Schnabulieren

Schnabulieren

Seit drei Jahren kommen sie wieder
mit schwarzweißem Gefieder –
ihre hohen Stelzen wie der Schnabel in rot
ein Anblick, der sich nur kurze Zeit bot.
Kaum hatte der Bauer die Wiese gemäht,
das Schnittgut mit dem Kreisel locker verweht
da landeten drei Adebare im frischen Gras.
Sie kamen nicht nur so zum Spaß.
Die Störche wissen scheinbar genau,
ist der Himmel ein paar Tage himmlisch blau,
dann hofft der Landwirt auf trockenes Heu.
Diese Erfahrung ist keinesfalls neu.
Beim Schnitt wird einiges Getier gestört
Manche Maus trifft dabei das scharfe Schwert.
So ist der Tisch bald reichlich gedeckt.
Das Gute im Schnittgut am Boden versteckt.
So stochert der Schnabel eifrig nach Beute
doch wirklich ausschließlich gerade heute.
Nur der frühe Storch verschlingt die Maus.
Er bringt sie bald danach nach Haus.
Dort betteln im Nest die Storchenkinder
recken hungrig empor die Schnabelmünder. Weiterlesen

Ins Gras gebissen

P1130936Ins Gras gebissen

Ins Gras gebissen
habe ich bisher eher selten ,
weil für mich die Herbivorenregeln
eben nicht gelten.

Ins Gras gebissen, ein Hälmchen gekaut
und etwas von dem süßen Zucker darin verdaut,
das habe ich als Kind häufiger gemacht
und vor Vergnügen gelacht.

Ins Gras gebissen haben auf der Wiese nebenan
all die Kühe fast von Anfang an.
Wenn sie im Sommer auf der grünen Weide grasen,
kommen auch noch Kaninchen und Hasen.
Ein scheues Reh
ich manchmal seh.

Ins Gras gebissen hat auch eine Ameise
bei ihrer unentwegten Reise.
Sie erreichte am Halm die Spitzenposition.
Da kam auch der Biss schon.

Ins Gras gebissen
Das macht gelegentlich auch unser Hund.
Und das hat einen triftigen Grund. Weiterlesen

Im Märzen der Bauer…

ScharbockskrautIm Märzen der Bauer…

Heut wird die Landschaft zugeschissen.
Im Garten blühen die Narzissen.
Der Trecker schleppt den Gülletank.
Er schenkt uns schweinischen Gestank.
Wie schön blüht doch das Lungenkraut,
wär nur die Luft nicht so versaut.
Auch leuchten zart die Märzenbecher.
Wann wird der Ammoniakduft denn schwächer?
Die Gülle fliegt im hohen Bogen,
als Kraniche am Himmel zogen.
Im kurzen Takt rollt braune Flut.
Im Krokusmund lockt Pollenglut.
Die Wiese, die Grün neu entdeckt,
ist flächendeckend kotbefleckt.
Das Scharbockkraut lässt Sonnen strahlen.
Solch Blütengelb kann keiner malen.
Wenn dann der letzte Tank geleert,
der Bauer stolz nach Hause fährt. Weiterlesen

Löwenzahn

LöwenzahnLöwenzahn

Erst steht an ihrer Stätte
Aus Blättern die Rosette.
Wie Schwerter spitz gezähnt
Der Löwenzahn sich dehnt.
Er duldet in der Nähe –
So wie im Baum die Krähe –
Den Konkurrenten nicht
Er macht den Boden dicht.
Im März da wird geschossen
Und aus den Knospensprossen
Quillt gelb ein Blütenkopf
Feinblättrig ist der Schopf.
Kuhblumen war der Name
Pusten wurd zur Reklame
In unsrer Kinderzeit.
Das hat uns sehr erfreut. Weiterlesen

Sie verhaufen Wiesen

Maulwurfshaufen

Sie verhaufen Wiesen

Eine Wiese ohne Haufen
Würd als Bauer ich nicht kaufen.
Zeigt sie mir beim ersten Blick:
Hier fehlt wohl was zum Lebensglück.
Erscheint die Wiese maulwurfslos,
ist kein Gewürm im Erdenschoß.
Seit Wochen seh ich neue Haufen –
Im Garten ist`s zum Haareraufen –
In Wiesen ist mir fast egal
Die übergroße Haufenzahl.
Betrachte ich die Erdenhügel,
Bekommen Fragen bei mir Flügel. Weiterlesen