Gerhard Laukötter's Blog

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Eisvogel Einen Eisvogel wollte ich schon immer einmal aus der Nähe sehen. Heute sollte dies geschehen. Sein stahlblaues Gefieder zeigt sich leider aus keramischem Ton. Das wusste ich aber vorher schon. Doch mit einer Schneekrone geschmückt war der Anblick irgendwie verrückt. Am Schnabel hing ein eisiger Ball, der stand kurz vor seinem Fall – als sei der komische Vogel auch noch verkühlt. Die Fantasie wieder mit mir spielt. Lassen wir diesen Eisvogel… Weiterlesen

Einfach nur hängen lassen Einfach nur hängen lassen im Wind – die Blüten der Haselnüsse sind oft im Januar schon pollenreif. Doch nun kommt Frost, bringt manchmal Reif. Da heißt es: erst einmal Pause machen. Die nächsten milderen Brisen entfachen erneut millionenfachen Pollenschwarm beim kleinsten Wechsel von frostig zu warm. Männliche Haselblüten werden Kätzchen genannt. Wer das das zuerst machte, bleibt unbekannt.

Die Wanne ist voll… Die Wanne ist voll mit frischem dünnen Eis. Früher war sie mal warm, manchmal sogar heiß. Als Kind wurde ich in die Wanne gesteckt. Trübes Wasser bald nach Kernseife schmeckt. Ein Badezimmer gab es damals noch nicht. Doch sauber wurde am Ende der Wicht. Später war die Zinkwanne lange arbeitslos. Wir Kinder erwachsen – für die Wanne zu groß. Für die Wäsche gab es längst Elektromaschinen. Da brauchten… Weiterlesen

Mitten im warmen Winter Mitten im warmen Winter war plötzlich eine Baumwanze da. Es war der zweite vom Januar. So staunte ich nicht schlecht. War das Tier denn wohl echt? Da schob es eines von den Beinen ließ keinen Zweifel mehr scheinen. Was wollte die Wanze hier nur? Hockte da gegen jede Natur bei vier Grad Temperatur.

Zum vierten Advent Alle Jahre wieder kommt die Blütenpracht oft in vollster Blüte zeigt sie sich – Freude lacht. Lilafarbene Kränze umschmücken die Kaktee, Weiße Haare glänzen fast wie gefallener Schnee. Zuverlässig treiben Knospen im Dezember rosig vor – bilden Kreise am Scheitel, wagen sich langsam empor. Stachel wachen vor Blüten, wehren Nähe spitz und scharf, Jeder muss sich gut hüten, wissen, was er hier wohl darf.

Alles Möhre – oder was? Jetzt, wo der Winter spät und kalt braucht man was Warmes ziemlich bald. Heut möchte ich mir Möhren kochen. Es gab sie nicht die letzten Wochen. Ein Sack voll Wurzeln stand im Keller, die kamen sonst nicht auf den Teller; denn unsere Schafe kriegten sie: was Gutes braucht das arme Vieh. Futtermöhren sind die gewesen, die als unschön waren ausgelesen. Zu groß, zu klein, zu krumm, zu… Weiterlesen

Frostkunstgeometrien Es sind mal gerade drei Wochen her, da wollten Seerosenblätter sich entfalten. Selbst der erste Krötenhochzeitsverkehr ließ auf Frühlingsgefühle hin schalten. Doch zu früh gefreut, denn es wurde bitter kalt. Primeln und Krokusblüten Opfer vom Frost Narzissenknospen erstarrten, machten halt. Der Winter schickte ihnen nur eisige Post. Am Gartenteich wuchsen Kristallkonfigurationen. In magischen Nächten entstanden gläserne Eisdecken. Sonnenstrahlenfeuer schmolz diese Kompositionen, um zur Nacht hin wieder Kreativität neu zu entdecken. So… Weiterlesen

Mangoldreif Nicht viel Gemüse überlebt, wenn Frost sein Eis im Winter webt. Den Sellerie kneift Kälte kaum. Für Melde ist längs aus der Traum. Der Grünkohl zeigt sich frisch im Blatt. Ihn macht der Winter selten matt. Was mich schon wundert, ist der Mangold – eine Pflanze blieb, eher ungewollt, im Beete stehen einsam verwaist. Jetzt war ihr Outfit kühl vereist. Die letzte Nacht brachte viel Reif. Der Boden fror im Froste… Weiterlesen

Körnerfresser Jeden Tag meist zur gleichen Zeit mach ich mich wieder zum Füttern bereit. Der Hühnerstall liegt ein paar Schritte vom Haus. Ich laufe zum Stall immer nur geradeaus. Vom Federvieh werde ich gackernd empfangen Denn da werd ich ins Kornfass tief hinein langen, um dann Getreide weit zu verstreuen. Hastiges Picken wird mich dann wohl erfreuen. Da kein Mangel herrscht, fehlt jeder Futterneid. Alle Hühner fressen voller Zufriedenheit. Doch da sind… Weiterlesen

Vom Eise befreit Tief beschneit liegt alles dar. Reif verzuckert Knospenspitzen. Schneidend kalt, die Luft klirrt klar. Frost sticht in die letzten Ritzen. Alles Leben scheint erfroren. Mäuse kriegen rote Ohren. Pflanzen halten strengste Ruh, denn der Winter deckt sie zu. Horch, was gurgelt, flüstert leise unter mächtig starkem Eise plätschert helle Melodie klare Töne – hörst du sie?