Nebulöses

Nebulöses

Von Erlenhänden eingefasst
hält sich versteckt der kleine Weiher.
Als leichteste von aller Last
schwebt über ihm ein Nebelschleier –
weich über schwarze Spiegelhaut.
Wo feuchte Dünste flauschig küssen,
solange bis es Wasser taut,
wo Spinnenfäden lange wissen,
wie Tröpfchen hängen perlgesäumt,
da kann Natur verweilen.
Im fahlen Morgenschwaden klebt
manch nachtgekühlter Wassergruß.
Verschlafener Binsen wirkt verträumt.
Beträufelt schwimmt die Wassernuss. Weiterlesen

Im Frühtau

Im Frühtau

Im Frühtau funkeln tausend Tropfen.
Feinnebel haucht durchs Spinnennetz.
Wenn Winde an die Perlen klopfen,
da bangt die Schönheit hier und jetzt.
Die erste Sonne lässt brillieren
so wundervoll die Kugelzahl.
Das Kunstwerk wird schon bald verlieren
Jed Spinnennetz hängt wieder kahl.
Um diesen Moment hier zu gewinnen,
muss aus dem Bett ich zeitig fliehn.
Da schlafen noch wohl alle Spinnen,
die aufgewärmt die Fäden ziehn. Weiterlesen

Dauerregen

RegenrohrDauerregen

Seit siebzehn Stunden weint der Himmel immerzu.
Alle Regentonnen füllten sich im Nu.
Jedes Wasserfass wird nun zu einer Quelle.
Es flutet daraus eine Dauerwelle.
Der Boden dürstete schon lange Zeit
Des Todes Freund ist lange Trockenheit.
Dieser ewig lange Dauerregen
ist für die Natur wie Gottes Segen.
Nach so viel Qual durch Höllenhitzetage
da ändert tiefer Druck die Wetterlage.
Die heiße Luft wird derbe abgekühlt
und Sommerstaub in alle Welt hinweggespült.
Es sieht so aus, als fielen Tropfen ohne Ende.
Das Wolkenmeer zerfließt zu einer Riesenspende
Der Tag will nicht sein Wassergrau verlieren.
Manch steter Tropfen geht wohl an die Nieren. Weiterlesen

Regenrosen

RegenroseRegenrosen

Dass Sommer ist, lässt sich kaum fühlen.
Hastige Wolken am Himmel wühlen.
Der Wind lässt seine Fäuste fliegen,
bis Äpfel auf dem Boden liegen.
Die Luft so kalt und regenschwer
Das Wärmekonto ist längst leer.
Manch Blumenkelch bleibt heut geschlossen.
Das Blattwerk spiegelt übergossen.
Der Boden atmet schwer und tief.
Erstarrter Falter schläft so tief.
Nun steh ich an dem Rosenbeet –
wo gestern noch ein Duft geweht,
der mich verzaubert hingerissen –
der Nase war’s ein Leckerbissen. Weiterlesen