Gerhard Laukötter's Blog

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Gartenvertriebene Gärten sind schon merkwürdige Flächen Die Anzahl der Pflanzenarten brechen sicherlich regionale Rekordmarken: ein Segen durch Spaten und auch durch Harken. Manches Gewächs kommt als wildes vorbei. Ein anderes ist durch Züchtung fast neu. Wiederum welche sind aus der Heimat hier. Viele reisten um den halben Globus zu mir. Im Garten sind Flüchtlinge aus der Natur. Zugereiste ferner Länder gastieren nicht nur. Sie breiten sich aus, als wären sie immer schon… Weiterlesen

Ausgereift Vom Engelwurz sind himmelwärts die Samen hin gerichtet. Ganz heiß pumpt heut das Sommerherz, dass Trockenheit verdichtet. Vorbei die Zeit von Duft und Tanz Blüten weckten Begehren. Die Samenfrucht ist reif so ganz will sich demnächst vermehren. Bald lockert sich der dünne Stiel, hält Samen noch als Frucht. Ein kleiner Ruck im Windesspiel der Freiheit für ihn sucht. Der Samen fällt zur Erde hin will keimen und groß sprießen. In ihm… Weiterlesen

Taunass Über Nacht hat kühler Feuchtehimmel ein jedes Blatt mit Perlenschmuck geküsst. So wie ein Edelsteingewimmel der Tropfen Sonnenstrahl aufs Hellste grüßt. Ein schnöder Grashalm gänzlich unbekannt kann früh mit Wasserkugeln prahlen. Was gestern lag so stumpf am Wegesrand darf tausendfach im frischen Morgenlichte strahlen.

Drei Narzissen Drei Narzissen sprießen im Niemandsland hinter dem Wegesrand. Sie stehen dort einsam und leer. Niemand mehr weiß von ihrem Beginn. Wie kamen sie hierhin? Ihre eigentlichen Verwandten die standen im feuchten Auengrün. Narzissenmeere blühen gelb im Perlenbachtal in Überzahl. Diese aussätzigen Blüten hüten ihre Herkunft verschwiegen. Ihre schmucken Münder wiegen in kalter Aprilen Luft fast ohne Duft.

Novembersommer Zum Wandern lud der Sonntag ein Mild streichelt mich der Sonnenschein. Die Luft erwärmt novemberfremd. Für draußen brauch ich nur mein Hemd. Die wilde Flora fern vom Garten die soll auf mich nicht länger warten. Eigentlich zieht die Natur sich längst zurück Nachtfröste brechen Pflanzengenick. Doch in diesem Jahr am Wegessaum erblüht noch mancher späte Traum. Dem Gänseblümchen – das wundert nicht – bei frohem Wetter die Knospe bricht. Vom Greiskraut… Weiterlesen

Ein Hauch von erstem Frost Dem Brennnesselblatt hat die letzte Nacht puderzuckrigen Reif gebracht. Das schmale Morgenlicht bricht sich in Randkristallen nicht in allen. Ein Hauch von erstem Frost als Winterpost liegt auf dem Gewebe fast in Schwebe. Gestern alltagslangweilig heute eisheilig.

Der Sonne entgegen Ein Weidenpfahl schräg abgestutzt vom Zahn der Zeit gebissen. Ein Stacheldraht als scharfer Schutz ist rostig braun verschlissen. Das Herz vom Pfahl ist ewig hohl Sein Holz zerfiel zu Erden. Darin fühlt sich die Nessel wohl, will stattlich groß hier werden. Aufrecht strebt nun ihr junger Trieb aus tiefster Gruft ins Freie. Ein Sonnenbündel hellt ihn lieb begrüßt so gern das Neue.

Wucherungen Wer wuchert, der schießt übers Ziel. Der nimmt an Zinsen viel zu viel. Manch Hausbesitzer wenig fein, erhöht die Miete ungemein. Wird eine Ware plötzlich knapp, bringt das die Preise sehr auf Trab. Auch die Natur kennt Wucherungen – Nicht immer gut, oft Not gedrungen. So manches schießt mit voller Macht Weit aus dem Boden über Nacht. Was so ein Pilz in Kürze schafft, ist nur ein Beispiel für viel Kraft,… Weiterlesen

Angereift Über die letzte Nacht Hat Sternenklarheit Zauberhaften Frost gebracht. Brennnesselblätter Funkeln zart angereift im Novemberwetter. Gestern noch war das überjährige Gras noch restgrün Und regennass. Im kühlen Morgenlicht Bricht die Sonne sich. Blanke Kristalle Verzuckern der Halme Strukturen Eine Distelrosette Zeigt ihre glitzernden Zähne, So als hätte Sie sich auf der frostkalten Haut silbrige Sägen aufgebaut.

Taube Nesseln Mit weichem Rosaviolett Schmückt sie sich heute duftig nett. Zur Zeit können die tauben Nesseln Im Gruppenbild unheimlich fesseln. Gern stehen sie am Straßenrand Und machen sich dort uns bekannt. Blühende Blütenkissen Locken Hummeln, denn die wissen: An süßen Nektar kommt nur wer, der ihre Lippen öffnet schwer. Steckt dann der Kopf tief unten drin, Wartet dort reich Nektargewinn. Wie lang hat Kälte doch gereizt, An Blüten wird nun nicht… Weiterlesen