Gerhard Laukötter's Blog

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Gartenvertriebene Gärten sind schon merkwürdige Flächen Die Anzahl der Pflanzenarten brechen sicherlich regionale Rekordmarken: ein Segen durch Spaten und auch durch Harken. Manches Gewächs kommt als wildes vorbei. Ein anderes ist durch Züchtung fast neu. Wiederum welche sind aus der Heimat hier. Viele reisten um den halben Globus zu mir. Im Garten sind Flüchtlinge aus der Natur. Zugereiste ferner Länder gastieren nicht nur. Sie breiten sich aus, als wären sie immer schon… Weiterlesen

Im Fenster vom Ufer Ein kleines Uferfenster nicht einen Meter groß was ich darin erblicke, das ist schon fast famos. Ein Grashalm lautlos zittert. Die Samen sind bald frei. Ein Seggenblatt zerknittert daneben klingensteif schießen die Irisblätter gehörig aus dem Sumpf. Fettglänzende Samenleiber sind prall und gänzlich stumpf. Die Lotuslippenblüten verstreuen ihr Buttergelb. Auch ihnen reifen Tüten, die Zukunft für sie hält. Das Mädesüß ist aufgestiegen. Noch knospen Blüten rund. Drei Tage… Weiterlesen

Auf die Reihe gekriegt So etwas kann Natur wohl nicht. Der Gärtner bringt es jetzt ans Licht. Schau ich auf mein Gemüsebeet, dort alles in der Reihe steht. Salat, Schwarzrettich, Ruccola stehn allesamt gradlinig da. Es ist und bleibt des Säers Wille – im Alter meist mit Kurzsichtsbrille, dass jedes Korn bekommt die Stelle in exakt gezogener Bodenrille. Der Gärtner liebt Gradlinigkeit. Zum Wildwuchs ist er kaum bereit. Zwischen Kulturen streng gereiht… Weiterlesen

Wolfs Wiederkehr Aus dem Radio kam die frohe Kunde: Ein Schaf wurde als Beute gejagt. Wiedereinwilderung der ersten Stunde? Haben es einige Wölfe gewagt, über die Landesgrenze zu dringen? DNS- Spuren am Beutetier testieren, dass bald ein heulendes Singen durch Wölfe kann melodieren. Endlich mal gute Nachrichten, dass wir auf ein fabelhaftes Tier nicht länger bei uns verzichten: Isegrim ist heim – wieder hier. Nun wird in Wald und Flur Wieder natürlich… Weiterlesen

Die Saat geht auf Als hätte eine Geisterhand – Als Sämaschine auch bekannt Die Gerstenkörner fein liniert Geometrie dabei studiert – Ein Ackerfeld wird zärtlich grün Seit hier exakte Bahnen ziehn. Die Pflänzchen schieben Blätter vor Gradlinigkeit tritt ganz empor. Das Feld ist eben, ziemlich platt, Geräte pflegten es sehr glatt. Jetzt darf hier Gerste reihig keimen Am Standort lässt sich alles timen. Wo sonst jetzt Herbstlaub sinkt und fällt, herrscht Frühlingsstimmung… Weiterlesen

Rotkehlchen Es war mal wieder höchste Zeit – Die Wildnis nach Kultur laut schreit. Im grünen Gartenhinterland Ein Wald aus Brennnesseln längst stand. Das ganze war kräftig durchsetzt Von Kratzdisteln, die keiner schätzt. Ich holte meine Sense raus Und machte Feinden den Garaus . Im Nu lagen die bösen Pflanzen Scharf abgetrennt vom Wurzelganzen. Als ich mit dem Sensen fast fertig war, ein Rotkehlchen ich plötzlich sah. Es saß auf einem Weidenpfahl… Weiterlesen

Beziehungslos Da stand sie nun die Frühlingsblume Am Uferrand von einem Bach. Aus einer blattbedeckten Krume Wird schönstes Violett hier wach. Fünf leuchtend bunte Krokussterne Stehn einsam hier auf weiter Flur. Ich verweil, betrachte gerne Die bunte Laune der Natur. Beziehungslos erscheint die Pflanze. Ihr Standort mutet ziemlich fremd. Doch dieser Krokus nutzt die Chance, Weil er die Gegend länger kennt. Vorfahren wohnten wohl in Gärten. Erfreuten dort manch Menschenherz.

Wildnis zulassen Die Natur lebt eigene Gesetze Entwickelt Regeln, verknüpft Netze. Wo sie alleine nur gestaltet, Urwald und Wildnis sich entfaltet. In menschgeprägten Weltkulturen verlieren sich die freien Spuren. Planung regiert im Siedlungsraum – Landwirtschaft ist kein Ökotraum. Wir brauchen viel an Infrastruktur Dazwischen bleibt dann Restnatur. Selbst Wälder müssen Profit bringen, Wenn Rohstoffpreise höher springen, wird Holzzuwachs zum Wirtschaftsmaß – Ein Baum wächst nicht mehr nur zum Spaß. Die Welt soll… Weiterlesen