Advent, Advent… der Himmel brennt

p1170612Advent, Advent..
der Himmel brennt

Für zehn Minuten brannte das Himmelszelt.
Feuriges loderte in der Wolkenwelt.
Der Tag war wettermäßig
weder schön noch etwa hässlich.
Zum Abend lugte noch die Sonne hervor
Das Wolkenbett riss so manches Tor.
In der Dämmerung waren Schäfchenherden
locker am Horizont über den Erden.
Die Dezembersonnenglut
tat den Wölkchen richtig gut.
Im Nu standen sie hell in Flammen
Sie rückten enger noch zusammen,
dass nur wenig Feuer die Spalten verließ.
Im Adventlied ja es immer schon hieß:
Erst ein, dann zwei, dann drei, dann vier
dann steht ein Kindlein vor der Tür. Weiterlesen

Umwölkt

P1130603Umwölkt

Kaum etwas ist veränderlicher
als eine Wolke auf der Flucht.
Ihre Körperform immer unsicher
die Endgestalt wird stets gesucht –
ohne dass sie je gefunden wird –
weil sie sich ständig selbst verliert.
Zwischen dem, was mancher Himmel nennt,
und unserem Boden, wo wir stehen,
ein Wolkenmeer die Sonne trennt,
die wir milchglasig dann nur sehen.

Die Geburt der Wolke liegt im Meer.
Da kommt unendlich Wasser her.
Verdunstet hebt es in den Äther
die Wolke wächst ein wenig später.
Aus Kleinem schwillt was Riesengroßes
und aus dem Inneren dieses Schoßes
entleert sich all die Wolkenflut.
Das tut der Erde mehr als gut.

Heut ist eine Wolke nah am Schwarz.
Hier endet meistens dann der Spaß.
Die Nachbarwolke strahlt noch weiß.
Die Juniluft drückt schwül und heiß.
Bald werden Wolken explodieren. Weiterlesen

Wolkenfeuer

WolkenrotWolkenfeuer

Wer hat die Wolken angefeuert?
Wer hat die Sonne so gesteuert,
dass sie den Himmel rot besticht –
mein Gott – ich weiß es nicht!
Im Sinken sammelt sich die Glut
und Wolkentaschen saugen Blut.
Was sich am Abendzelt entzündet,
wie Licht den Weg ins Feuer findet,
das bleibt Geheimnis der Natur
bringt Augenlust mir dafür pur.
Minütlich wechselt jetzt die Farbe.
Die späte Luft besitzt die Gabe,
ein Strahlenmeer grad so zu brechen,
dass Wolken werden Lavaflächen.
Wie Wasserdunst plötzlich erglüht –
ein dumpfes Grau orange erblüht. Weiterlesen

Der kalte Wind

DezemberwolkenEin kalter Wind

So grauenvoll dies Wolkenmeer
Am Himmel jagt es wasserschwer.
Ein kalter Wind fegt mein Gesicht
Dezembermorgen ohne Licht.
Wohin ich blicke, wirkt es Leer
Das nasse Laub am Straßenteer
Hat seine Ruhe dort gefunden.
Brennnesselruten rau zerschunden
Das letzte Blattgrün angefroren
Zeigt hässlich welke schwarze Ohren
Ein gräsern Kraut ganz ausgebleicht
Nur Lebensferne aus sich zeigt.
Der Wind bringt Wasser wilde Wellen
Die Wegespfützen werden Stellen,
Wo Springfluten im Nu entstehn
Und in der Flaute schnell vergehn. Weiterlesen

In den Wolken

WolkenIn den Wolken

Weißt du wie viel Wolken ziehen
Windgetrieben am Firmament?
Manche gleiten, andere fliehen
Keiner alle Formen kennt.
Zart wie ausgezupfte Watten –
Gewitterschwarz und blitzerschreckt
Bringen sie uns so viel Schatten,
Wie der Himmel sich bedeckt.
Ganz geboren aus dem Nichts
Wachsen sie ins Grenzenlose.
Sind Akteure jeden Lichts
Wechseln ständig ihre Pose.
Schäfchenwolken bilden Herden.
Weißer Flaum in Sphären schwebt.
Wenn sie schwer und dunkel werden,
wird ihr Ende nass erlebt. Weiterlesen