Kunterbuntes Wasserbett

BuntbachKunterbuntes Wasserbett

Es gibt Dinge auf der Welt,
die muss man erst mal sehen.
Wenn einem nichts dazu einfällt,
bleibt Rätselhaftes stehen.
Was ich jüngst sah ganz in der Näh,
das konnte ich kaum glauben.
Wie ich mit unsrem Hund so geh,
da wollt ich mir fast rauben
von dem Verstand den letzten Rest,
den mir das Alter grad noch lässt.
Die Bergbauhalde grün kultiviert
Ist eine Lieblingstour.
Der Landschaftsbau ambitioniert
Macht Abraum zur Natur.
Weiche Täler, sanfte Hügel
Bereichert hier mit Baum und Strauch.
Sah dort im Sommer bunte Flügel
Gaukeln im milden Windeshauch.
Wasser das muss, wenn es stark regnet,
hinab fließen zum nächsten Bach.
Bin nun den Gräben heut begegnet –
Sind nicht sehr lang und ziemlich flach.
Heut seh ich Wasserwellen strömen –
Das Wetter blieb seit Tagen nass –
In einem Bachlauf bunt von Tönen
So was zu sehen, ist schon krass. Weiterlesen

O Täler weit, o Höhen

EifelbachO Täler weit, o Höhen

O Täler weit, o Höhen
Du schön geschaffne Welt,
Was musste hier geschehen,
unter dem Himmelszelt?
Ich seh den Bach sich winden
Voll Freud und Übermut
Er lässt sich nie fest binden
Sein Wasser kämpft wie Blut.
Sein Spiel mit Sand und Steinen
Hat er noch nie verlernt.
Vom Groben wie vom Feinen
Hat er so viel entfernt.
Was meerwärts wird getragen
Zertrümmert bis zum Korn
Gestein rollt durch den Magen
Hat Größe stets verlorn. Weiterlesen

Quellzoologie

SchmetterlingsmückeQuellzoologie

Die ersten Worte deren Silben
Gehören winzig kleinen Milben.
Sie krabbeln flink und achtfach munter
Mal weißlichgrün mal etwas bunter.
Ganz ohne Beine mit glitschgem Fuß
Zeichnet die Quellschnecke zum Gruß.
Ein Deckel schließt ihr Häuschen zu –
So hat sie vorerst ihre Ruh.
Auf Augenhöhe kann sie tuscheln
Mit freundlichen Quellerbsenmuscheln.
Die buddeln flach in Schlamm und Sand
Gerieft ist zart die Schalenwand.
Ein Hakenkäfer dieser Wicht
Schön langsam auf dem Steine kriecht.
Ein schwarzer Punkt – ganz ohne Eile –
Dem widme ich grad diese Zeile.
Der Alpenstrudelwurm ist platt.
Er meuchelt sich im Dunklen satt. Weiterlesen

Drei Stacheln

Stichlinge (Brehm)Drei Stacheln

In vielen Teichen ist er heimisch
der stachelige kleine Fisch.
Bescheiden und recht anspruchslos
braucht unser Stichling Wasser bloß.
Die Laichzeit färbt das Männchen bunt.
Der Bauch zeigt rot, geschminkt der Mund.
Die Augen strahlen azurblau,
gefallen so der Stichlingsfrau.
Die Schuppen glänzen silberblank.
Bald wird der Fisch vor Liebe krank.
Er baut penibel dann sein Nest,
eh sich ein Weib auf ihn einlässt.
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Es quillt

Dia 03

Es quillt

Aus dem Unsichtbaren
Aus den dunklen Tiefen
Aus imaginären Räumen
Quillt Durchsichtigkeit,
Restlose Aufgeklärtheit hin zu
Vollendeter Reinheit.
Wasser wagt sich ans Licht
Beginnt seine Tagesreise.
Die zarten Wellen
Überküssen den ersten Stein.
Lassen losen Schwemmsand
Lautlos und immerzu tanzen.
Durch fein aufgestellte Mooswälder
Kräuseln sich ziehende Wasserfäden. Weiterlesen