Klein aber fein

27-koecherfliegenlarveKlein aber fein

Ein ziemlich zartes Larventier
wohnt gern an dunkler Stelle.
Triefnasses Laub, das zeigt auch dir
den Geburtsort: eine Quelle.
Aus einem Köcherfliegenei
schlüpft hier am kühlen Ort
ein Winzling in dem Blätterbrei,
will köchern ab sofort.
Die allerfeinste Seide nur,
das Lärvchen spinnt sie bald
zu einem dünnsten Kleide pur.
Im Wasser ist`s so kalt.
Doch schützt dies Traumgewande
den weichen Körper kaum.
Verklebt werden nun Sande
am Seidenmantelsaum. Weiterlesen

Taunass

P1150460Taunass

Über Nacht hat kühler Feuchtehimmel
ein jedes Blatt mit Perlenschmuck geküsst.
So wie ein Edelsteingewimmel
der Tropfen Sonnenstrahl aufs Hellste grüßt.
Ein schnöder Grashalm gänzlich unbekannt
kann früh mit Wasserkugeln prahlen.
Was gestern lag so stumpf am Wegesrand
darf tausendfach im frischen Morgenlichte strahlen. Weiterlesen

Es nieselt

WassertropfenEs nieselt

Heute haben sich die Regentropfen
in feinste Tupfer aufgeteilt.
Sie können kaum mehr nieder klopfen.
Viel Niesel in den Lüften weilt.
Es fühlt der Morgenwind sich an,
als ob ein feuchtes, kaltes Tuch
so schaurig streicht durchs Angesicht.
Auch wenn ich voller Sehnsucht hier
nach schönem Blau am Himmel such,
die Wolkenwand gönnt mir kaum Licht.
So frühlingsfrohe Krokusblüten
halten den Kelchmund arg verschlossen.
Die wassersatte Februarluft
klebt triefend nass am Violetten –
bis dann die Last dahin geflossen.
Heut herrscht nur Frühlingsmelancholie.
Von bunterfüllten Farbgesichtern
perlt dann und wann ein Sehwermutstropfen. Weiterlesen

Dezemberregen

DezemberregenDezemberregen

Nächte zehren mehr vom Tageslicht.
Kein Blatt dem nackten Zweig noch bricht.
Viel warmer Wind streicht durch die Fluren
nestelt verstreut an Herbstfallspuren.
Die Luft tiefgrau im Regenhemd
bald wieder Wasser nieder schwemmt.
Bis an den Hals ist Boden nass.
Seit Tagen quillt das Speicherfass.
Wohin ich meine Füße lenke,
da füllt sich rasch die Abdrucksenke.
Noch ist kein Ende abzusehen.
Die Wolkenleiber schwanger blähen.
Dezemberregen füllt die Bäche
verschlammt die triste Ackerfläche.
Alte Traktorspuren saufen ab
und Erde wird matschiger Papp.
Das wird wohl nichts mit weißen Flocken.
Wer kann den Winter nur vorlocken? Weiterlesen

Dauerregen

RegenrohrDauerregen

Seit siebzehn Stunden weint der Himmel immerzu.
Alle Regentonnen füllten sich im Nu.
Jedes Wasserfass wird nun zu einer Quelle.
Es flutet daraus eine Dauerwelle.
Der Boden dürstete schon lange Zeit
Des Todes Freund ist lange Trockenheit.
Dieser ewig lange Dauerregen
ist für die Natur wie Gottes Segen.
Nach so viel Qual durch Höllenhitzetage
da ändert tiefer Druck die Wetterlage.
Die heiße Luft wird derbe abgekühlt
und Sommerstaub in alle Welt hinweggespült.
Es sieht so aus, als fielen Tropfen ohne Ende.
Das Wolkenmeer zerfließt zu einer Riesenspende
Der Tag will nicht sein Wassergrau verlieren.
Manch steter Tropfen geht wohl an die Nieren. Weiterlesen

Ganz schön kriebelig!

KriebelmückenlarvenGanz schön kriebelig!

Auf der Suche nach heiliger Quellennatur
kamen wir Kriebelmückenlarven auf die Spur.
Im Hunsrücker Hochbuchenwald
wo das Grundwasser echt, tiefenkalt,
da klebten am cremeweißen Quarzit
136 Larven, die hielten sich mit
Haarkränzen fest an dem gefluteten Stein.
Sie wollten wohl gerade nur hier sein.
Die mehr oder weniger jungen Rangeraspiranten
sie kamen hierher, ja sie kannten
diese merkwürdigen Mückenlarven noch nicht.
Das mildwarme Nachmittagslicht
schimmerte hell in den Quellbach hinein.
Es sollte für alle ein Erlebnis sein.
Die kriebeligen Tiere standen sorgsam aufgereiht
mit haarfeinen Fächern vor dem Kopfe breit
in dem quelligen Wasser aufgestellt.
Die Drift solcher überschaubaren Welt
gehört den fleißigen Insekten allein –
als intakte Natur so lebendig und klein.
Kriebelmückenlarven kennt man eher aus dem Fluss –
wo manchmal im Mai eine Kuh sterben muss.
Da stechen Millionen dieser Mücken das Vieh.
Es kollabiert dann schnell die Biologie.
Diese Plage ist schon seit langem bekannt –
erschütterte früher meist das flache Land.
Ein Massenschlüpfen zum Viehauftrieb im Mai
und schon ist es mit dem Muhen vorbei.
Der Fluss ist begradigt- fließt gedüngt ziemlich schnell
unterscheidet sich darin in allem zum Quell. Weiterlesen

Schwimmen

Meer,GomeraSchwimmen

Überall in Stadt und Land
der Mensch Badehäuser erfand.
Will dort seinen Körper trimmen –
besonders gut geht das durch Schwimmen.
Badehose schnell ins im Gepäck
ruckedizuck schon ist man weg.
Badehäuser sind schön groß
warmes Wasser reizt famos.
In dem blau gefliesten Becken
schwimmen Schwimmer ihre Strecken.
Wasser ist dort höchst steril,
weil man keine Keime will.
Eh man in die Fluten steigt,
jeder sich ganz sauber zeigt.
Unter der Dusche wird geschrubbt,
dass kein Schmutz im Wasser suppt.
Blitzeblank geht’s dann ins Nass
Bewegung macht nun richtig Spaß.
Badewasser temperiert,
dass kein Kleinkind bloß nicht friert,
Wasser wird ständig filtriert,
mal mit Chlor auch ausstaffiert,
oder O2 oxidiert. Weiterlesen