Harte Zeiten

p1180410Harte Zeiten

Seit Tagen klirrt die Luft gefroren.
Vom Schnee ein Rest der wirkt verloren.
Laubbäume harren gänzlich nackt
Bei Sternenklarheit richtig sackt
im Januar die Temperatur –
harte Zeiten für die Natur.
Der Maulwurfhaufen nun felsenhart,
kein Vogel mehr am Boden scharrt.
Den Teich verschließt längst dickes Eis
Schneegriesel färbt die Haut zart weiß.
Was macht ein Regenwurm im Winter?
Da komme ich noch rasch dahinter.
Er vergräbt sich tiefer in die Erden
hat frostfrei weniger Beschwerden.
Dort unten ruht er sich dann aus –
verlässt für Wochen nicht sein Haus.
Die Milben können so nicht flüchten.
Acht Beine können´s nicht verrichten.
Damit ihr Gewebe nicht vereist,
die Lösung Frostschutzmittel heißt. Weiterlesen

Eiszeit im Bett

P1130494Eiszeit im Bett

Eiszeit im Bett
ist gar nicht so nett.
Was ist es doch auf mal so kalt –
macht nicht mal vor dem Frosche halt.
Der Schnee von gestern heute kühlt,
was sich zuvor noch warm gefühlt.
Dieses Bett das sah auch heiße Zeiten
mit Froschkonzert voll Lustbarkeiten.
Um das Bett herum war reichlich los –
der Hochzeitswunsch überall so groß.
Die Maienhitze ist längst vorbei.
Im Winter bleibt dies Bett nur frei.
Eiszeit im Bett – wer will die haben?
Der Winter malt nur weiße Farben.
Beschneit steht hier das Bettgestell
So niemand wärmt es allzu schnell.
Wenn irgendwann das Eis dann bricht
und Frühling aus der Sonne spricht,
wird diese Eiseszeit gebrochen. Weiterlesen

Das letzte Blatt

BlattDas letzte Blatt

Ein Blätterjahrgang löst sich auf.
Am Boden liegt Falllaub zuhauf.
Im letzten Blatt glänzt Sonnengold,
bis es der Wind vom Aste holt.
Ist dieses Blatt hier denn ein Sieger?
Andre sind längst ja Untenlieger.
Es hat jetzt einzig überlebt –
bis eine Böe kommt und es geht.
Letzter zu sein ist oft nicht schön –
Wenn alle andren vorher gehn.
Beim Baum trauert niemand ums Blatt,
das seinen Platz verloren hat.
Das letzte Blatt sinkt ganz allein.
Das sollte vorher so nicht sein.
Als dieser Baum noch gut belaubt,
hat Windesstoß vielfach geraubt.
Da trudelten Blätter fast wie Regen.
Man konnte jeden Tag neu fegen. Weiterlesen

Baumschlaf

BuchenkroneBaumschlaf

Die Buche präsentiert sich nackt
Denn jedes ihrer Blätter
Ist letztlich bodenwärts gesackt
Im herbstwindigen Wetter.
Nun seh ich Corpus, Stamm und Ast
Von Zweigen all die Enden.
Der Baum ist frei ohn jede Last.
Die Sonne kann mich blenden.
Wo sonst ein grünes Blättermeer
im Lenz beginnt zu rauschen,
da ist die Krone kahl und leer
Gibt wenig uns zu lauschen.
Die Buche steht, als wär sie tot. Weiterlesen

Im Winterbach

WinternieringsbachIm Winterbach

Baumständer grüßen kahl und leer
Das Gras der Wiesen harret.
Im Wald wiegt tief ein Blättermeer
Die Amsel hungrig scharret.
Natur versinkt im Winterschlaf
Man spürt so wenig Leben.
Der Igel träumt als Kugel brav.
Spinnen nun nicht mehr weben.
Ich lenke mich hinab zum Bach
Und stiere durch die Wellen.
Dabei wird mir Erinnerung wach
Wie muntre kleine Quellen:
Im Bach ist jetzt Entwicklungszeit
Für ganz viel Larvenleiber.
Die Jugend macht sich stark und breit
Wird bald zum großen Treiber. Weiterlesen

Flatterhaft im Vollmondlicht

Vollmond

Flatterhaft im Vollmondlicht

Nach dem Winter kommt der Sommer.
Sonnenstrahlen brennen heiß.
Frühling scheint nur kurzes Komma,
Hitzetempo bringt viel Schweiß.
Alles will auf einmal blühen,
was sonst schön im Wechsel stand.
Kalte Sonne wärmt zum Glühen,
Wachstum außer Rand und Band.
Gartenarbeit kummuliert:
Altes raus und Neues Pflanzen.
Blütentempo irritiert.
Mückenwolken lustvoll tanzen.

Abendluft schwingt leicht und mild.
Vollmondscheibe leuchtet hell.
Schattenschön zeichnet das Bild,
das der Teich im Spiegel wellt.
Plötzlich huscht ein Schattenwesen
Flatterhaft flieht es herum.
Kann die Flugbahn kurz nur lesen.
Fluggeräusche bleiben stumm. Weiterlesen