen.
Gedanken sinken auf den Grund.
suchen dort alte Träume.
Erinnerung malt sie spät bunt.
Es rauschen Kindheitsbäume.
Die Sonne strahlt ihr hellstes Licht,
bis Wasser schleudert Feuer.
Der Augenblick im Nu zerbricht.
Dafür erscheint ein neuer. Weiterlesen

Rohrreinigungen

Rohrreinigungen

Tief im Sumpf passieren Wunder.
Dumpfes Wasser wäscht sich rein.
Pflanzen machen es gesunder
Wurzelräume wirken fein.
Jede noch so trübe Brühe
wird am Ende gut geklärt.
Pflanzen geben sich viel Mühe.
Schilf und Binsen sind von Wert.
In den letzten Wurzelspitzen
ultraklein und kaum zu sehn
endlos viel Bakterien sitzen,
sich als Klärwerk gut verstehn.
Nährstoffberge abzubauen
bis zur chemisch kleinsten Spur,
ist weit mehr als nur verdauen.
Hilfe kommt aus der Natur. Weiterlesen

Im Vorbeigehen

Im Vorbeigehen

Dieser Quell am Wegesrand
blieb bisher noch unbekannt.
Allzu viel gibt´s nicht zu sehen,
also heißt es weitergehen.
Die kleine Quelle trägt Morast.
Dunkelbraun steckt toter Ast,
der mit seinem morschen Rumpf
ragt zur Hüfte tief im Sumpf.

Rein und sauber ohne Tadel
ohne Abfall, faulem Schlick
wohlgeboren mit viel Adel
auserkoren muss der Quick.
Quellen schön wie junge Damen
vornehm, blass und meistens kühl
fragt man sie nach ihren Namen
spürt man erstes Zartgefühl. Weiterlesen

Wasserkreislaufgeflechte

Wasserkreislaufgeflechte

Die Sonne kratzt am Horizont.
Ich sitze äußerst ungewohnt
über tausend Meter in der Höhe.
Was ich da unten riesig sehe,
ist schillernd eine Wasserwelt,
die mir den Kreislauf schnell erzählt.
Im flachen Licht wird Wasser Gold.
Das nahe Meer zur Küste rollt.
Ein großer Fluss kurvt weit durchs Land
bringt neuen Sand zum alten Strand.
Auf dem Weg dahin fließen nach und nach
von beiden Seiten Bach um Bach
in diesen Wasserstrom hinein
über allem eitel Sonnenschein. Weiterlesen