Gerhard Laukötter's Blog

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Nebulöses Von Erlenhänden eingefasst hält sich versteckt der kleine Weiher. Als leichteste von aller Last schwebt über ihm ein Nebelschleier – weich über schwarze Spiegelhaut. Wo feuchte Dünste flauschig küssen, solange bis es Wasser taut, wo Spinnenfäden lange wissen, wie Tröpfchen hängen perlgesäumt, da kann Natur verweilen. Im fahlen Morgenschwaden klebt manch nachtgekühlter Wassergruß. Verschlafener Binsen wirkt verträumt. Beträufelt schwimmt die Wassernuss. Advertisements

Spektralanalyse Eigentlich nur ein Stück Glas rundzylindrisch ist das, bis es oben schräg endet und im Licht blendet. Das Glasteil ist Durchsicht pur von Farbe keine Spur – wirkt eher wie klarstes Eis. Doch Sonnenlicht macht es heiß. Im November steht dieses flach, macht im Prisma das Spektrum wach.

Im Frühtau Im Frühtau funkeln tausend Tropfen. Feinnebel haucht durchs Spinnennetz. Wenn Winde an die Perlen klopfen, da bangt die Schönheit hier und jetzt. Die erste Sonne lässt brillieren so wundervoll die Kugelzahl. Das Kunstwerk wird schon bald verlieren Jed Spinnennetz hängt wieder kahl. Um diesen Moment hier zu gewinnen, muss aus dem Bett ich zeitig fliehn. Da schlafen noch wohl alle Spinnen, die aufgewärmt die Fäden ziehn.

Tropfenwelten Im Sekundentakt sackt splitternackt glasklar in nicht endender Zahl Tropfen um Tropfen. Sie lopfen sanft die Wasserhaut nur wenig laut. Trichter entstehen vergehen im kleinsten Nu immerzu. Pulsierende Kreise in rhythmischer Reise auf einer Regentonne – Betrachterwonne.

Dauerregen Seit siebzehn Stunden weint der Himmel immerzu. Alle Regentonnen füllten sich im Nu. Jedes Wasserfass wird nun zu einer Quelle. Es flutet daraus eine Dauerwelle. Der Boden dürstete schon lange Zeit Des Todes Freund ist lange Trockenheit. Dieser ewig lange Dauerregen ist für die Natur wie Gottes Segen. Nach so viel Qual durch Höllenhitzetage da ändert tiefer Druck die Wetterlage. Die heiße Luft wird derbe abgekühlt und Sommerstaub in alle Welt… Weiterlesen

Regenrosen Dass Sommer ist, lässt sich kaum fühlen. Hastige Wolken am Himmel wühlen. Der Wind lässt seine Fäuste fliegen, bis Äpfel auf dem Boden liegen. Die Luft so kalt und regenschwer Das Wärmekonto ist längst leer. Manch Blumenkelch bleibt heut geschlossen. Das Blattwerk spiegelt übergossen. Der Boden atmet schwer und tief. Erstarrter Falter schläft so tief. Nun steh ich an dem Rosenbeet – wo gestern noch ein Duft geweht, der mich verzaubert… Weiterlesen

Die Haut des Wassers Unsichtbar sichtbar ist die Haut, wenn man auf einen Tropfen schaut. Nach Nebel oder Nieselregen Rollen uns Perlen hell entgegen. Das Lupinienblatt ist tausendfach Mit Wasserperlen aufgewacht. Der Regen war so zärtlich fein – Da wuchsen Tropfen ungemein. Das Blatt funkelt wie ein Collier. Verspiegelt ich das Licht hier seh. Was Wasser so zusammenhält, Die Schule hat mir das erzählt. Ich frage mich heut morgen bloß: Wann fließt… Weiterlesen

Frauenmantel Wie durchscheinende Silbertröpfchen Erscheinen Wasserköpfchen. Ganz still über Nacht Sind Kunstwerke vollbracht. Göttlichem Tau gleichen sie Reingewaschen wie nie Brechen sie funkelnd im Morgenlicht Kristallkugeln dicht an dicht. Kaum ein Wasser äugelt so rein Und im Sonnenschein Vollendet sich Klarheit. Doch was ist die Wahrheit? In regengesättigten Sphären Kann Verdunstung sich nicht mehr mehren. Der Frauenmantel fängt an zu schwitzen Und peu a peu da sitzen Tröpfen am Blätterrand Als Tau… Weiterlesen

Interferenzen Ich starre auf ein Tropfenspiel seh wenig erst und dann so viel. Da wird die alte Regentonne Zum Wellenort mit hoher Wonne. So wie die Tropfen haltlos fallen, beginnen Kreise aufzuwallen. Wo Wellen sich dabei berühren, Gemeinsamkeiten dann verspüren, Bilden sie dort Interferenzen Können gebrochen sich ergänzen.

Verwobenes Die Nächte später im August Sie bringen kühlenden Tau. Betörende Sommerlust Verspricht schon früh das Himmelblau. Sonnenhut und Rittersporn Verschwenden nun ihre Blüten Geerntet wird das letzte Korn. Wespen bald nicht mehr brüten. Am Boden funkeln feinste Netze Als Baldachin gut konstruiert. Sie brillieren fast wie Schätze – Wie Sonnenlicht drin jubiliert.