Ein Angler träumt

Ein Angler träumt

Ein Angler träumt ganz vor sich hin
Sein Blick geht fast ins Leere.
In seiner Hand ruht ihm sein Kinn
trägt ihm die ganze Schwere.
Die Gerte mit der Angelschnur
hängt friedlich überm Weiher.
Der Maienblüte Frohnatur
schmückt diese leise Feier.
An Irisblüten gaukeln Falter
von Aromen heiß verführt.
Der Knabe mit dem jungen Alter
von dieser Stimmung wenig fühlt. Weiterlesen

Limnephilus, der Wasserfreund

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Limnephilus, der Wasserfreund

Der kleine Wiesentümpel
erstickt fast im Gerümpel,
das arglos wird versenkt:
es wird ihm ja geschenkt.
Die Wasserpflanzen decken
den Müll noch zärtlich zu.
Und viele Tiere stecken
auf mal im alten Schuh.

Mein Blick geht in die Tiefe.
Dort seh ich zartes Rohr.
Bewegt sich, als ob es liefe,
so kam es gerad mir vor.
Ich fischte mit meinen Händen
dies Röhrchen dann an Land.
In seinen grünen Wänden
ein Tierchen drin ich fand. Weiterlesen

Bosmina longirostris

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Bosmina longirostris

Nur ein halber Millimeter
misst der Krebs, dies Weihertier.
Winzig größer sind die Väter
Mütter schaffen 0,4. (mm)
Doch sie treiben massenhaft
oben in der Wasserhaut.
Mit der Filterbeine Kraft
wird Geschwebe dort verdaut.
Rüsselartig ausgezogen
wächst der Kopf zur Nase fast.
Diese ist recht krumm gebogen
bis zu dem Antennenast.
Nur ein Auge dient zum Sehen
ist ein großer schwarzer Fleck. Weiterlesen

Hufeisenwirbler

Hufeisenwirbler

Ruhig schwimmt ein Rosenblatt
sonnt sich auf dem Altarmweiher.
Oberfläche glänzt, ist glatt
unten kleben Schneckeneier.
Zwischen all den Laichgelegen
hängt ein seltsam zartes Tier,
will sich weich und sanft bewegen.
Alles wird zur Schönheit hier.

Feine Fäden bilden Kränze
spielen als Tentakel mit,
zeigen leichte Schwebetänze
Moostierchen im Wiegeschritt.
Ständig wirbeln Wimpernbänder
Wasser strömt durch sie heran,
wird dabei zum Nahrungsspender,
Algen zieht es in den Bann. Weiterlesen

In den Teich gesetzt

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In den Teich gesetzt

Sag mir, wo die Teiche sind?
Wo sind sie geblieben?
Früher spielte ich als Kind
dort mit alten Sieben.

Sag mir, wo die Tümpel sind?
Wo sind sie geblieben?
Wenn ich heut die Stellen find,
sind Häuser drauf geschrieben.

Sag mir, wo die Weiher sind?
Wo sind sie geblieben?
Grast seitdem so manches Rind
auf drainierten Wiesen. Weiterlesen

Rohrreinigungen

Rohrreinigungen

Tief im Sumpf passieren Wunder.
Dumpfes Wasser wäscht sich rein.
Pflanzen machen es gesunder
Wurzelräume wirken fein.
Jede noch so trübe Brühe
wird am Ende gut geklärt.
Pflanzen geben sich viel Mühe.
Schilf und Binsen sind von Wert.
In den letzten Wurzelspitzen
ultraklein und kaum zu sehn
endlos viel Bakterien sitzen,
sich als Klärwerk gut verstehn.
Nährstoffberge abzubauen
bis zur chemisch kleinsten Spur,
ist weit mehr als nur verdauen.
Hilfe kommt aus der Natur. Weiterlesen

Nebulöses

Nebulöses

Von Erlenhänden eingefasst
hält sich versteckt der kleine Weiher.
Als leichteste von aller Last
schwebt über ihm ein Nebelschleier –
weich über schwarze Spiegelhaut.
Wo feuchte Dünste flauschig küssen,
solange bis es Wasser taut,
wo Spinnenfäden lange wissen,
wie Tröpfchen hängen perlgesäumt,
da kann Natur verweilen.
Im fahlen Morgenschwaden klebt
manch nachtgekühlter Wassergruß.
Verschlafener Binsen wirkt verträumt.
Beträufelt schwimmt die Wassernuss. Weiterlesen

Der Teich steht still

p1150247Der Teich steht still

Der Teich steht still –
ob ich das will
oder auch nicht –
schwindendes Licht
schläfert die Lebensfreude ein.
Es reift der Wein
tief ins rubinenhafte Rot
Der Herbst sucht sich sein Lot.
Meine Frösche gehen auf Tauchstation.
An Sommerresttagen
kommen sie noch schon
ins goldene Sonnenspiel zurück –
genießen gern so spätes Glück.
Mosaikjungfern haben fast ausgetanzt.
Wer sich bis dato nicht fortgepflanzt,
wird die Zukunftstür hinter sich schließen.
Aus dicken Schwertlilienschoten schießen
klobige Samen heraus
rotbraun lackiert. Weiterlesen