Leinkraut

Leinkraut

Spät im Sommer, im Herbst aber früh
treffe ich Löwenmäulchen – ich kenne sie
schon aus den ersten Kinderjahren.
Von diesen Blüten ja da waren
schnell kleine Sträußchen zusammen gepflückt.
Schon war die Mutter wieder etwas beglückt.
Überall an Wegrändern
standen sie oft dicht gedrängt,
aus steinigem Schutt heraus gezwängt,
suchten die Blumen gern das wärmste Licht.
Schattiges Dasein das mochten sie nicht.

Gestern fand ich auf einiger sonnigen Brache
dieses echte Leinkraut in üppigster Sprache.
Zwei große Kreise zwar nicht zirkelrund
machten die Wiese vieltausendfach bunt.
In ein helles Zitronengelb sind die Blüten getaucht.
Ein orangeroter Fleck wird scheinbar gebraucht,
um wilde Bienen und Hummeln anzulocken,
die zahlreich nun an den Mäulchen hocken.
Der Nektar und Pollen ist in der Tiefe verborgen.
Den kann man sich so einfach nicht besorgen.
Das Maul muss geöffnet werden
und zwar mit viel Kraft. Weiterlesen

Farbengewitter

Farbengewitter

Es war einfach nur braches Land,
wo ich ein Farbenmeer jüngst fand.
Dies Blütenfeuer sah ich erst spät,
weil Strauchwerk schirmend davor steht.
So war der Anblick wie ein Knall
ein Farbengewitter überall.
Klatschmohn, Wucherblume, süßer Klee
nur lauter Blüten, wohin ich seh.
Ein kleines Stückchen von dieser Erde
in paradiesischer Gebärde.
Lässt man Natur nur einfach walten,
kann sich von selbst so was entfalten,
wo ich ein Wort wie wunderbar
gern nehmen möchte hier fürwahr.
Leider ist dieser Blütenwiesenfleck
unendlich weit von zu Hause weg. Weiterlesen

Königskerzen

KönigskerzeKönigskerzen

Sie stehen gern am Rande
in sonnig warmen Lande –
überragen alles weit und breit.
Juli ist Königskerzenzeit.
Zuerst wollweiche Blätter voller Flaum
So bedecken sie rosettig Lebensraum.
Im ersten Jahr sind sie Bodendecker
Dann im zweiten werden sie sichtlich kecker.
Ihr Blütenstand schießt in den Himmel
Wie sagt doch Johannes Mario Simmel:
„Man lebt nur zweimal“
Die Königkerzenblütenzahl
sie geht an die tausend
und da sitzen täglich schmausend:
Hummeln, Bienen, Käfer und Fliegen,
damit sie leckeren Pollen kriegen.
Nektar gibt es kaum im Überfluss
Blütenstaub heißt hier der Genuss.
Im flauschig gelben Sommerkleid
entsteht nur selten Futterneid. Weiterlesen

Auf der wilden Möhre

P1290090Auf der wilden Möhre

Seit ein paar Jahren
wächst vorne im Garten
Ein Doldenblütler
wohl aus Wildblumensaaten.
Ich wusste lange Zeit nicht,
was für ein Kraut das war.
Doch was auf den Blütentellern
im Junisommer geschah,
das war wie ein gedrängter Insektenzoo
und machte das Herz eines Biologen froh.
Der schaute dann in der Botanik nach:
Das brachte „ Wilde Möhre“ an den Tag.
Die Bestimmung gelang auch zweifelsfrei;
Denn die Dolde hat immer grüne Blätter dabei.
Ab Juni lockt
betörender Blütenduft
Weithin riechbar
in wohliger Sommerluft.
Beflügelt kommen sie angeflogen
Ganz voller Sucht nach den Nektardrogen. Weiterlesen