Gerhard Laukötter's Blog

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Dezemberregen Nächte zehren mehr vom Tageslicht. Kein Blatt dem nackten Zweig noch bricht. Viel warmer Wind streicht durch die Fluren nestelt verstreut an Herbstfallspuren. Die Luft tiefgrau im Regenhemd bald wieder Wasser nieder schwemmt. Bis an den Hals ist Boden nass. Seit Tagen quillt das Speicherfass. Wohin ich meine Füße lenke, da füllt sich rasch die Abdrucksenke. Noch ist kein Ende abzusehen. Die Wolkenleiber schwanger blähen. Dezemberregen füllt die Bäche verschlammt die… Weiterlesen

Dauerregen Seit siebzehn Stunden weint der Himmel immerzu. Alle Regentonnen füllten sich im Nu. Jedes Wasserfass wird nun zu einer Quelle. Es flutet daraus eine Dauerwelle. Der Boden dürstete schon lange Zeit Des Todes Freund ist lange Trockenheit. Dieser ewig lange Dauerregen ist für die Natur wie Gottes Segen. Nach so viel Qual durch Höllenhitzetage da ändert tiefer Druck die Wetterlage. Die heiße Luft wird derbe abgekühlt und Sommerstaub in alle Welt… Weiterlesen

Ganz schön kriebelig! Auf der Suche nach heiliger Quellennatur kamen wir Kriebelmückenlarven auf die Spur. Im Hunsrücker Hochbuchenwald wo das Grundwasser echt, tiefenkalt, da klebten am cremeweißen Quarzit 136 Larven, die hielten sich mit Haarkränzen fest an dem gefluteten Stein. Sie wollten wohl gerade nur hier sein. Die mehr oder weniger jungen Rangeraspiranten sie kamen hierher, ja sie kannten diese merkwürdigen Mückenlarven noch nicht. Das mildwarme Nachmittagslicht schimmerte hell in den Quellbach… Weiterlesen

Schwimmen Überall in Stadt und Land der Mensch Badehäuser erfand. Will dort seinen Körper trimmen – besonders gut geht das durch Schwimmen. Badehose schnell ins im Gepäck ruckedizuck schon ist man weg. Badehäuser sind schön groß warmes Wasser reizt famos. In dem blau gefliesten Becken schwimmen Schwimmer ihre Strecken. Wasser ist dort höchst steril, weil man keine Keime will. Eh man in die Fluten steigt, jeder sich ganz sauber zeigt. Unter der… Weiterlesen

Ein wenig Frost Ein wenig Frost aus klarer Nacht Hat meinem Teich viel Kunst gebracht. Des Wasser Haut ganz dünn erstarrt Im Eiseskleide kurz verharrt. Vom Schilfesstumpf schießen die Schwerter Im Sonnenlichte noch verklärter. Des Teiches Antlitz glänzt und blinkt, weil schöne Kälte es wohl zwingt. An manchen Pflanzenresten sitzen Glasklare lange Sternenspitzen.

Die kleine Quelle Sie ist so unspektakulär. Gibt immer nur sparsam ihr Wasser her. Sie murmelt tief im Walde versteckt Quillt durch Gestein und erscheint fast verdreckt. Im Wasserbettchen liegt Unrat reich – Da wird das alte Buchenblatt weich. Auch moderndes lang totes Holz Macht diesen Ort nur wenig stolz. Moosbäckchen bringen immerhin Auf Stein gewachsen zartes Grün. Die Quelle hat kaum was anzubieten Ein ärmlicher Lebensraum voller Nieten. Und dennoch wird… Weiterlesen

Die Haut des Wassers Unsichtbar sichtbar ist die Haut, wenn man auf einen Tropfen schaut. Nach Nebel oder Nieselregen Rollen uns Perlen hell entgegen. Das Lupinienblatt ist tausendfach Mit Wasserperlen aufgewacht. Der Regen war so zärtlich fein – Da wuchsen Tropfen ungemein. Das Blatt funkelt wie ein Collier. Verspiegelt ich das Licht hier seh. Was Wasser so zusammenhält, Die Schule hat mir das erzählt. Ich frage mich heut morgen bloß: Wann fließt… Weiterlesen

Schöpfungen Du Quelle Wallst seit langer Zeit. Im Wasser spiegelt Ewigkeit. Der dich einst schuf – Was blieb denn nur Von des Schöpfers Spur? Sein Wasserruf Ist längst verhallt – Kein Echo schallt. Du Quelle treibst Und schreibst Nur flüsternd leise Wellenkreise. Du spendest Fließend Segen. Auf ausgewaschenen Wegen Findest du Zu dir selbst. Du Quelle Willst immerzu beginnen Und im Zerrinnen Quillt vieles neu. Alles innig berühren, Kräfte aufspüren Bleibt deine… Weiterlesen

Im Eimer Es ist nicht alles im Eimer, wenn Es im Regenwasser wimmelt; denn Dann werden uns demnächst beglücken Ein Schwarm frisch geschlüpfter Mücken. Der alte Zinkeimer der stand, weil sich kein Platz für ihn fand Am Rande vom Gemüsebeet Von früh morgens bis abends spät. Da er bodenständig nicht löchrig war, Nach einem Gewitterguss da sah Jeder der es wollte die Niederschlagsmenge An der Zollstocklänge. In solch einem Eimer blieb das… Weiterlesen

Interferenzen Ich starre auf ein Tropfenspiel seh wenig erst und dann so viel. Da wird die alte Regentonne Zum Wellenort mit hoher Wonne. So wie die Tropfen haltlos fallen, beginnen Kreise aufzuwallen. Wo Wellen sich dabei berühren, Gemeinsamkeiten dann verspüren, Bilden sie dort Interferenzen Können gebrochen sich ergänzen.