Gerhard Laukötter's Blog

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Im Spiegel Der Weidenstumpf schräg abgesägt bietet mir etwas Platz. Die Sorgen hab ich abgelegt. Ich pfeife wie ein Spatz. Das Wasser spiegelt mein Gesicht zerfließt in kleinste Wellen. Wo eins der Mückenbeine sticht, beginnt mein Bild zu quellen. Gedanken sinken auf den Grund. suchen dort alte Träume. Erinnerung malt sie spät bunt. Es rauschen Kindheitsbäume. Die Sonne strahlt ihr hellstes Licht, bis Wasser schleudert Feuer. Der Augenblick im Nu zerbricht. Dafür… Weiterlesen

Rohrreinigungen Tief im Sumpf passieren Wunder. Dumpfes Wasser wäscht sich rein. Pflanzen machen es gesunder Wurzelräume wirken fein. Jede noch so trübe Brühe wird am Ende gut geklärt. Pflanzen geben sich viel Mühe. Schilf und Binsen sind von Wert. In den letzten Wurzelspitzen ultraklein und kaum zu sehn endlos viel Bakterien sitzen, sich als Klärwerk gut verstehn. Nährstoffberge abzubauen bis zur chemisch kleinsten Spur, ist weit mehr als nur verdauen. Hilfe kommt… Weiterlesen

Im Vorbeigehen Dieser Quell am Wegesrand blieb bisher noch unbekannt. Allzu viel gibt´s nicht zu sehen, also heißt es weitergehen. Die kleine Quelle trägt Morast. Dunkelbraun steckt toter Ast, der mit seinem morschen Rumpf ragt zur Hüfte tief im Sumpf. Rein und sauber ohne Tadel ohne Abfall, faulem Schlick wohlgeboren mit viel Adel auserkoren muss der Quick. Quellen schön wie junge Damen vornehm, blass und meistens kühl fragt man sie nach ihren… Weiterlesen

Wasserkreislaufgeflechte Die Sonne kratzt am Horizont. Ich sitze äußerst ungewohnt über tausend Meter in der Höhe. Was ich da unten riesig sehe, ist schillernd eine Wasserwelt, die mir den Kreislauf schnell erzählt. Im flachen Licht wird Wasser Gold. Das nahe Meer zur Küste rollt. Ein großer Fluss kurvt weit durchs Land bringt neuen Sand zum alten Strand. Auf dem Weg dahin fließen nach und nach von beiden Seiten Bach um Bach in… Weiterlesen

Der Garten ruht Der Garten ruht sich ziemlich aus. Der Gärtner hockt nun warm im Haus. Der Boden fröstelt Nacht für Nacht. Das Eis hat Härte ihm gebracht. Es blüht nur wenig noch im Beet. Was dort verfroren kläglich steht, sind nur noch Pflanzentrümmer. Die Kälte macht`s noch schlimmer. Am Gartenteich ist nichts mehr weich. Die Eiseshaut am Tage nicht taut.

Klein aber fein Ein ziemlich zartes Larventier wohnt gern an dunkler Stelle. Triefnasses Laub, das zeigt auch dir den Geburtsort: eine Quelle. Aus einem Köcherfliegenei schlüpft hier am kühlen Ort ein Winzling in dem Blätterbrei, will köchern ab sofort. Die allerfeinste Seide nur, das Lärvchen spinnt sie bald zu einem dünnsten Kleide pur. Im Wasser ist`s so kalt. Doch schützt dies Traumgewande den weichen Körper kaum. Verklebt werden nun Sande am Seidenmantelsaum.

Taunass Über Nacht hat kühler Feuchtehimmel ein jedes Blatt mit Perlenschmuck geküsst. So wie ein Edelsteingewimmel der Tropfen Sonnenstrahl aufs Hellste grüßt. Ein schnöder Grashalm gänzlich unbekannt kann früh mit Wasserkugeln prahlen. Was gestern lag so stumpf am Wegesrand darf tausendfach im frischen Morgenlichte strahlen.

Es nieselt Heute haben sich die Regentropfen in feinste Tupfer aufgeteilt. Sie können kaum mehr nieder klopfen. Viel Niesel in den Lüften weilt. Es fühlt der Morgenwind sich an, als ob ein feuchtes, kaltes Tuch so schaurig streicht durchs Angesicht. Auch wenn ich voller Sehnsucht hier nach schönem Blau am Himmel such, die Wolkenwand gönnt mir kaum Licht. So frühlingsfrohe Krokusblüten halten den Kelchmund arg verschlossen. Die wassersatte Februarluft klebt triefend nass… Weiterlesen

Dezemberregen Nächte zehren mehr vom Tageslicht. Kein Blatt dem nackten Zweig noch bricht. Viel warmer Wind streicht durch die Fluren nestelt verstreut an Herbstfallspuren. Die Luft tiefgrau im Regenhemd bald wieder Wasser nieder schwemmt. Bis an den Hals ist Boden nass. Seit Tagen quillt das Speicherfass. Wohin ich meine Füße lenke, da füllt sich rasch die Abdrucksenke. Noch ist kein Ende abzusehen. Die Wolkenleiber schwanger blähen. Dezemberregen füllt die Bäche verschlammt die… Weiterlesen

Dauerregen Seit siebzehn Stunden weint der Himmel immerzu. Alle Regentonnen füllten sich im Nu. Jedes Wasserfass wird nun zu einer Quelle. Es flutet daraus eine Dauerwelle. Der Boden dürstete schon lange Zeit Des Todes Freund ist lange Trockenheit. Dieser ewig lange Dauerregen ist für die Natur wie Gottes Segen. Nach so viel Qual durch Höllenhitzetage da ändert tiefer Druck die Wetterlage. Die heiße Luft wird derbe abgekühlt und Sommerstaub in alle Welt… Weiterlesen